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    Rechtsterrorismus auf deutschem Boden

    Rechtsterrorismus auf deutschem Boden

    10.10.2019

    Mit Entsetzen und Abscheu reagiert der Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf die menschenverachtende Tat in Halle. Der Vorstand spricht den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.

    Die Schüsse in Halle zeigen einmal mehr, wie die Saat, die die AfD und ihre geistig nahen Verbände und Vereine sähen, aufgeht. »Wer die Sprache entmenschlicht, kalkuliert solche Taten ein«, kommentiert Lena Falkenhagen, die Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di.

    Die Gefühlslosigkeit, mit der der Täter in Halle seine Tat dokumentierte, zeigt einmal mehr, wie die Grenze zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit in unserer Gesellschaft von rechtsextremen und faschistoiden Kräften verschoben wurde. Andersgläubige, Andersdenkende, Menschen anderer Kultur werden aus der Gemeinschaft ausgegrenzt und herabgewürdigt und zu Zielscheiben verbaler und körperlicher Aggression deklariert.

    »Der Mörder in Halle war kein Einzeltäter: die geistige Munition haben andere geliefert. Menschen, die in Parteien den öffentlichen Dialog systematisch ins Rechtsextreme verschieben, indem sie von Überfremdung und Flüchtlingsströmen sprechen und dumpfen Nationalismus predigen«, so Lena Falkenhagen.

    »Unser Mitgefühl gilt den Opfern und unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Wir können ihren Schmerz und die Angst, die diese Tat auslösen muss, nicht ermessen.«

    Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di fordert die Bundesregierung auf, endlich Konsequenzen zu ziehen und Maßnahmen gegen Hetze, Hate-Speech und Herabwürdigung in der Öffentlichkeit zu ergreifen. Sie müssen geahndet werden, denn sie sind der Nährboden für Taten wie die in Halle.

    Wir müssen aufhören, vom Einzeltäter zu sprechen und die Tat zu verharmlosen: es gibt Rechtsterrorismus in Deutschland. Die Schuldigen sitzen leider inzwischen unter uns, auch in den Parlamenten.

    Pressekontakt

      Für Rückfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
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    Die VS-Pressemeldung ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: VS

    ... vom 10. Oktober 2019
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