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    2019: Literatur und Politik

    31.05.2019 – 02.06.201914109 Berlin, Koblanckstraße 10, bbz

    2019: Literatur und Politik

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    »Widerstand ist nichts als Hoffnung«

    Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, kamen die Nazifaschisten an die Macht. Die Aushöhlung des Parlamentarismus und den Kampf gegen die Demokratie hatten sie allerdings schon vorher betrieben. Massiv seit 1930 im Parlament aber auch auf der Straße.

    Der Kampf der Arbeiterbewegung gegen »Rechts« ging mit dem Verbot der KPD (Februar '33), der Zerschlagung der Gewerkschaften (2. Mai '33) und dem Verbot der SPD (Juni '33) danach illegal weiter. Diese Zeit des Widerstands ist das einleitende Hauptthema der Tagung.

    Auch nach dem Ende des Nazifaschismus war Widerstand gegen Entwicklungen, die zur Gefährdung der neuen Demokratie und gegen den Frieden führten, notwendig. »Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg« war die Parole. Stichworte dieses Widerstandes sind der Kampf gegen die Wiederbewaffnung, gegen die atomare Bewaffnung und gegen die Notstandsgesetze. Die Gewerkschaften waren an all diesen Widerstandsbewegungen führend beteiligt.

    Historisch-politische Vorträge aber auch literarische Beispiele für Widerstand, in europäischer Dimension, sind Themen der Tagung.
    René Char, ein französischer Dichter, mit seiner Aussage »Widerstand ist nichts als Hoffnung«, hat in der Resistance in Frankreich gegen die Nazis gekämpft.
    Jorge Semprún, ein französisch-spanischer Widerstandskämpfer hat über den Widerstand in Buchenwald und gegen Franco geschrieben.
    Der Widerstand der Juden u.a. in Polen, sowie der Widerstand heute in der Türkei sind weitere Themen.

    Wie wichtig Streik als Widerstandswaffe ist, war Hitler bei seiner Machtergreifung bewusst. In der Kabinettssitzung vom 30. Januar 1933 stellte er fest, dass allein ein Generalstreik seine Machtübernahme verhindern könnte. Neben dem Bergarbeiterstreik 1984/85 in Großbritannien wird Streik als Widerstand deshalb auch Thema sein.

    Gudrun Hentges, Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Köln, wird über den Widerstand gegen Rechtspopulismus in Europa sprechen. Offensichtlich ist, dass hier von der AFD nicht zu schweigen ist. Nur ein konsequenter Kampf gegen die äußerste Rechte, der zivilgesellschaftliche Aktivitäten und außerparlamentarische Initiativen einschließt, kann eine Normalisierung der nationalistischen, rechtpopulistischen und rückwärtsgewandten AfD-Politik verhindern.

    TAGUNGSABLAUF

    Freitag 31. Mai 2019

    13.30 Uhr: Vorträge

    • Begrüßung
      durch Michael Walter, Leiter des BBZ »Clara Sahlberg«
    • Dem Gegner niemals die Zukunft überlassen (Wilhelm Leuschner) –
      Widerstand und widerständiges Handeln von Gewerkschaften

      Frank Werneke, Stellvertretender Vorsitzender ver.di
    • Widerstand und Recht – eine schwierige Beziehung
      Hans-Ernst Böttcher, Präsident des Landgerichts i.R., Lübeck
    • »Doch. Dennoch. Trotzalledem.« –
      Die Relevanz der 'Ästhetik des Widerstands' von Peter Weiss für die heutige Situation

      Prof. Dr. Jost Hermand, Universitäten Wisconsin und Berlin

    Am Abend: WunderBar

    • Trotz alledem – Texte und Lieder zu Widerstand und Hoffnung
      Anna Haentjens (Gesang/Rezitation) und Ulrich Stolpmann (Klavier)

    Samstag, 1 Juni 2019

    9.00 – 10.30 Uhr: Vortrag

    • Die rettende Insel suchen, um sie zu versenken.... – Schreiben und Widerstehen in der DDR
      Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen

    11.00 – 12.30 Uhr: parallele Vorträge und Diskussion

    • »… es war die Würde, die vor den Mündungen eurer Gewehre lag.« –
      Das Thema Widerstand in den Romanen von Jorge Semprún

      Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Publizist
    • Der Bergarbeiterstreik 1984/85 in Großbritannien im Roman »GB 4« von David Peace
      Dr. Paula Keller, Literaturwissenschaftlerin
    • Widerstand gegen § 218
      Dr. Irene Franken, Historikerin
    • Widerstand gegen Umweltzerstörung
      Lorenz Gösta Beutin, MdB

    14.30 – 16:00 Uhr und 16.30 – 18:00 Uhr: Vorträge und Diskussion

    • »...die Ausübung und das Erleiden des Terrors verweigern« (Camus) –
      Die Intellektuellen und der Widerstand im Algerienkrieg

      Dr. Heiner Wittmann, Romanist
    • »Der Widerstand eines Humanismus, der sich seiner Pflichten bewusst ist.« –
      René Char – Poet im Maquis

      Claudia Wörmann-Adam, ehem. Vorsitzende Bundesfachbereich 13 der ver.di
    • »Widerstand durch die Mauer« –
      Der deutsch-deutsche Dialog zwischen Jürgen Teller und Ernst sowie Karola Bloch

      Welf Schröter, Herausgeber der Schriften Karola Blochs
    • »Die Nazis hatten es nicht geschafft, mich zu töten« – Widerständiges Gedenken
      an 100 Jahre Löwenstein’sche Pausa, 100 Jahre Bauhaus und den Mössinger Generalstreik

      Irene Scherer, Vorsitzende des Löwenstein-Forschungsvereins e.V.
    • »Widerständiges Schreiben in einer barbarischen Gesellschaft:
      Die junge Ingeborg Bachmann in Österreich nach 1945«

      Dr. Johann Dvořa̒k, Universitätsdozent
    • »Wir aber wollen Male richten, euch zum Gedächtnis« – Ricarda Huch – eine deutsche Schriftstellerin zwischen dem Austritt aus der Akademie der Künste, 1934 bis zum Schriftstellerkongress 1947
      Gabriele Loges, Schriftstellerin
    • Mit Wort, Schrift und Gewalt: Jüdischer Widerstand gegen den Holocaust –
      Wie Juden sich 1933 bis 1945 der Vernichtung durch die Nazis entgegenstellten

      Thomas Voss, Publizist
    • Widerstandskämpferinnen in der polnischen Kultur und Literatur – Portraits aus der Zeit von 1939
      Prof. Dr.Graz̀yna Barbara Szewczyk, Universität Katowice
    • Sozialrevolutionärer Nationalismus zwischen Konservativer Revolution und Sozialismus:
      Harro Schulze-Boysen und der »Gegner«-Kreis

      Dr. Alexander Bahar, Historiker und Publizist
    • Antifaschistischer Widerstand im Alltag
      Heidi Beutin, freie Wissenschaftspublizistin
    • Widerstand und Literatur
      Dr. phil. habil. Wolfgang Beutin

    19.30 – 21.00 Uhr: Lesung und Diskussion

    • »Widerstand in der Türkei«
      Dogan Akhanli, Schriftsteller

    Sonntag, 2. Juni 2019

    9:00 – 12:30 Uhr: Referat und Diskussion

    • Widerstand im Betrieb
      Stephan Somberg, Bezirkssekretär ver.di Köln-Bonn-Leverkusen
    • Rechtspopulismus in Europa
      Prof. Dr. Gudrun Hentges, Universität Köln

    12:30 Uhr

    • Ausblick und Abschied
      Michael Walter, Leiter des BBZ »Clara Sahlberg«

      

    Das Faltblatt

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: em offermann
    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: em offermann


    Wann | Wo
         31. Mai bis 2. Juni 2019
         ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum
         Clara Sahlberg
         14109 Berlin, Koblanckstraße 10

    Anmeldungen und Fragen
    per Mail an literaturtagung.biz.berlin@verdi.de
    Postalisch bitte das Stichwort »Literaturtagung« angeben.
    Weitere Informationen und das Anmeldeformular sind auf www.bbz.verdi.de zu finden.

    Kosten
    Wir erheben dieses Jahr einen Kostenbeitrag von 95 Euro für ver.di-Mitglieder. Darin enthalten sind zwei Übernachtungen im Einzelzimmer (auf Anfrage auch im Doppelzimmer), Verpflegung, alle Veranstaltungen sowie alle Diskussionen und die gute Luft am Wannsee.
    Reisekosten werden nach GPB Richtlinie (Bahn 2. Klasse, max. 130 Euro) erstattet.
    Ohne Übernachtung beträgt der Beitrag 65 Euro.
    Wer noch nicht ver.di-Mitglied ist, zahlt 130 Euro und erhält keine Reisekostenerstattung.
    Eine Reduzierung (Sozialrabatt) kann beantragt werden.

    EINE VERANSTALTUNG
    der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, des ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg, der GewerkschaftsPolitischeBildung GPB gemeinnützige GmbH, des ver.di Landesbezirk Nord, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, des Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS und des Talheimer Verlags, der Hans-Mayer-Gesellschaft und von CLARA e.V.
    IN KOOPERATION
    mit dem Germanistischen Institut an der Schlesischen Universität Katowice

    Das Faltblatt
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