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    Wir trauern um Iris Caren Herzogin von Württemberg

    Wir trauern um Iris Caren Herzogin von Württemberg

    Sie verstarb am Donnerstag, den 28. April 2022
    im Alter von 58 Jahren nach langer schwerer Krankheit.

    Der Vorstand des VS-Baden-Württemberg, dessen Mitglied sie war, ist tief getroffen von diesem Verlust.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Baden-Württemberg Kelly-Stiftung Iris Caren Herzogin von Württemberg

    Sie wurde am 19. November 1964 in Pforzheim als Tochter eines Zahnarztes geboren und zog Mitte der 80er Jahre nach Stuttgart, wo sie Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften studierte. 1992 machte sie ihren Magistra Artium. Daran schloss sich ein Studium der Walddorfpädagogik an. Seit dem Studium trat sie als Künstlerin und Lyrikerin an die Öffentlichkeit, mit Ausstellungen, Performances in Galerien und Kunstzentren, aber auch mit Lesungen und Buchpublikationen.

    Nach der Heirat mit dem Herzog von Württemberg nutzte sie ihren Namen als Türöffner, um als Botschafterin für den Verein Kelly-Inseln gegen Kindesmissbrauch Gelder zu sammeln. Sie selbst schrieb 2018 über sich: »In der Kunst fließt die Zeit. Schon als Kind fühlte ich mich zwischen Bildern und Gedichten wohl, die meine Umgebung, in der ich aufwuchs, verschönerten. Angeregt durch die schriftstellerische Tätigkeit meines Vaters, neben seinem Hauptberuf, fing ich früh an zu dichten. Hinzu kamen das Malen und Fotografieren, was angeregt worden war durch Besuche von Künstlern und die Fotoaktivitäten meines Vaters, der dies wiederum von seinem Vater übernommen hatte. Der Kreis fing an sich zu schließen.«

    Der Journalist Uwe Bogen (Stuttgarter Zeitung) lässt sie sich selbst mit den Worten charakterisieren: »Offen, freidenkend, poetisch, künstlerisch, daher auch leicht chaotisch, vielseitig, modern, freudig, eher positiv ausgerichtet, leutselig, Harmonie bedürftig, dennoch auch mal kritisch, humorvoll, naturnah, tierlieb, kinderlieb, großherzig, mitfühlend, emphatisch.« Stimmt genau. Wir im Vorstand des VS Baden-Württemberg haben sie als großherzige begeisterungsfähige, ideenreiche und immer fröhliche Kollegin erleben dürfen. Sie suchte die Verbindung von Kunst und Sprache, sie dichtete mit Bildern, sie malte mit Fotografien.

    Ihre Kunst wurde von etlichen Galerien, darunter Galerie Luzan, Berlin oder Norbert Nieser, Stuttgart, dem Kunstsalon Wolfsberg, Zürich, oder der Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt vertreten.

    Ihre Lyrik erschien 1995 in einem Einzelband unter ihrem Geburtsnahmen Iris Caren Metzger beim Flugasche-Verlag in Stuttgart und danach in Kulturzeitschriften, Zeitungen und im Rundfunk. Seit 2019 arbeitete sie mit der internationalen Techno-Band Casseopaya zusammen und lieferte Lyrik für neue elektronische Tracks. Nach der Diagnose 2020 hatte sie das Buch »Der Feind in meinem Leib« in Planung.

    Als Kuratorin war sie unter anderem für das Wilhelmspalais (jetzt Stadtpalais) Stuttgart für das internationalen Projekt »Die Freiheit des Gedichts in Wort und Kunst« 1992 tätig, als Co-Kuratorin von Professor Reinhard Döhl für das Ausstellungsprojekt »Kunstraum/Sprachraum«, 1997 im Kunstverein Pforzheim und 1999 im Kunstverein Uelzen. Zuletzt kuratierte und organisierte sie 2014 – 2016 den Kunstflur der Speisemeisterei Schloss Hohenheim des Sternekochs Frank Oehler in Stuttgart.

    Seit 2008 war sie Botschafterin des Kelly-Insel Kinderschutzvereins.
    Seit 2917 war sie im Vorstand des VS Baden-Württemberg und insbesondere für Neumitglieder und Crossover-Projekte zuständig.

    Iris Caren Herzogin von Württemberg wird uns sehr fehlen. Wir trauern um sie.

    Christine Lehmann