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    Ein politisch explosives und kreatives Schriftstellerleben

    Ein politisch explosives und kreatives Schriftstellerleben

    05.01.2022

    Der VS gratuliert
    Hellmut G. Haasis zum 80. Geburtstag am 7. Januar 2022

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Baden-Württemberg privat Hellmut G. Haasis

    Hellmut Gottfried Haasis wurde am 7. Januar 1942 in Mühlacker geboren und lebt in Reutlingen. Er studierte evangelische Theologie, Geschichte und Politik. Vielen ist er bekannt aus Autor der Biografie des Hitler-Attentäters Georg Fischer, erschienen 1999 bei Rowohlt unter dem Titel Den Hitler jag' ich in die Luft, mit der er dem Widerstandskämpfer den ihm zustehenden Platz in der offiziellen deutschen Gedenkkultur verschaffte.

    Als Publizist aus dem antiautoritären Spektrum der politischen Linken kommend, widmete sich Haasis als Verleger, Historiker und Schriftsteller in zahlreichen Werken der Geschichte der herrschaftskritischen und demokratischen Basisbewegungen von der Antike bis heute. Sein Buch dazu heißt Spuren der Besiegen, in drei Bänden 1984 bei Rowohlt veröffentlicht.
    Er engagierte sich aber auch immer wieder selbst in sozialen Bewegungen. In den siebziger Jahren war Haasis Vorsitzender der Reutlinger Gewerkschaftsjugend, ab den achtziger Jahren, nach seinem Engagement in der Friedensbewegung gegen die Nachrüstung trat und tritt kabarettistisch als »Kommandör des Karl-Valentin-Ährenbadaillons«, als »Landesvorsitzender der Bürgerinitiative Rätthet di alhte Rächtschreipungk« oder als »schriftführer der antiimperialistischen basisgruppe nieder mit den großbuchstaben« auf.
    Zwischen 1984 und 1989 saß er als Nachrücker für die Grünen und Unabhängigen im Reutlinger Gemeinderat. Bei Studienreisen setzte er sich, etwa in Turin während des Fiat-Streiks, mit Arbeiterbewegungen auseinander, um nur einige Details eines hochpolitischen und engagierten Schriftstellerlebens zu zu nennen. Außerdem trat Hellmut Haasis als Märchenclown für Kinder auf und hält als Mundartdichter den schwäbischen Dialekt lebendig.

    1999 wurde Haasis mit dem Thaddäus-Troll-Preis für den Mundartroman Em Chrischdian sei Leich ausgezeichnet, 1995 bekam er den Civis-Medienpreis der ARD für sein Hörspiel Jud Süß, 1999 erhielt er den Schubart-Preis der Stadt Aalen für die Biographie Joseph Süß Oppenheimers und 2013 bekam er den Ludwig-Uhland-Preis.

    Hier eine kleine Auswahl von Hellmut G. Haasis literarischem Schaffen:

    • Jetz isch fai gnuag Hai honna. Schwäbische Gedichte. Schwäbische Verlagsgesellschaft, Tübingen 1978.
    • Spuren der Besiegten. 3 Bände, Rowohlt, Reinbek 1984.
    • Morgenröte der Republik: Die linksrheinischen deutschen Demokraten 1789–1849. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1984.
    • Em Chrischdian sei Leich – ein Vorstadtroman in schwäbischer Sprache. Freiheitsbaum-Verlag, 1989.
    • Joseph Süß Oppenheimers Rache. Erzählung, Biographischer Essay, Dokumente aus der Haft und dem Prozeß. Mit Illustrationen von Jona Mach (Jerusalem) und historischen Stichen. Gollenstein, Blieskastel 1994.
    • Edelweisspiraten – Erzählungen über eine wilde Jugendbewegung gegen die Nazis. Trotzdem Verlag, Grafenau/Württemberg 1996.
    • Joseph Süß Oppenheimer genannt Jud Süß. Finanzier, Freidenker, Justizopfer. Rowohlt, Reinbek 1998.
    • Den Hitler jag' ich in die Luft. Der Attentäter Georg Elser, eine Biografie. Rowohlt, Berlin 1999.
      2. »vollständig vom Autor überarbeitete Ausgabe«: Edition Nautilus, Hamburg 2009.
    • Tod in Prag. Das Attentat auf Reinhard Heydrich. Rowohlt, Reinbek 2002.
    • vom aufmüpfigen Geist der Schwaben. literarische performance. Klemm & Oelschläger, Ulm 2002.
    • Märchenclown Druiknui. Fotos von Flora Haasis, Zeichnungen von Uli Trostowitsch. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2005.
    • Georg Elser schwäbisch bei der Gestapo. Ein Stück mit 20 Szenen. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2007.
    • Heisel Rein, der Gscheite Narr. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2008.
    • Volksbuch der verspotteten Päpste. Ein befreiendes Lachbuch. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2011.
    • Georg Elser: Ein schwäbischer Kriegsgegner. Eine Einführung. Mit Grafiken von Uli Trostowitsch. Klemm & Oelschläger, Münster/Ulm 2012.
    • Totengedenkbuch für Joseph Süß Oppenheimer. Kultur- und Veranstaltungs GmbH, Worms 2012 (mit dem hebräischen Gedenkblatt von Salomon Schächter).

    Wir vom Bundesvorstand des VS wünschen unserem Mitglied in Baden-Württemberg Gesundheit und große Schaffenskraft.

    Pressekontakt

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    Lisa Basten  • +49.30.6956-2327 • info@schriftstellerverband.org

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    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Baden-Württemberg
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