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    Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?

    Ein Projekt des VS und des Kulturwerks deutscher Schriftsteller e.V. zum Luther-Jubiläum 2017

    Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihren geistig-religiösen Lebensinhalt mit dem reformatorischen Geschehen und der daraus entstandenen weltweiten Wirkung. Dieses Ereignis ist von globaler Bedeutung, es betrifft die Kirchen genauso wie das Kultur- und Geistesleben der Zivilgesellschaft.

    Die Veranstaltungen des VS im Rückblick auf die Reformation sind keinesfalls nur auf die Ereignisse vor
    500 Jahren gerichtet, sondern reflektieren einzelne Segmente der globalen Wirkung dieses Ereignisses hinein in die Gegenwart mit den damit verbundenen Entwicklungen und Herausforderungen. Der VS will vor allem die Wirkungen und Errungenschaften der Reformation in Kunst, Kultur, Kultureller Bildung, Gesellschaft und Politik aufzeigen.

    Luthers Botschaft von der Freiheit eines Christenmenschen, von der Bildung, die für alle gilt, von persönlicher Verantwortung, die gesamtgesellschaftlich umgesetzt werden muss, ging in alle Welt und soll in konkreten Veranstaltungsangeboten reflektiert und auf gegenwärtige Umsetzung hinterfragt werden.

    Dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS und dem Kulturwerk deutscher Schriftsteller e. V. ist folgende Themenstellung in diesem Projekt aus zivilgesellschaftlicher Sicht wichtig:

    Wie kann es uns gelingen, den Impuls Luthers und der Reformation in unserer heutigen Welt Ausdruck zu verleihen? Dies betrifft Kulturelle Vielfalt und Bildung, Recht, verantwortungsbewusste Ökonomie und die Medien im Digitalen Wandel, denn die Reformation von 1517 ist untrennbar verknüpft mit einer Medienrevolution. Die neuen technischen Möglichkeiten des Buchdrucks hatten tiefgreifende Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur der damaligen Zeit. Jede und jeder konnte nun selber die Bibel und andere Schriften lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Idee von der »Freiheit eines Christenmenschen« bedeutete die Befreiung des Individuums. Sie rüttelte an den Fundamenten der gesellschaftlichen Ordnung und war Auslöser unvorhersehbarer Entwicklungen und auch Konflikte.

    Mit der Digitalisierung erleben wir heute erneut eine Medienrevolution, die nicht allein als technologische Innovation und Erweiterung unserer Möglichkeiten zu verstehen ist, sondern ebenso als Auslöser und Motor grundlegender Umwälzungen in Kultur und Gesellschaft, in Bildern und Sprache, in unserer Haltung zur Welt.

    • Können wir diese Entwicklung gestalten?
    • Und wenn ja, wie?

    Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?

    Diese Debatte ist eine gesamtgesellschaftliche und geht auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller an; schließlich stehen Werte wie Privatheit, Autonomie und Demokratie auf dem Spiel. Brauchen wir neue Thesen zur Freiheit des Individuums?
    Die Idee von der »Freiheit eines Christenmenschen« bedeutete die Befreiung des Individuums. Sie rüttelte an den Fundamenten der gesellschaftlichen Ordnung und war Auslöser unvorhersehbarer Entwicklungen und auch Konflikte.
    Die Bedeutung der Sprache und des Erlernens von Sprachen als Tür zu wesentlichen Schätzen menschlichen Geistes- und Kulturgutes ist einer der Impulse aus der Reformationszeit, die die Geschichte danach geprägt haben.
    Viele Probleme stehen im Raum. Zu ihnen gehören gesamtgesellschaftliche Fragen, denen sich der VS im Projekt stellen will:

    • War es Luther, theologischer Urheber der Reformation, der eine Medienrevolution anstieß, die eine neue Wort- und Bildsprache hervorbrachte?
    • Wie können wir Globalisierung lernen, wenn es die Wahrheit nur im Plural gibt?
    • Wie willkommen ist ein Fremder in unserem Land?

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