Nachrichten

    ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg

    ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg

    Logo ver.di-Literaturpreis Berlin/Brandenburg ver.di Literaturpreis Berlin/Brandenburg

    Am 29. März 2019 wurde in der ver.di Bundesverwaltung im feierlichen Rahmen der Literaturpreis 2018 des ver.di Landesbezirkes Berlin-Brandenburg an die Schriftstellerin Kathrin Schmidt für den Lyrik-Band »waschplatz der kühlen dinge« offiziell verliehen.

    Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Berlin, Brandenburg Ch.v.Polentz | transitfoto.de 29. März 2019  – ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg 2018


    Auf dem Foto, von links nach rechts:

    Susanne Stumpenhusen, Vorsitzende der Jury,
    die Preisträgerin Kathrin Schmidt und
    Andreas Köhn, Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie der ver.di Berlin-Brandenburg.

      

      
      

    Fachbereich Medien, Kunst und Industrie der ver.di k+k kunst+kultur online

     

    Weitere Informationen in
    kunst+kultur online

    Aus der Jury-Begründung

    Ingeborg Arlt verlas die Laudatio:

    38 Einsendungen habe die Jury gesichtet, sich an Wortspielen und Mehrdeutigkeiten erfreut, Rhythmen und Reimtechniken geschätzt. »Aber Kunstfertigkeit allein geht einem nicht nah; wenn sonst nichts überspringt, ist man beim Lesen beschäftigt, nicht berührt.« Ganz anderes bei Kathrin Schmidt. Deren Kunstfertigkeit springe sofort ins Auge, mache das Lesen erst zur Herausforderung, dann zum Vergnügen. Wer Kathrin Schmidt zu schnell lese, dem entginge viel. Wer sich hingegen herausfordern lasse, langsam zu lesen, der könne sich an vielfältigen Assoziationen erfreuen. Eine Wortschöpfung wie »Blechschlafmusik« – so der Titel eines Gedichts – lasse beispielsweise eine »seelische Karambolage mit Blechschaden und Blaulicht anklingen«, lobte Arlt.

    »So schreiben zu können, ist eine große Kunst.« Das Artistische sei das eine, das andere, mindestens genauso Wichtige: Die Gedichte von Schmidt ermöglichten einen Blickwechsel, eine »Begegnung von Personenmitte zu Personenmitte«, wie Arlt Erich Fromm zitierte. In den Gedichten würden existenzielle Fragestellungen verknüpft, die auch Fragen nach der eigenen Existenz aufwerfen.

    »Sie schildert uns Verhalten so, dass sie damit auch Verhältnisse zeigt.« Es gebe auch direkte politische Aussagen, doch nirgends verselbstständige sich ein auf die Gesellschaft zielendes Anliegen dadurch in die Nähe von Propaganda oder Predigt. Bestes Beispiel dafür sei das letzte Gedicht des Bandes »Amazonian amazon«, das uns sowohl mit der Weltwirtschaft konfrontiert als auch mit einem schrägen Blick auf den eigenen Haushalt.