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    Mitgliederbrief

    Mitgliederbrief

    Die Vorsitzende des VS informiert am 18. März 2020
    über die aktuelle Entwicklung und Schwerpunkte der vergangenen Wochen


    Liebe Kolleginnen,
    liebe Kollegen,

    viel ist in den letzten Monaten geschehen, über das ich euch im Laufe der Leipziger Buchmesse und ihrer Nachwehen berichten wollte. Die Messe wurde mit gutem Grund abgesagt; wir hoffen, dass wir die Themen auf der Frankfurter Messe im Oktober platzieren können.

    Im Augenblick stellen die bedrückenden Nachrichten über den neuartigen Corona-Virus und die dadurch ausgelöste Krankheit Covid-19 in Deutschland, aber auch international, sämtliche anderen Themen in den Schatten. Das kulturelle Leben liegt brach. Besonders Freie und Soloselbstständige sind in den nächsten Monaten in ihrer Existenz bedroht.

    In dieser Situation wissen wir die ver.di hinter uns. Frank Werneke war am Freitag den 13. März 2020 im Bundeskanzleramt, um unter anderem über die Situation der Selbständigen zu sprechen. Monika Grütters versprach daraufhin bestehende Programme so weit zu schärfen, dass sie »auch und insbesondere in Not geratenen Künstlerinnen und Künstlern und anderen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätigen Selbstständigen gezielt zugutekommen«. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen in ver.di für ihren unermüdlichen Einsatz!

    Es gibt allerdings, und das wird in diesen Zeiten wichtiger denn je, auch erfreuliche Nachrichten:

    Der Bundesvorstand des VS gratuliert Regine Möbius, die sich zwanzig Jahre für den VS, den Kulturrat, die deutsche Literaturkonferenz und andere kulturelle Institutionen einsetzte, zum verdienten Bundesverdienstkreuz am Bande! Herzlichen Glückwunsch, Regine!

    Auf der gemeinsamen Sitzung der Landesvorstände mit dem Bundesvorstand wurde der Grundstein gelegt, die Honorarkommission wiederzubeleben. Die benannten Kolleginnen und Kollegen sind Reimer Eilers, Nina George, Sabine Lipan und ich als Anbindung an den Bundesvorstand. Wir wünschen uns Verbesserungen im Urhebervertragsrecht, sehen aber auch weitere Themen als betrachtenswert an. Wir werden weiter berichten.

    Zum Thema der Umsetzung der europäischen Urheberrechtsreform in deutsches Recht gab es im Januar diverse Stellungnahmen und Konsultationen des Bundesjustizministeriums, an denen wir uns beteiligt haben. Der Gesetzesentwurf aus dem Ministerium enthält Schwächen, die wir adressieren.

    Zu diesem Thema luden die Grünen Expertinnen/Experten zu einer Diskussionsrunde über das Thema »Digitale Plattformen« in den Bundestag. Ich durfte für die Seite der Urhebenden dabei sein und der Politik ins Gedächtnis rufen, dass wir auch im digitalen Raum entlohnt werden müssen und notwendigen Verbesserungsbedarf im Urhebervertragsrecht sehen.

    Unser ehemaliges Vorstandsmitglied und heutige European Writers Council-Präsidentin Nina George hat u.a. mit Janet Clark (Mörderische Schwestern) und Carlos Collado Seidel (PEN) das Projekt #Frauenzählen zu großem Erfolg geführt. Hier geht es darum, die Benachteiligung von Frauen im Literaturbetrieb an Zahlenbeispielen zu überprüfen und sichtbar zu machen. Die Arbeit hat weite Sichtbarkeit erlangt. Vielen Dank dafür!

    Bereits im November einigten sich die im VS organisierten Literaturübersetzerinnen und -übersetzer mit dem Börsenverein auf eine Best-practice-Regelung zur Nennung von Übersetzerinnen und Übersetzern bei Veröffentlichung. Wir gratulieren Patricia Klobusiczky und ihrem Vorstand zu diesem guten Ergebnis!

    Zum Abschluss bleibt mir nur, euch zu bitten, euch in den nächsten Monaten sicher und gesund zu halten. Die Situation ist ernst, aber gemeinsam und solidarisch werden wir auch diese Witterung überstehen!
    Gebt Acht auf euch und eure Lieben!

    Herzliche Grüße,

    gez. Lena Falkenhagen
    Bundesvorsitzende Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller