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    2018: Literatur und Politik

    08.06.2018 – 10.06.201814109 Berlin, Koblanckstraße 10, bbz

    2018: Literatur und Politik

    Tagung
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    »Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.«
    Rosa Luxemburg, Revolutionen und Rebellionen im 20. Jahrhundert

    Tagung
    8.-10. Juni 2018
    ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum »Clara Sahlberg« Berlin

    Das Thema

    Revolutionen in Deutschland sind selten. Doch einige haben sich in das Gedächtnis eingeprägt und zeigen Wirkung. »Den Aufruhr in die Köpfe tragen wie kaltes Feuer, heißes Eis ... « war seit den Bauernkriegen, auf die sich Degenhardts Lied bezieht, ein schwieriges Unterfangen.

    Die Revolution von 1918 wirkt bis heute. Eine grundlegende Änderung der Eigentumsverhältnisse und die tatsächliche Entmachtung der herrschenden Klassen wie in der russischen Revolution von 1917 gelang allerdings nicht. Der Aufstand der Roten Matrosen in Kiel und die Kämpfe in Berlin hatten zwar zur Absetzung des Kaisers beigetragen, aber der durch konterrevolutionäre Truppen zerschlagene Spartakusaufstand und die blutige Niederschlagung der Münchener Räterepublik beendeten die Revolution. »Der Kaiser ging, die Generäle blieben« heißt das Buch von Theodor Plievier, das 1933 auf dem Bücher-Scheiterhaufen der Nazis landete.

    Andernorts waren revolutionäre Veränderungen nachhaltiger. Wir betrachten Revolutionen in Europa und auf anderen Kontinenten, ihren Niederschlag in der Literatur und die Rolle von Dichtern und Schriftstellern wie Mühsam, Toller, Landauer als aktive Revolutionäre. Auch Walter Rathenau und Matthias Erzberger haben sich, damals noch sehr unterschiedlich auf die Revolution bezogen. Hervorzuheben ist die Darstellung der Novemberrevolution durch Alfred Döblin, den meisten bekannt durch sein Buch »Berlin Alexanderplatz«. Am Beispiel der sandinistischen Revolution in den Werken von Giaconda Belli und Ernesto Cardenal schauen wir nach Lateinamerika.

    Eine Revolution anderer Art war die »68er Bewegung«. Sartre und das Beispiel Frankreich sind zu nennen. Frankreichs Arbeiter verlangten eine Regierung des Volkes. Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter waren im Warnstreik und besetzten Fabriken. Ein Vortrag über die Veränderungen in Polen durch Solidarnosc richtet den Blick auf den Osten Europas. Die USA erlebten die Bürgerrechts- und die Hippie-Bewegung. 1968 hat bis heute beträchtlichen Einfluss auf die Gesellschaften. Im »Zeit-Dossier« werden genannt: »Das Ende der Straffreiheit von Vergewaltigung in der Ehe, das Ende des Paragrafen 175 ..., Abschaffung der Prügelstrafe in Schulen und Elternhäusern, politische Mitbestimmung in den Betrieben, die Frauenbewegung, das Recht auf Abtreibung ... «.

    1968 und in den Folgejahren haben auch Lehrlinge den »Aufstand geprobt« und versucht, das undemokratische Feld des Betriebes zu verändern. Das wird ebenso Thema sein wie die Veränderungen des Betriebsrätegesetzes seit der Weimarer Zeit. Gemeinsam wollen wir auch heutige Ansätze von Veränderung diskutieren.

    Tagungsablauf am Freitag, 8. Juni 2018

    Bis 12.30 Uhr Anreise, anschließend Mittagessen

    14.00 Uhr Einstieg
    Michael Walter, ver.di Bildungs-·und Begegnungszentrum

    14.15 Uhr Begrüßung
    Ute Kittel, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands und Leiterin der Bundesfachbereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Besondere Dienstleistungen

    14.45 Uhr Vortrag
    Der Platz der Revolution 1918/1919 in der deutschen Geschichte
    Prof Dr. Gerhard Engel, Historiker, Klausdorf, Gemeinde Am Meilensee

    16.45 Uhr Vortrag
    »Sie hatten es sich anders vorgestellt« – Döblins Revolutionsroman 1918
    Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Publizist, Köln

    19:45 Uhr Veranstaltung
    »Auf, Ihr Völker dieser Erde!« – Eine literarisch-musikalische·Reflexion
    Anna Haentjens, Gesang/Rezitation | Ulrich Stolpmann, Klavier

    Tagungsablauf am Sonnabend, 9. Juni 2018

    9.00 Uhr Referat und Diskussion
    Expressionismus als Revolution
    Prof Dr. Jost Hermand, Universitäten Madison/Wisconsin und Berlin

    11.00 Uhr Workshops 1 bis4

    • 1:
      »Eine Revolution, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen.« –
      Kurt Eisner und andere Intellektuelle in der Novemberrevolution

      Heidi Beutin, freie Wissenschaftspublizistin, Stormarn
    • 2:
      Links ist das Herz, und träge fließt der Main –
      Revolution und konservatives Milieu, ein fruchtloses Paar?

      Jan Decker, Schriftsteller, Osnabrück
    • 3:
      Von der Novemberrevolution zur Weimarer Verfassung
      Hans-Ernst Böttcher, Präsident des Landgerichts i.R., Lübeck
    • 4:
      Bürgerliche Demokraten in der Novemberrevolution am Beispiel von Rathenau, Erzberger und anderen
      Dr. phil. habil. Wolfgang Beutin, Universität Bremen

    14.30 Uhr Workshops 5 bis 9

    • 5:
      Der Kronstädter Aufstand
      Dr. Alexander Bahar, Historiker und Publizist, Schelklingen
      Rätedemokratie oder Mitbestimmung – Arbeiterbewegung in der Novemberrevolution
      Dr. Wolfgang Uellenberg, Historiker, Köln
    • 6:
      »Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.«
      Simone de Beauvoir und »das andere Geschlecht« – Gleichberechtigung als langer Weg

      Gabriele Loges, Schriftstellerin und Lehrbeauftragte an der Universität Konstanz, Mitglied des Bundesvorstand des VS, Hettingen
      »Unsere Aufgabe ist es, die wirklichen Probleme der Arbeiter darzustellen« –
      Jean-Paul Sartre, der Intellektuelle und die Arbeiter

      Dr. Heiner Wittmann, Lehrbeauftragter an der Universität Stuttgart
    • 7:
      Die Österreichische Revolution 1918 in den Schriften von Karl Kraus und Robert Musil
      Dr. Johann Dvořák, Universitätsdozent, Wien
      »In unsern Händen liegt das neue Werden« Carl von Ossietzky und die Novemberrevolution
      Olaf Walther, Publizist, Hamburg
    • 8:
      »Die Frage der Vermittlung von Fern-Ziel und Nah-Ziel« (Rudi Dutschke) –
      Aus dem Briefwechsel zwischen Dutschke und Blochs

      Welf Schröter, Herausgeber der Schriften Karola Blochs, Mössingen-Talheim
      Verlorene Liebe – Giaconda Belli, Ernesto Cardenal & Sergio Ramirez
      über die nicaraguanische Revolution und deren verratene Ideale

      Claudia Wörmann-Adam, Mitglied des ver.di -Gewerkschaftsrats, Köln
    • 9:
      Die polnische Kultur der »Tauwetterperiode« 1956/57
      Prof. Dr. Grażyna Barbara Szewczyk, Katowice
      Solidaritätsstreik erkämpft freie Gewerkschaft – Der Aufbruch der Solidarnosc 1980
      Thomas Voss, gewerkschaftlicher Experte für Online-Handel, Erfurt

    Am Abend kulturelle Angebote und Gespräche

    Tagungsablauf am Sonntag, 10. Juni 2018

    9.00 Uhr Referate und Diskussionen

    »Brauch ich 'nen billigen Arbeitsmann, schaff ich mir einen Lehrling an!«
    Isabell Senff, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesjugendvorstandes von ver.di

    Von der Lehrlingsbewegung zu Widerstands- und Streikformen heute
    Luigi Wolf, Organizer im Gesundheitswesen, Berlin

    Das System ist der Fehler – Thesen zur Verwirklichung neosozialistischer Projekte
    Prof Dr. Klaus Dörre, Universität Jena

    Ausblick und Abschied
    Michael Walter, ver.di Bildungs-·und Begegnungszentrum

    13.00 Uhr Mittagessen, anschließend Abreise

      

    Faltblatt

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: bbz


    Termin | Ort

    8. Juni 2018, (14:00 Uhr)
    bis 10. Juni 2018 (13:30 Uhr)

    ver.di Bildungs- und
    Begegnungszentrum CIara Sahlberg,
    14109 Berlin, Koblanckstraße 10,
    Tel.: 030/806713-0, Fax: -560

    Anmeldung

    Bitte per e-Mail an biz.berlin@verdi.de
    unter Angabe, an
    welchen Workshops eine Teilnahme erwünscht ist.
    oder online auf der Internetseite www.bbz.verdi.de

    Kosten

    80 Euro / 63 Euro
    (mit/ohne Übernachtung) inkl. MwSt.
    Sozialrabatt von 25 Prozent auf Anfrage
    Teilnehmende, die nicht Mitglied der ver.di sind, zahlen einen Zuschlag von 100 Euro.
    ver.di übernimmt die Reisekosten ihrer Mitglieder gemäß der gültigen Reisekostenregelung (0,20 Euro pro Straßen-Entfernungskilometer der einfachen Wegstrecke, max. 135 Euro)

    Eine Veranstaltung

    • der Gewerkschaft ver.di
      Bildungs- und Begegnungszentrum Clara SahIberg,
      GewerkschaftsPolitische Bildung (GPB) gGmbH,
      Bundesfachbereich Medien, Kunst und Industrie,
      Landesbezirk Nord,
    • des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), Bundesvorstand,
    • des Talheimer Verlags und
    • von CLARA e.V.

    in Kooperation mit dem Germanistischen Institut an der Schlesischen Universität Katowice

     

    Das Faltblatt mit allen Informationen und
    das Anmeldeformular
    können als pdf-Datei hier geladen werden.