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    Fontane-Literaturpreis an Dr. Peggy Mädle ´

    Fontane-Literaturpreis an Dr. Peggy Mädle ´

    Literaturpreis 2019
    der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Brandenburg screenshot Fontane-Literaturpreis  – Preisträger


    Am 31. Mai 2019 um 19 Uhr wird in der Kulturkirche Neuruppin gleichzeitig mit der Eröffnung der Fontane-Festspiele 2019 erstmals der »Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg« feierlich verliehen.

    Preisträgerin 2019
         Dr. Peggy Mädler
         für »Wohin wir gehen«

    Begründung der Jury

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Brandenburg Galiani-Berlin Wohin wir gehen  – Buchumschlag

    »Wohin wir gehen« ist ein schmales Buch –und doch steckt in ihm ein ganzes Jahrhundert. Peggy Mädler erzählt von vielen Leben im Strudel deutsch-tschechischer, deutsch-deutscher und deutscher Geschichte. Ihr Roman beginnt in den 1920er Jahren in Brünn/Brno und endet in Berlin und Basel von heute. Drei Generationen, drei Freundinnenpaare. Geprägt sind ihre Lebensgeschichten von Brüchen und Veränderungen, ausgelöst durch Krieg, Vertreibung und wechselnde politische Systeme bei den einen, durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, digitales Nomadentum und Globalisierung bei den anderen.

    Die Protagonistinnen in »Wohin wir gehen« sind permanent unterwegs – innerlich und äußerlich im Wandel und auf Reisen, auf der Suche nach Heimat, immer wieder entwurzelt und neu ankommend. Bei Peggy Mädler manifestieren sich diese Brüche in ziehenden Landschaften und Orten. Einer davon ist Kirchmöser in Brandenburg.

    Peggy Mädler erkundet – wie schon als Stadtschreiberin in Rheinsberg und in ihrem ersten Roman »Legende vom Glück des Menschen« – den Osten Deutschlands aus Sicht einer jungen Generation, die die DDR nur noch als Kind erlebte. Sie hat sich auf eine Reise durch die Zeiten und Landschaften begeben. In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern – ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erzählerische Wucht zu entfalten.

    Die Jury 2019:

    • Nadine Kreuzahler,
      freie Autorin, Reporterin und Redakteurin
      Vorsitzende der Jury;
    • Detlef Bluhm,
      Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Landesverband Brandenburg e.V.;
    • Prof. Dr. Roland Berbig,
      Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands der Theodor Fontane Gesellschaft;
    • Dr. Peter Böthig,
      Leiter des Kurt-Tucholsky-Museums Rheinsberg;
    • Carmen Winter,
      Schriftstellerin, Vorsitzende des VS Brandenburg.

     

    Weitere Informationen ...

    Zum Preis

    Der Fontane-Preis hat mehrere Vorgänger. Erstmals wurde er von 1913 bis 1922 vergeben, so bekannte Autoren wie Annette Kolb, Leonhard Frank, Carl Sternheim (der das Preisgeld übrigens an Franz Kafka weitergab) und Alfred Döblin gehörten zu den Geehrten.

    Nach 1949 gab es zwei Fontane-Preise. Den Westberliner Preis erhielten unter anderem Hermann Kasack, Peter Huchel, Uwe Johnson, Arno Schmidt, Günter Grass, Wolf Biermann und Wolfgang Hilbig. Den Preis des DDR-Bezirks Potsdam erhielten, neben vielen heute Vergessenen, Walter Kaufmann, Christa Wolf und Helga Schütz.

    1994 wurde der Fontane-Literaturpreis von Theodor Fontanes Geburtsstadt Neuruppin neu gestiftet, seit 2010 wurde er im Zwei-Jahresrhythmus vergeben. Lutz Seiler, Moritz von Uslar, Christoph Ransmayr und Josef Bierbichler gehörten ab 2010 zu den Preisträgern.

    Mit dem Fontanejahr 2019 wird dieser Preis nun alle zwei Jahre gemeinschaftlich von der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg an eine herausragende Autorin oder einen Autor vergeben. Das Preisgeld wird ab 2019 auf 40.000 EUR angehoben und als zweijähriges Stipendium vergeben.