Nachrichten

    Es hat mich gefreut!

    Es hat mich gefreut!

    Neujahrsempfang des Berliner VS im Tropen-Verlag

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Berlin VS Neujahrsempfang  – des VS Berlin

    Das Ladenlokal im grafittiver(un)zierten Kreuzberger Haus war am letzten Januartag brechend voll: Der Berliner Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di hatte zum Neujahrsempfang geladen. Gastgeber war der 1996 gegründete Tropen-Verlag – nach zehn Jahren Stuttgart und zuvor schon zehn in Berlin seit Januar 2019 wieder hier – und das Ereignis seitdem die zweite »Housewormingparty«, wie es Verlagsleiter Tom Müller in seinem Willkommen formulierte.

    Er sei geborener Berliner und freue sich, hier zu sein. Man habe absichtsvoll einen kiezorientierten Standort gewählt, ein unkompliziert zu betretendes Ladenlokal ermögliche »schnellen Kontakt zu den Menschen.«

    Engeren Kontakt zu Verlagen zu suchen, gemeinsame Veranstaltungen wie diesen Neujahrsempfang zu einer guten Gepflogenheit zu machen, sei Absicht, betonte VS-Vorsitzender Michael Wildenhain mit Dank an die Gastgeber und an ver.di für die Unterstützung.

    Bei kulinarischen Häppchen und einem guten Tropfen entwickelten sich auch gute Gespräche. Von einem gemeinsamen Projekt von VS und Kunsthochschule Weißensee erzählten ver.di-Lyrikpreisträgerin Julia Schmidt und Paul Alfred Kleinert: interdisziplinäres Arbeiten im gegenseitigen Bezug. Was heißt, Schreibende initiieren mit ihren Texten das Entstehen von Kunstwerken – und umgekehrt. Beispielsweise hat eine Kunststudentin Gedichte von Julia Schmidt zu einem Leporello gestaltet.

    Ergebnisse dieser künstlerischen Gemeinsamkeit – einige Arbeiten werden sogar als Semesterprojekte eingereicht – sind Mitte Mai in der Galerie Mein Blau in der Christinenstraße zu sehen. Zur Finissage am 17. Mai lesen VS-Mitglieder.

    Ganz andere Diskussion bei Anja Bossen, erste ver.di Kunst- und Kulturbeauftragte. Auf dem ver.di Bundeskongress im September 2019 gewählt, will sie die Kunstfachgruppen und Personengruppen wie die Selbstständigen näher zusammenbringen – auch mit Blick auf die bevorstehenden Fusionen. Sie sucht die Kontakte, »ganz durch bin ich noch nicht.« Es gäbe viele Berührungspunkte – Altersarmut sei ein großes Thema. »Was können wir zusammen bewegen? Das müssen wir uns fragen.« Der Vernetzungsgedanke ist ihr wichtig.

    Es hat mich gefreut, Dich getroffen zu haben, so war zum Abschluss des anregenden Abends vielfach zu hören. Gemeint auch: Es freut mich. Wir machen was zusammen.

    B. ERDMANN

    SPRACHROHR 1/2020