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    Kindheit und Jugend bleiben ihre Leitmotive

    Kindheit und Jugend bleiben ihre Leitmotive

    Sie sind die immer wiederkehrende Inspirationsquelle ihres Lebens.

    Inge Meyer-Dietrich feierte am 27. Dezember 2019 ihren 75. Geburtstag

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Wolfgang Kleber Inge Meyer-Dietrich

    Meyer-Dietrichs Aktivitäten haben nicht nur das Kreative durch Erzählungen, Gedichte und Märchen im Mittelpunkt, sondern auch literaturpädagogische Aufgaben anhand multimedialer Formen der Kommunikation: im Rundfunk und im Literaturtelefon Essen/Düsseldorf, Mitarbeit beim Wuppertaler Theater für Kinder und in der Hörspielreihe des WDR »Blackbox B1, ein Radioroman«. Sie nahm an der Projektarbeit für »Kultur 90« des Landes NRW in mehreren Pilotversuchen unter dem Titel »Mit Kindern lesen und ein Drehbuch schreiben« teil. Sie ist Referentin in der Lehrerfortbildung (Literaturvermittlung) und informiert über Schreibwerkstätten.

    Sie wurde 1944 in Dahle, jetzt Altena, geboren, wuchs in Bochum auf, absolvierte nach der mittleren Reife eine Ausbildung als Krankenschwester in Bonn und holte auf dem Städtischen Münchenkolleg ihr Abitur nach. Sie studierte Soziologie, Germanistik und empirische Kulturwissenschaften in München und Tübingen. Seit 1986 lebt sie als freie Autorin in Gelsenkirchen. In ihrer Biografie auf ihrer Website notiert sie: »Ich schreibe überwiegend für Kinder und Jugendliche. Das hat begonnen, als unsere eigenen drei Kinder noch klein waren. Sie sind mittlerweile erwachsen. Aber noch immer interessieren mich für mein Schreiben ganz besonders Menschen, die im Aufbruch sind. Die sich der Träume und Hoffnungen für ihre Zukunft erst bewusst werden - und der möglichen Stolpersteine auf dem Weg dahin.«

    Die Auszeichnungen, die sie im Laufe ihres Lebens bekommen hat, sind so zahlreich und kontinuierlich, dass man nur mit Stolz und Erstaunen auf diese Autorin schauen kann, die die Gefühle von Kindern und Jugendlichen so gut und ohne jeglichen Kitsch zu porträtieren weiß. 1984 erhielt sie den 1. Preis beim Wettbewerb Kinderliteratur in NRW für die Erzählung »Karfunkel«, 1989 den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.

    Für »Plascha! oder: Von kleinen Leuten und großen Träumen«, die die literarische Vorlage für den gleichnamigen Kurzfilm von Gottfried Kühnel war, erhielt sie gleichzeitig mehrfache Auszeichnungen, 1989 den Hans-im-Glück-Preis, im selben Jahr La vache qui lit (Zürcher Kinderbuchpreis), und den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur.
    »Warum Leon« wurde auch mehrfach ausgezeichnet: 1998 auf der Wahlliste von La vache qui lit. (Zürcher Kinderbuchpreis), 2000 auf der Bestenliste von Radio Bremen und von Radio Saarbrücken.
    2014 gewann sie den 2. Platz im Jugendkulturpreis NRW für das Romanprojekt mit 64 beteiligten Jugendlichen und mehreren Kooperationspartnern für »Am Fluss entlang schreiben«, 2018 den Friedrich-Bödecker-Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur.

    Gerade vor über einem Jahr schrieb der Kollege des VS-NRW Volker W. Degener über diese Ehrung, die ihr zugeteilt wurde: »Ein Höhepunkt der Tagung des Friedrich-Bödecker-Kreises in Hannover war die Verleihung des FBK-Preises für Kinder und Jugendliteratur. In diesem Jahr ging er an die Gelsenkirchener Kollegin Inge Meyer-Dietrich (73) und die Hamburger Autorin Margret Steenfatt.«

    Nach einer sehr langen und erfolgreichen Reihe von Werken erwähnen wir hier nur ihre neuesten Veröffentlichungen seit 2016: »Leben und Träume der Mimi H«, »Eisengarn«, und »Zukunft, Vergessen in Ruhrgebietchen – was deine Kinder an dir lieben und was nicht«.

    Viel junges Publikum hat sich von dieser Autorin mit ihrem Verständnis und ihrer Einfühlsamkeit in menschliche Probleme angezogen gefühlt, wie einige Rezensionen im Internet zeigen. Menschen im Aufbruch sind ihr Thema, wie sie selber schreibt.

    Wir im Bundesvorstand des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller gratulieren ihr zu ihrem Geburtstag nachträglich sehr herzlich und wünschen ihr weiterhin Jugend und Stärke für den Beginn und das weitere Überleben ihrer Figuren.