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    Existenznot abzusehen

    Existenznot abzusehen

    Bayerische Schriftsteller
    durch Corona-Epidemie kurz- und mittelfristig in Existenznot

    Die Corona-Krise mit der Schließung der Bildungseinrichtungen wie Schulen und Volkshochschulen hat gravierende Auswirkungen auf die meisten bayerischen Schriftsteller.
    Sie bestreiten ja ihren täglichen Lebensunterhalt nicht nur durch Buchverkäufe, sondern zum größeren Teil durch Lesungen, vor allem in Schulen, die keine Ausfallhonorare für ausgefallene Lesungen Veranstaltungen zahlen.

    Nach einer Umfrage in dieser Woche unter bayerischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern des Verbands, die vorwiegend von dieser Tätigkeit leben, beträgt der Umsatzverlust in den Monaten März und April durchschnittlich pro Person mindestens 3.130 Euro. Etwaige Verluste durch geringeren Buchverkauf sind da nicht eingerechnet.

    Durch die Corona-Soforthilfe des bayerischen Staates können Liquiditätsengpässe ausgeglichen werden. Der bayerische Landesvorsitzende des VS Arwed Vogel dankt der bayerischen Staatsregierung, dass sie in diese Soforthilfen gerade Freiberufler mit geringem Einkommen, zu denen Autoren oft zählen, eingeschlossen hat: »Die zügige Online-Stellung und die Klarheit des Formulars gibt Mut zur Hoffnung, dass durch eine schnelle Abwicklung die ersten existentiellen Nöte abgewendet werden.«
    Unbedingt muss vermieden werden, dass Autoren ihre Miete und Krankenversicherung nicht mehr zahlen können.

    Viele Autoren leben aber – wie es der bayerische Ministerpräsident Söder formuliert hat, »von der Hand in den Mund« – aufgrund der leider niedrigen Honorare im Kultursektor. Das führt dazu, dass kaum Rücklagen angelegt werden konnten.

    Bei der Umfrage des VS wurde vor allem aber deutlich, dass viele Autoren nur noch Rücklagen für ein bis zwei Monate haben, dann aber in Existenznot geraten. Durch den Wegfall der Buchmesse, durch den still gelegten Kulturbetrieb können kaum weitere Kontakte geschlossen, Aufträge generiert werden. Zudem verzögern sich jetzt schon Erscheinungstermine für Bücher, die im Sommerreisegeschäft ihren Absatz finden sollen.
    Auch stagniert durch die Schließung der Buchläden der Buchverkauf und Online-Händler wie Amazon liefern Bücher nachrangig aus.

    Schriftstellerinnen und Schriftsteller müssen daher mittelfristig in eine Hilfesystem eingebunden werden, da sonst in Bayern die sowieso prekären Verhältnisse in Armut umkippen. Gerade bei den Mietpreisen den Ballungszentren ist es fraglich, inwiefern Schriftstellerinnen und Schriftsteller dann weiter ihre Tätigkeit nachgehen können. Die kulturelle Versorgung mit Literatur und Kinderliteratur, Sachbüchern, Theaterstücken, Drehbüchern und auch die Leseförderung steht an der unsere Autoren einen großen Anteil haben steht dann in Frage.

    Der Vorstand des Landesverbands Bayern

    Arwed Vogel
    Landesvorsitzender des VS Bayern in ver.di

    Die Pressemeldung ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Bayern
    Foto/Grafik: VS

    ... des VS Bayern vom 19. März 2020
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