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    An die Abgeordneten des Europaparlaments

    An die Abgeordneten des Europaparlaments

    Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt – stärken Sie die Urheber und Interpreten, stimmen Sie für die professionellen Kreativschaffenden in Europa

    Sehr geehrte Abgeordnete des Europäischen Parlaments,

    Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di ist der größte Mitgliedsverband der deutschsprachigen Autorinnen und Autoren. Wir vertreten die Interessen der Autorinnen/Autoren gegenüber ihren wichtigsten Partnern wie Verlagen und Verwertungsgesellschaften, als auch die gemeinsamen Belange der Buchbranche. Wir setzen uns ein für Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und kulturelle Unabhängigkeit.

    Als Bundesvorstandsmitglied mit dem Schwerpunkt Urheberrecht und Digitales Leben, als Schriftstellerin und als Bürgerin ersuche ich Sie nachdrücklich, am Mittwoch, den 12. September 2018, die Interessen der Urheberinnen/Urheber und Interpretinnen/Interpreten aber auch der Verbraucherinnen/Verbraucher zu stärken. Stimmen Sie bitte für die Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, bringen Sie das Gesetzesvorhaben in den Trilog.

    Stimmen Sie für ein starkes Urhebervertragsrecht

    Die Artikel 14 und folgende der Richtlinie stärken die vertragsrechtliche Position der Urheberinnen/Urheber und ausübenden Künstlerinnen/Künstler und stellen einen enorm wichtigen Beitrag für eine bessere Verhandlungsposition und für die Durchsetzung angemessener Vergütungen dar. Bitte stimmen Sie hier für die starke Position, die der JURI-Ausschuss vorgeschlagen hat. Die hierzu vorliegenden Änderungsanträge sind kaum geeignet die Lage der Kreativen zu verbessern. Bitte wirken Sie darauf hin, dass diese nicht angenommen, idealerweise sogar vor der Abstimmung zurückgenommen werden.

    Ermöglichen Sie die Fortführung der erfolgreichen Arbeit von Verwertungsgesellschaften

    Durch Art. 12 des JURI-Vorschlages wird sichergestellt, dass die unterschiedlichen Modelle von Verwertungsgesellschaften in Europa fortgeführt werden können. Das in Deutschland überwiegend praktizierte Erfolgsmodell der gemeinsam von Kreativen und Verwertern gegründeten und geführten Verwertungsgesellschaft (GEMA, GVL, VG Wort, VG Bild Kunst) wird hierdurch abgesichert. Sie sind unabdingbar für eine Zukunft, in der jegliche Inhalteanbieter, ob Plattformen, Bibliotheken oder Speicherdienste, sinnvoll und schlüssig in die Verantwortung genommen werden können. Gleichzeitig stellt der Vorschlag auch die Beibehaltung der jeweiligen Erfolgsmodelle in anderen Ländern sicher.

    Nehmen Sie die Plattformen in Verantwortung

    Auf den großen Plattformen wie Facebook, Google und YouTube werden unzählige urheberrechtlich geschützte Inhalte genutzt, ein Großteil rechtswidrig. Die Urheberinnen/Urheber und Interpretinnen/Interpreten sehen für die Nutzungen keinerlei oder allenfalls sehr niedrige Vergütungen. Formal tragen zudem bisher die Verbraucherinnen/Verbraucher als Nutzerinnen/Nutzer der Plattformen die rechtlichen Risiken, weil ihnen der Nutzungsvorgang zugerechnet wird. Gleichzeitig verdienen die Plattformen Milliarden. Die Geschäftsmodelle basieren auf der Auffindbarkeit und Nutzung von Inhalten.

    Wir fordern, dass die Plattformen in rechtliche und monetäre Verantwortung genommen werden und Verbraucherinnen und Verbraucher rechtssicher Inhalte laden und auffinden können.

    Artikel 13 muss die Urheberinnen/Urheber und Interpretinnen/Interpreten stärken und gleichzeitig für Verbraucherinnen/Verbraucher die längst überfällige Rechtssicherheit schaffen. Nur durch die Definition der Tätigkeit der Plattformen als »communication to the public« werden Lizenzierung und Vergütung genutzter Inhalte endlich verbindlich gemacht.

    Aus unserer Sicht gilt, dass Plattformen, die sich hinter dem Haftungsprivileg aus der E-Commerce-Richtlinie verstecken und angemessene Lizenzen verweigern, kein Geschäft mit urheberrechtlich geschützten Inhalten betreiben dürfen. Wer ihnen das auch weiterhin ermöglichen will, bekämpft Lizenzen und damit die angemessene Vergütung der Urheberinnen/Urheber und ausübenden Künstlerinnen/Künstler.

    Bitte unterstützen Sie die Urheberinnen/Urheber und ausübenden Künstlerinnen/Künstler am 12. September 2018 und stimmen Sie für eine Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt.

    Mit freundlichen Grüßen

    gez. Nina George
    Bundesvorstandsmitglied des VS

    Der Brief ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik:

    ... an die EU-Parlamentarier
    vom 10. September 2018
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