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    Stellungnahme des VS

    Stellungnahme des VS

    zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarkts

     

    Sehr geehrte Frau Bundesministerin Christine Lambrecht,

    wir danken Ihnen erneut, dass Sie uns die Gelegenheit geben, zur anstehenden Umsetzung der EU-Richtlinien zum Urheberrecht Stellung zu beziehen. Wir machen davon gern Gebrauch, da wir eine Chance sehen, die Rechte von Schriftsteller*innen gemeinsam zu verbessern.

        I.     Schwäche und Hilflosigkeit von 
              Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzern 

     Wir Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzer sind unseren Vertragspartnerinnen und -partnern strukturell unterlegen. Einige wenige schaffen es, so erfolgreich zu sein, dass sie als Einzelne ernsthaft über Vertragsbedingungen verhandeln und Forderungen durchsetzen können.

    Doch die Vielzahl der Worturheberinnen und -urheber unterschreibt auch weiterhin einseitig vom Verlag gestellte Vertragsbedingungen. Die Anzahl der Verlage, mit denen gemeinsame Vergütungsregeln aufgestellt sind, ist gering und hat sich in den letzten Jahren nicht erhöht. 

    Die Corona-Pandemie zeigt uns gerade in sehr drastischer Weise, wie wenig Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzer im Stande sind, fürs Alter und für Krisenzeiten vorzusorgen. Die wirtschaftliche Lage der Urheberinnen und Urheber in der Literaturbranche ist, bis auf wenige Beispiele, schlecht, und sie wird sich in den nächsten Monaten weiter verschlechtern. 

    Aufgrund der schwachen Verhandlungs- und Durchsetzungsmöglichkeiten für Autorinnen/Autoren und Übersetzerinnen/Übersetzern partizipieren viele unserer Mitglieder nur unzureichend am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Werke. Beteiligungen an Verkaufserlösen, Bezahlungen für Lesungen sowie Vergütungen durch Bibliotheken und für Nutzungen auf Online-Diensten sind mehrheitlich unzureichend. 

    Nur wenige Autorinnen/Autoren oder Übersetzerinnen/Übersetzer haben sich dazu durchringen können, für coronabedingt abgesagte Lesungen nach Ausfallhonoraren zu fragen. In vielen Fällen wird davon abgesehen, kleine und mittlere Beträge als zusätzliche Vergütung geltend zu machen; Aufwand und Risiko werden als zu hoch angesehen.

    In einzelnen Fällen wird auch auf die Geltendmachung wohl hoher bis sehr hoher Summen verzichtet, weil man in der Branche »nicht als schwierig gelten will« und von der Kooperation der Verlage abhängig ist. 

    Im weiteren konzentriert sich die VS-Stellungnahme vom 31. Juli 2020 auf: 

       II.    Stärkung der vertraglichen Position der Einzelnen 

       III.   Stärkung der Zusammenschlüsse 

       IV.   Stärkung der gemeinsamen Verwertungsgesellschaften 

       V.    Keine Nutzung auf Inhalteplattformen ohne Vergütung 

       VI.   Stärkung der Forderungen der Initiative Urheberrecht 

    Die VS-Stellungnahme vom 31.Juli 2020 im vollen Wortlaut
    kann als pdf-Datei hier geladen werden:

    VS-Pressemeldung

    Die VS-Stellungnahme ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    © VS

    ... vom 31.Juli 2020 im vollen Wortlaut und die VS-Pressemeldung dazu können als pdf-Datei hier geladen werden: