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    »Wir verurteilen die Drohgebärde«

    »Wir verurteilen die Drohgebärde«

    Der Europäische Schriftstellerrat European Writers' Council verurteilt das von Alexander Lukaschenko eröffnete Strafverfahren gegen die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch und den Koordinierungsrat in Belarus

    Der European Writers' Council fordert eine friedliche Entwicklung in Belarus, die seinen Bürgern Freiheit und demokratische Teilhabe ermöglicht. Der EWC unterstützt sein Mitglied, den Verband der belarusischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller Саюз беларускіх пісьменнікаў, in seinen Bemühungen um Demokratie, Redefreiheit und faire Neuwahlen.

    Brüssel, 24. August 2020: Der EWC fordert den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko auf, die Anklage gegen den Koordinierungsrat der Opposition fallen zu lassen und stattdessen die Einladung der Demokratiebewegung anzunehmen, um einen friedlichen Machtwechsel im Dialog und mit neuen, fairen und demokratischen Präsidentschaftswahlen unter internationaler Aufsicht zu ermöglichen.

    Der Koordinierungsrat wurde von der Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja gegründet und setzt sich aus rund 70 Mitgliedern zusammen – Autoren und Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Kulturschaffenden, Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft, Journalisten und Geschäftsleuten, darunter die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, Mitglied des Verbandes belarusischer Schriftsteller und Schriftstellerin (UBW).

    Am 20. August kündigte der belarusische Generalstaatsanwalt ein Strafverfahren gegen den Koordinierungsrat an, weil das Gremium »eine Bedrohung der nationalen Sicherheit« darstelle; seinen Mitgliedern wird eine »illegale Machtergreifung« vorgeworfen.
    Solche Anschuldigungen werden in Belarus mit fünf Jahren Gefängnis bestraft. Maxim Znak, ein Mitglied des Präsidiums des Koordinierungsrates, sagte in einem BBC-Interview, dass mehrere Ratsmitglieder angekündigt hätten, das neue Gremium daraufhin zu verlassen.

    Swetlana Alexijewitsch, eine furchtlose Kritikerin von Präsident Lukaschenko, bleibt im Präsidium des Koordinierungsrates.

    In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Swetlana Alexijewitsch: »Meiner Meinung nach hat die Staatsmacht der eigenen Nation den Krieg erklärt«.

    »Ein offener Dialog ist die Grundlage von Demokratie und sozialer Teilhabe«, so die Schriftstellerin und EWC-Präsidentin Nina George. »Wir verurteilen die Drohgebärde Lukaschenkos gegen den Freiheits- und Gerechtigkeitswillen der dialogbereiten Opposition und fordern ihn auf, die Klage gegen den Koordinierungsrat fallen zu lassen und die beiden verhafteten Mitglieder des Koordinierungsrates, Sergej Dilevsky und Olga Kovalkova, freizulassen. Wir unterstützen unser EWC-Mitglied, die Union der belarusischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller (UBW), in ihren Bemühungen um demokratische und freie Wahlen und in ihrem Engagement für die Meinungs- und Redefreiheit«.

    Myriam Diocaretz
    Generalsekretärin

    Nina George,
    Präsidentin

    Die EWC-Stellungnahme ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di | EWC
    © EWC

    ... vom 24. August 2020 kann als pdf-Datei hier geladen werden: