Veranstaltungen

    Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis 2018

    24.11.2018, 20:0060318 Frankfurt/Main, Spohrstr. 46A, Denkbar

    Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis 2018

    Termin teilen per:
    iCal
    VS Fachgruppe Literatur der ver.di privat Renate Chotjewitz-Häfner

    Die Arbeitsgruppe »Skyline«
    wurde 2011 in Frankfurt/ Main gegründet, um eine Veranstaltungsreihe in Erinnerung an Renate Chotjewitz-Häfner zu konzipieren. Seither wurde jedes Jahr mit einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Titel »Zwischen Fluss und Skyline« an ihr Leben und Wirken gedacht und ein Förderpreis vergeben, mit anschließender Lesung der Preisträgerin:

    Preisträgerinnen waren

    • 2011 Anna Rheinsberg
    • 2012 Ulrike A. Kucera
    • 2013 Nadja Einzmann
    • 2014 Uschi Flacke
    • 2015 Doris Lerche  
    • 2016 (keine Preisverleihung)
    • 2017 Ingrid Mylo
    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Hessen privat Annegret Held


    Den Förderpreis 2018 in Höhe von 1.000 Euro erhält die Schriftstellerin Annegret Held.


    Preisverleihung 2018:

        24. November 2018 um 20.00 Uhr
         in der »Denkbar«
        60318 Frankfurt/Main, Spohrstr. 46A

    Organisation und Moderation
         Irmgard Maria Ostermann

    Laudator
          Martin Lüdke

    Annegret Held – Preisträgerin 2018

    Annegret Held, geboren 1962 in Pottum im Westerwald, machte ab 1982 eine Ausbildung zur Polizistin und arbeitete anschließend drei Jahre lang in Darmstadt und Frankfurt am Main als Polizeihauptwachtmeisterin im Streifendienst. Ab 1987 studierte sie Ethnologie und Kunstgeschichte in Heidelberg, verdiente danach u.a. ihren Lebensunterhalt als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei, als Hilfskraft im Pflegebereich und als Luftsicherheitsassistentin im Bereich der Fluggastkontrolle. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main.

    Einige ihrer Romane, die sowohl städtische wie auch ländlich-provinzielle Gegenwart schildern, wurden vom ZDF verfilmt (Das Zimmermädchen und Die letzten Dinge). Das Buch Meine Nachtgestalten war die Vorlage für den Film Die Polizistin, der 2001 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. In Am Aschermittwoch ist alles vorbei von 1997 wird das karnevalistische Treiben in einem katholisch geprägten Westerwald-Dorf geschildert, in Die Baumfresserin die Fabrik des Kistenfranz mit all seinen Kistenweibern in selbigem Dorf. Mit dem Buch Apollonia beginnt eine Reihe historischer Romane, die sich mit dem fiktiven Ort Scholmerbach beschäftigt.

    Sie erhielt zahlreiche Preise, u.a. den der Berliner Akademie in der Sparte Literatur, den, Koblenzer Literaturpreis, den Glaserförderpreis in Mainz und den Martha Saalfeld-Preis, Stipendien: Schloss Wiepersdorf, Künstlerhaus Ahrendshoop, Arno-Schmidt-Stiftung und ein Stipendium im Ledighouse New York. Sie ist Mitglied der Schriftstellervereinigung P.E.N.


    Die Veranstaltung der Skyline AG findet in Kooperation mit dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Landesverband Hessen statt, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt

    Renate Chotjewitz-Häfner

    Stifterin des Förderpreises

    Die Frankfurter Autorin und Literaturaktivistin Renate Chotjewitz-Häfner (1. Mai 1937 – 24. November 2008) studierte Malerei, Kunstgeschichte, Theatergeschichte und Publizistik, engagierte sich in der Frauenbewegung und in Kulturinitiativen, ganz besonders im Verband deutscher Schriftsteller (VS), dessen hessische Landesvorsitzende sie von 1988 bis 1991 war. Sie arbeitete auch als Herausgeberin und literarische Übersetzerin u.a. der Theaterstücke des Nobelpreisträgers Dario Fo und seiner Frau Franca Rame. Zu ihren Veröffentlichungen zählen außerdem Essays, Geschichten und Gedichte in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen, dazu Features für den Rundfunk.

    In ihren Studien beschäftigte sie sich mit dem Landjudentum in Hessen, mit Lokalgeschichte, der Frauenfrage und literarischer Spurensuche. So gab sie 1999 den Stadtplan »Literarisches Frankfurt« heraus, der Wohn- und Wirkungsstätten bedeutender Dichter, Philosophen und Verleger verzeichnet, und 2006 den Foto- und Textband »Hessische Literatur im Porträt«, der neben den Texten Hessischer Autorinnen und Autoren vor allem 52 künstlerische Porträts der Fotografin Ramune Pigagaite enthält.

    In Frankfurt war sie Mitbegründerin und Ideengeberin für etliche literarische Projekte. So gründete sie 1990 das Frankfurter Literaturtelefon und gehörte 1996 zu den Gründungsmitgliedern der Literaturgesellschaft Hessen e.V., auch an den Gründungen der Romanfabrik und des Frankfurter Literaturbüros (heute Hessisches Literaturforum) war sie beteiligt.

    Renate Chotjewitz-Häfner hat testamentarisch einen Geldbetrag für die Förderung von Autorinnen zur Verfügung gestellt.

    Martin Lüdke

    Laudator

    Der 1943 in Apolda (Thüringen) geborene Literaturkritiker studierte Philosophie, Soziologie, Germanistik und Politik. Von 1976 bis 1978 war er Mitarbeiter am sozialwissenschaftlichen Institut des Bundes in München (SOWI), bis 1984 Professor für Neuere Deutsche Literatur an der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main. Später hatte er verschiedene Gastprofessuren in den USA (San Diego, Los Angeles, St. Louis, Gainesville, FL) inne; von 1985 bis 1990 war er Redakteur des Hessischen Rundfunks (Fernsehen/Kultur), von 1990 bis 2008 beim Südwestfunk, dem heutigen SWR. Seit Sommer 2003 ist er Courtesy Professor der University of Florida, Gainesville, FL, USA. Er schreibt u.a. für die Frankfurter Rundschau, DIE ZEIT, DER SPIEGEL und war Vorsitzender der Jury »Preis der Leipziger Buchmesse«. Er wurde mit dem Erik-Reger-Preis, dem Preis der Berliner Akademie der Künste und dem Glaser-Preis ausgezeichnet.