Nachrichten

    Schriftsteller der alten Schule

    Schriftsteller der alten Schule

    Am 10. März 2020 wird Klas Ewert Everwyn 90 – der VS NRW gratuliert

    10. März 2020: Klas Ewert Everwyn schreibt seine Werke nach wie vor auf der Schreibmaschine. »Mit Computer konnte ich mich nie anfreunden«, gibt er zu. Heute wird Everwyn 90 Jahre alt.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di NRW Judith Michaelis Klas Ewert Everwyn

    Geboren wurde er in Köln. Gymnasium in Köln, im Sudetenland und im Bergischen Land; 1944/45 Fronthelfer im Raum Aachen/Düren, nach dem Krieg Hilfsarbeiter und landwirtschaftlicher Helfer, danach Schulbesuch bis zur Mittleren Reife; seit 1950 erste Veröffentlichungen, dabei von 1949 bis 1981 in der öffentlichen Verwaltung tätig, danach freier Schriftsteller.

    Seit 2003 wohnt er in Monheim und in Düsseldorf. Klas Ewert Everwyn sagt von Monheim am Rhein, dass ihm »die kleine Stadt am Rhein inzwischen ans Herz gewachsen und sie zu meiner dritten Heimat geworden ist, nach Köln und Düsseldorf.«

    Er gehörte zur Dortmunder Gruppe 61 um Max von der Grün, worüber er in seinem Buch »Donnerstags bei Fatty – Karfreitag zur Gruppe 61« erzählt. Everwyn ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und des P.E.N.-Clubs.

    Everwyn schreibt Romane und Hörspiele aus der Arbeitswelt, Features, Jugend- und Sachbücher, wovon einige in fremde Sprachen übersetzt wurden; 1966 Förderpreis des Landes NRW; 1986 Deutscher Jugendsachbuchpreis; 1986 Heinrich-Wolgast-Preis.

    Seit Mitte der achtziger Jahre wandte er sich historischen Stoffen zu. 1986 wurde sein Jugendbuch »Für fremde Kaiser und kein Vaterland« mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Schon damals beschrieb er die hungernde Landbevölkerung im Bergischen. Everwyn-Kennerin Sonja Kappel ordnet sein Werk ein: »Die Bücher von Klas Ewert Everwyn haben ihren Schauplatz im Bergischen Land und sind auch ein Stück Heimatgeschichte.« Aber sie sind mehr.

    Seine Romane spielen im Oberbergischen. Dorthin war er während des Krieges evakuiert. Das Gymnasium besuchte er in Waldbröl. In seinem Roman »Das Geheimnis der Nicolini« bildet der Streit der Religionen um 1700 in Waldbröl den Hintergrund für eine Romanze.

    Er beschreibt aber auch Düsseldorf in der Novelle »Der Opfergang des Polizisten Franz Jürgens«, 2015 erschienen und mit einer großen Lesung im Goethe-Museum der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Stilistisch ist Everwyn ein Realist und Naturalist. Seine Erzählweise ist konservativ. Everwyn wiederholt immer wieder die Handlung. So ist der Text leicht verständlich. Er verwebt die Erzählstränge und schildert seine Personen glaubhaft. Seine Erzählhaltung ist zuversichtlich, die Helden nehmen die ihnen von der Gesellschaft auferlegten Beschränkungen nicht hin, und können Veränderungen herbeiführen.

    Jan Michaelis
    für den VS NRW