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    Mitgliederbrief des VS Berlin

    Mitgliederbrief des VS Berlin

    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

    RÜCKBLICK 2021

    Neben Vorbereitung und Durchführung der Mitgliederversammlung am 5. Oktober, die überwiegend in Präsenz stattfinden konnte – nicht wenige Kolleginnen und Kollegen haben teilgenommen –, war unsre Arbeit als VS Berlin vor allem durch die Bemühung gekennzeichnet, die Veranstaltungen nachzuholen, die eigentlich schon 2020 hätten stattfinden sollen. Das gelang sowohl im Hinblick auf den Lesemarathon als auch in Bezug auf die beiden noch ausstehenden Vorstellungsrunden zu den Neuerscheinungen der Mitglieder. Besonderer Dank gilt hier insbesondere Wiebke Eden und Bernd Kebelmann, die sich um die Durchführung der fünf Veranstaltungen in großartiger Weise verdient gemacht haben. Moderiert haben außerdem Henning Kreitel und ich.

    Zu erwähnen wäre noch, dass uns das Literaturhaus Berlin, trotz Anrecht und Zusage, im Stich gelassen hat. Kurzfristig eingesprungen ist die Mediengalerie. Dafür noch einmal sehr herzlichen Dank an Constanze Lindemann! Immerhin ist es Henning Kreitel bei der MV des Literaturhauses gelungen, als Ausgleich vier statt der üblichen drei Termine für 2022 zu akquirieren. Er hat uns bei der Sitzung ohne jede Frage glorreich vertreten.

    Durch eine Förderung aus dem Neustart-Programm (verantwortlich dafür an erster Stelle die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters) konnte Bernd Kebelmann zudem seine Lesungsreihe „Schmitz’ Katze“ in gewohntem Umfang, aber mit deutlich besserer finanzieller Ausstattung fortführen, was nicht wenigen VS-Mitgliedern in Form einer Veranstaltung zugutegekommen ist.

    Ich denke, mit dieser Anzahl an Lesungen quer durchs Coronajahr 2021 müssen wir im Konzert der Landesverbände als VS Berlin unser Licht keineswegs unter den Scheffel stellen.

    Nicht unerwähnt sollen zwei Aspekte bleiben, die aktuelle wie zukünftige Arbeit des VS-Vorstandes nicht unerheblich beeinflusst haben. Cally Stronk, der für ihre Mitarbeit hiermit noch einmal ausdrücklich gedankt sei, ist wegen persönlicher Überlastung aus dem Vorstand ausgeschieden. Da wir aber zwei „Mitarbeiter“ gewinnen konnten – Bernd Kebelmann und Henning Kreitel – ließ sich diese Lücke ganz gut füllen. Die Protokolle schreibt, immer außerordentlich zeitnah, seither Wiebke Eden, die phasenweise eine enorme Belastung durch die Vorstandsarbeit schultern musste, zumal sie sich lange auch um die Kommunikation mit dem Literaturhaus gekümmert hat. Ohne sie wären wir mit Sicherheit mehrfach gestrandet.

    Der zweite Aspekt betrifft des wieder installierte Kulturwerk, Verdienst allein von Michael-André Werner. Mit dem Kulturwerk haben wir ein Instrument an der Hand, mit dem sich Geld für Veranstaltungen und Lesungen akquirieren ließe. Zum einen können entsprechende Anträge im Namen des Kulturwerks gestellt werden (was dem VS so nicht möglich ist), auch kann die Verdi den VS-Etat dem Kulturwerk zur weiteren Handhabe anweisen. Vor allem aber können alle – und hier sind zuallererst auch alle Mitglieder explizit angesprochen! – an das Kulturwerk spenden (Spendenquittung evtl. möglich).

    Zum Abschluss des Rückblicks noch drei Punkte:

    1. Es gibt nach wie vor die äußerst emsige Initiative, die sich für ein Berliner Kulturfördergesetz stark macht. Wir haben daran teilgenommen. Ich habe zwei Papiere beigesteuert, die die Interessen von uns, den Primärproduzenten in Sachen Literatur, formulieren. Inwieweit unsere Interessen, mal abgesehen von blumiger Bekundung, im eventuellen Gesetz ihren Niederschlag finden werden, steht in den Sternen. Meist profitieren die Institutionen, deren Interessen nicht unbedingt deckungsgleich mit denen der Autoren sind (s.o.).

    2. Es gibt eine Diskussion um die Aufnahmekriterien für Neumitglieder. Wir sind ein stark überalterter Verband. Das macht die Arbeit nicht gerade leichter. Insofern nehmen wir nicht notwendig jeden auf, der, mit mehr oder minder gut bestallter Rente, plötzlich das Schreiben für sich entdeckt, sich qua Selfpublishing unversehens als Autor fühlt und über den VS gern hie und da lesen möchte. Darüber gibt es einen Disput mit der Bundesebene und auch mit der Verdi, der noch schwelt. Das wollte ich nur erwähnt haben.

    3. Wir sind als eher winzige Fachgruppe jetzt Teil des FB A, einem der 5 neuen Fachbereiche. Ich will hier nicht zum x-ten Mal den Kalauer („Ist das Kunst – oder muss das weg?“) mit der Abfallwirtschaft breittreten, mit der wir nunmehr an einem Strang ziehen (die Begründung hieß, meine ich, mal: Digitalisierung), sondern auf einen anderen Punkt aufmerksam machen. Die Verdi ist ein Fan der Frauenquote. Da wir, wie auch andere sehr kleine Fachgruppen (und das betrifft nicht nur einige Kunstfachgruppen), in Bezug auf übergeordnete Konferenzen nur Anrecht auf ein(!) Delegierten-Grundmandat haben, muss dieses wegen der Quote automatisch von einer Frau wahrgenommen werden, es sei denn, es fände sich keine Frau oder es gäbe in anderen Fachgruppen einen Überhang gegenüber den dortigen Frauenquotenpflichtdelegiertenmandaten und es würde der Wille bekundet, das anderweitig auszugleichen. Anders gesagt: Findet sich eine Frau, kann kein Mann aus dem VS für diese Funktion gewählt werden. Klingt absurd. Kann ich auch noch nicht so recht glauben. Werde dem aber nachgehen. Indes spricht die Logik bei nur einem zu vergebenden Mandat eine deutliche Sprache: Entweder die Prämisse mit Priorität heißt „Frauen zuerst“. Dann kann man nicht anders verfahren als beschrieben (da nur ein Mandat zur Verfügung steht). Oder die Prämisse mit Priorität lautet: „Alle haben das gleich Recht (hier: gewählt zu werden)“. Dann, wiederum, ließe sich nicht verhindern, dass unter Umständen die Delegierten sämtlicher Kleinfachgruppen Männer sein könnten (aber nicht notwendig sein müssten).

     
    AUSBLICK 2022

    1. Gerd Bedszent plant eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann, die in der Anna-Seghers-Bibliothek in Hohenschönhausen stattfinden wird – und schon hätte stattfinden sollen, aber aus allseits bekanntem Grund ins spätere Frühjahr verschoben werden muss.

    2. Der diesjährige Frühjahrsempfang, der den Neujahrsempfang ersetzt, findet – voraussichtlich – am 13. Mai statt (Freitag, der dreizehnte!; Ersatztermin: 10.6.). Und zwar im Literaturforum im Brecht-Haus sowie auf dem dortigen Hof. Die Finanzierung erfolgt zu Teilen übers Kulturwerk (zugesagt). Als Partner und Mitveranstalter habe ich Klaus Farins Hirnkost-Verlag gewinnen können (eine finanzielle Unterstützung ist zugesagt – allergrößten Dank!) und werde schauen, ob sich weitere Unterstützung finden lässt. Mitte Mai, so meine Hoffnung, lässt sich ein solcher Empfang wieder durchführen. Die gesonderte Einladung folgt. 

    3. Die (Wahl-)MV findet am 15. Juni statt, ab 17 Uhr. Eine Einladung mit Tagesordnung folgt, zusammen, wie gesagt, mit der Einladung zum Empfang.


    Ich wünsche allen, wenn auch spät, so doch ausgesprochen herzlich, ein allseits gelingendes und unbedingt grandioses 2022!

    Für den Vorstand:
    Michael Wildenhain

    Der Mitgliederbrief ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Berlin
    © VS

    ... des VS Berlin vom Januar 2022
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