Nachrichten

    Die Literatur als Abenteuer

    Die Literatur als Abenteuer

    Der Bundesvorstand des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di gratuliert dem Autor und Herausgeber Kurt Drawert zu seinem 65. Geburtstag.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Hessen Ute Döring Kurt Drawert

    Kurt Drawert wurde am 15. März 1956 in Hennigsdorf (Brandenburg) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Borgsdorf und Hohen-Neuendorf (bei Berlin). 1967, als er elf Jahre alt war, zog seine Familie nach Dresden, wo er zum Facharbeiter für Elektronik ausgebildet wurde. Sein Abitur machte er auf dem Abendgymnasium nach. Drawert arbeitete in einer Bäckerei, bei der Post und als Hilfskraft in der Sächsischen Landesbibliothek.
    Von 1982 bis 1985 studierte er am Literaturinstitut, Johannes R. Becher in Leipzig. 1993 zog er nach Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Seit 1996 lebt er in Darmstadt und leitet dort seit 2004 das Zentrum für junge Literatur. 2014 wählte ihn die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zum Mitglied. Seit 2018 ist er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

    Joachim Sartorius nennt ihn eine der »wichtigsten und unbestechlichsten poetischen Stimmen des Landes«. Seit dem »Ingeborg-Bachmann-Preis« in Klagenfurt 1993 erhielt Drawert unzählige Preise und Auszeichnungen, zum Beispiel: 2013 den Werner-Bergengruen-Preis, 2014 den Robert-Gernhardt-Preis, 2017 den Lessing-Preis des Freistaates Sachsen und 2020 den Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis.
    Drawert ist viel gereist, er war in Australien, Brasilien und Russland und hielt sich dank der Stipendien unter anderem in Rom, Krakau, Bordeaux, New York und Istanbul auf. 2018 war er Dresdner Stadtschreiber.

    Literarisch ist er in allem Gattungen zuhause:

    • In der Lyrik
      veröffentlichter unter anderem: »Zweite Inventur«, »Privateigentum«, »Wo es war«, »Frühjahrskollektion«, »Der Körper meiner Zeit« (Langgedicht in fünf Teilen).
    • Fürs Theater
      schrieb er: »Alles ist einfach«, »Steinzeit« (Lustspiel), »Monsieur Bovary« (Theaterstück nach Flaubert).
    • Er veröffentlichte in den Essay-Sammlungen
      »Revolten des Körpers«, »Rückseiten der Herrlichkeit, Texte und Kontexte«, »Emma. Ein Weg« (Flaubert-Essay), »Prag ist eine Erfindung von Kafka« und »Wenn die Schwermut Fortschritte macht. Eine Karl-Krolow-Werkauswahl«.
    • Außerdem sind erschienen die Romane
      »Spiegelland. Ein deutscher Monolog« und »Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte«.
    • Als Herausgeber
      publizierte er zudem etliche Sammlungen wie »Kasinostraße 3. 15 Jahre Darmstädter Textwerkstatt« und zweisprachige Bücher wie »Die Signatur Deiner Augen. Junge Lyrik aus Deutschland und der Türkei«.

    Zuletzt erschienen ist 2020 »Dresden. Die zweite Zeit«, nach Drawerts eigener Definition eine Mischung aus Reportage, Essay und Erzählung. Das Buch beginnt mit dem Satz: »Ich suche etwas, von dem ich nur weiß, dass es mir fehlt.« Die Literatur sei, sagt Drawert, ein Versuch der Nicht-Verdrängung, Prozesse, die sich im Unbewussten abspielen, deshalb bekämen wir nie eine zuverlässige Auskunft über die eigene Identität.

    Wir im Bundesvorstand des VS gratulieren dem Kollegen Kurt Drawert sehr herzlich zum Geburtstag.