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    Mitgliederversammlung der VG WORT

    Mitgliederversammlung der VG WORT

    Liebe Kolleginnen und Kollegen
    im VS und im VdÜ / der Bundessparte Übersetzer,

    wenn Sie Mitglied der VG Wort sind (Wahrnehmungsberechtigte sind nicht automatisch Mitglieder), erhalten Sie in diesen Tagen Einladungsschreiben von der VG Wort zur ordentlichen Mitgliederversammlung am 20. Mai 2017 in München. Dort stehen wesentliche Entscheidungen an, so zu einem neuen Verteilungsplan, auf dessen Grundlage die künftigen Ausschüttungen der VG Wort geschehen sollen.

    Nach dem »Vogel-Urteil« des BGH, in dem nicht die Verlagsanteile generell, sondern deren pauschale Verteilung als unrechtmäßig erkannt wurden, haben die Mitglieder der VG Wort die Gremien der VG beauftragt, zu einer Lösung zu kommen, die beiden Seiten Rechnung trägt, Urheberinnen wie Verlagen.

    Der BGH hat in seiner Urteilsbegründung beschieden, dass Rechte nachträglich an Verlage weitergegeben werden können. Der Gesetzgeber wiederum ergänzte dieses Urteil insofern, dass die Verlagsbeteiligung dann nach einem von Autorinnen/Autoren und Verlagsvertreterinnen/-vertretern in der VG Wort ausgehandelten pauschalen Verteilungsplan vorgenommen werden darf, wenn und nur wenn die Urheber nach eigener Entscheidung den Verlagsanteil abtreten.

    Auf der Mitgliederversammlung der VG Wort wird ein solcher Verteilungsplan vorgelegt. Die Schriftstellerinnen und Übersetzer in den Gremien der VG Wort haben sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass ein Kompromiss für die Ausschüttung der Tantiemen gefunden wurde, der den Anliegen der Urheber Rechnung trägt.

    Für die Urheberseite wurden Verbesserungen in den verschiedenen Verteilungsschlüsseln erreicht, insbesondere für Autorinnen und Autoren der:

    • wissenschaftlichen und Fachzeitschriften,
    • Tageszeitungen, Wochenpresse, Publikumszeitschriften,
      wobei die Verbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ihren Teil der Ausschüttung, sofern freiwillig von Urheberinnen und Urhebern übertragen, eventuell weiterhin für Ausbildungszwecke zur Verfügung stellen,
    • Texte, die frei im Internet verfügbar sind (METIS),
    • Übersetzungen im Bereich wissenschaftlicher Werke sowie von Fach- und Sachbüchern.

    Für die Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzern belletristischer Werke besteht weiterhin die Möglichkeit, der Verlegerbeteiligung nach eigener Entscheidung anonymisiert zuzustimmen oder eben nicht. Für Urheberinnen/Urheber z.B. von Drehbüchern, Blogs oder Hörfunkwerken bleibt es bei 100prozentigen Ausschüttungen.

    Ebenso gilt weiterhin für alle Wahrnehmungsberechtigten, dass sie ihre Entscheidung über eine Verlegerbeteiligung individuell, anonymisiert und freiwillig nach Erscheinen eines Werkes treffen können.

    Die Zustimmung der Mitgliederversammlung im Mai ist die Voraussetzung für die Umsetzung dieses Verteilungsplans und damit weiterer Ausschüttungen von Tantiemen durch die VG Wort.

    Wir halten es für wichtig, dass möglichst viele Mitglieder im Interesse einer funktionierenden VG Wort ihr Stimmrecht wahrnehmen. Bitte kommen Sie also zur Versammlung, wenn Sie als Mitglied der VG Wort eingeladen werden.
    Wenn Ihnen eine eigene Teilnahme nicht möglich ist, übertragen Sie bitte Ihre Stimme an ein Mitglied, das auf der Mitgliederversammlung in Ihrem Sinne abstimmen wird. (Dies ist der neuerdings auch möglichen elektronischen Abstimmung im Vorfeld bei weitem vorzuziehen – denn sollte es Änderungen an Anträgen geben, sodass diese auf der Mitgliederversammlung umformuliert zur Abstimmung vorgelegt werden, verfallen alle diese Stimmen.)
    Wie die Mitglieder der VG Wort per Rundschreiben informiert wurden, besteht neuerdings die Möglichkeit, nicht mehr nur zwei, sondern zehn Stimmen auf ein Mitglied zu übertragen.
    [Unsere Mitglieder in den Berufsgruppen sind am Ende des Briefes gelistet.]

    Wenn Sie von der Möglichkeit zur Stimmübertragung Gebrauch machen möchten, aber nicht wissen, an wen aus Ihrer Berufsgruppe Sie die Stimme übertragen sollen, können Sie die Übertragungsformulare ohne namentliche Nennung eines Vertreters, aber mit Ihrem eigenen Namen und Ihrer Karteinummer (!) bei der VG Wort versehen an die im Anhang genannten Personen schicken, die dann für Weitergabe der Stimmübertragungen sorgen.

    Aus früheren Rundschreiben von VS und VdÜ / Bundessparte Übersetzer werden Sie wissen, dass unsere Gremien den Fortbestand der VG Wort als gemeinsame Institution von Urheberinnen und Verlagen für immens wichtig halten. Daher appellieren wir an Sie als Mitglied der VG Wort, dem Vorschlag des Verwaltungsrates über einen neuen Verteilungsplan zuzustimmen, persönlich oder per Stimmübertragung. Der Vorschlag selbst wird Ihnen als Antrag mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zugehen.

    Allen Wahrnehmungsberechtigten unter unseren Mitgliedern möchten wir empfehlen, die von dem neuen Verteilungsplan vorgesehene Verlagsbeteiligung einzuräumen. Das entspricht dem Status der VG Wort als Inkassounternehmen für die gesamte Buchbranche. Ob Sie das tun oder nicht, ist allein Ihre persönliche Entscheidung. Aber bitte überlegen Sie sich diese Entscheidung sorgfältig. Wir appellieren, dabei das Prinzip der gemeinsamen Interessenvertretung der ganzen Branche durch die VG Wort im Blick zu haben, was direkt und langfristig uns Urheberinnen und Urhebern nützt. Die VG Wort ist eine der wenigen paritätisch funktionierenden und starken Verwertungsgesellschaften der Welt. Diese existieren in nur wenigen Ländern in dieser ausgereiften Form und generieren Ausschüttungen in solch umfänglicher Höhe (bei sensationell niedrigen Verwaltungskosten).

    Freilich – es gibt nicht nur Verlage, die fair mit Autorinnen und Übersetzern umgehen, sondern auch andere. Die oft begründete Unzufriedenheit mit solchen Verlagspartnern wurde im Laufe der Debatten 2016 häufig nahtlos auf die VG Wort übertragen. So wurde die Debatte um die VG Wort zum Stellvertreter-Diskurs. Dieser offenbarte grundsätzliche und wiederkehrende Probleme zwischen Autorinnen/Autoren und Verlagen. Daraus ergeben sich berufspolitische Aufgaben für unsere Verbände, deren Gremien zu beraten haben, wie sie bei geltendem Recht und in der jeweiligen politischen Konstellation weiter im Sinne der Urheberinnen und Urheber wirken können.

    Der vom Verwaltungsrat der VG Wort vorgelegte, von den Urhebervertreterinnen/-vertretern in diesem Gremium mitgestaltete Verteilungsplan ist aus unserer Sicht ein gut tragbarer Kompromiss und ein wichtiger Schritt für das weitere Funktionieren der VG Wort.

    Mit herzlichem Dank für Ihr Mitwirken

    gez. Eva Leipprand
    Bundesvorsitzende
    des Verbands deutscher Schriftstellerinnen
    und Schriftsteller (VS)

    gez. Patricia Klobusiczky
    1. Vorsitzende
    VdÜ / Bundessparte Übersetzer

    Gemeinsamer Brief

     

    Der gemeinsame Brief
    der Vorsitzenden von VS und VdÜ vom 26. April 2017 kann als pdf-Datei hier geladen werden