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    Zum Tod von Horst Drescher

    Zum Tod von Horst Drescher

    Lange war Horst Drescher schon leidend. Am 22. September 2019 ist er im Alter von 90 Jahren im Seniorenheim am Sonnenpark in Probstheida gestorben. 

    Die letzte große Ehrung, die ihm widerfuhr, liegt weit zurück. 1996 wählte ihn die Sächsische Akademie der Künste in ihre Reihen und ernannte ihn zum Sekretär der Klasse Literatur und Sprachpflege. Kurz zuvor erschien im Reclam Verlag mit »Der Regenbogenpapiermacher« sein letztes Buch, eine Auswahl faszinierender Miniaturen, geprägt von funkelnden Formulierungen. Es blieb die einzige Publikation des Schriftstellers aus Nachwendezeiten, das Zeugnis eines Überlebenskünstlers, der sich schon ewig im »Zugrundegehen« übte.

    Horst Drescher war Gründungsmitglied unseres Fördervereins Kulturwerk deutscher Schriftsteller in Sachsen e.V. Im Januar hatte ich ihn zum 90. Geburtstag im Seniorenheim besucht. Ich hatte Blumen mitgebracht. Horst sagte: »Die Blumen kann ich mir nur ansehen. Lieber hätte ich eine Flasche Wein.« Nachdem ich die Krankenschwester um Erlaubnis gebeten hatte, kaufte ich ihm eine Flasche Rotwein und brachte sie ihm auf sein Zimmer. Wir stießen an und unterhielten uns über frühere Kollegen: Erich Loest, Werner Heiduczek und seinen Lektor Hubert Witt.

    Steffen Birnbaum

    Hier ein Artikel von Ulrich Kaufmann »Horst Drescher – „eine tüftelnde existenz aus dem hörsaal 40“« aus: Das Blättchen, 19/2016