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    Ein Leben reich an Erkenntnissen

    Ein Leben reich an Erkenntnissen

    07.08.2019

    Hans Müncheberg wird 90 Jahre alt

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Berlin literaturport Hans Müncheberg

    Oft waren die Umstände gegen ihn. Hans Müncheberg erfuhr viel Leid in seinem Leben. Bei einem Unfall, er war neun Jahre alt, verlor er sein Gedächtnis und trug schwere Folgen davon; 1945 wurde er in den letzten Kriegstagen schwer verwundet. Er machte die schwierigen Zeiten deutscher Geschichte durch und entkam dabei nur knapp dem Tod: die NS-Zeit, später der kalte Krieg sowie das autoritäre System der DDR.

    Geboren wurde Hans Müncheberg am 9. August 1929 in Templin. Sein Abitur absolvierte er 1948. Nach einem Jahr des Arbeitseinsatzes im Formstahl- und Walzwerk Riesa wurde er zur pädagogischen Fakultät zugelassen.

    Sein eigentlicher Beruf wurde die Dramaturgie und das Verfassen belletristischer Werke – unter seinem Wirken entstanden zahlreiche Fernsehfilme und Erzählungen. Viele seiner Filme basierten auf literarische Quellen, z.B. auf Erzählungen von Friedrich Wolf und Anna Seghers: »Die große Reise der Agathe Schweigert«, 1974, und »Das Schilfrohr«, 1977.
    Er schrieb Drehbücher für über 30 Filme und einige seiner Veröffentlichungen, so etwa »Der Tod von La Morgaine« (Erzählung, 1960), »Projekt Mercury« (Roman, 1963), »Gelobt sei, was hart macht« (Roman über seine Napola-Erlebnisse, 1991, überarbeitete Auflage 2002), »Blaues Wunder aus Adlershof« (Erinnerungen), 2000), »Vor Gericht, auf Reisen und sehr privat« (2007), »Außergewöhnliche Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit« (2010).

    Seit Jahren ist Hans Müncheberg ein ständiger Begleiter des VS, dem man immer mit Freude begegnet, und der viele Kapitel unserer Geschichte in Ost und West miterlebt hat. Da er sich für die Wahrung der Urheberrechte der Film- und Fernsehautorinnen und -autoren in der DDR engagiert hatte, wurde er nach dem Übertritt aus dem Schriftstellerverband der DDR (SV) in den VS, 1991 auf dem Schriftstellerkongress in Travemünde zum ostdeutschen Vertreter im EWC (European Writer‘s Congress) gewählt.

    1991 nutzte Hans Müncheberg die letzten Monate des Deutschen Fernsehfunks, um die seit 1986 blockierte fernsehgeschichtliche Arbeit fortzusetzen. Er verband dies mit dem Versuch, die beispiellose Abwicklung eines Fernsehsenders mit zwei Vollprogrammen zu dokumentieren. Seit 2000 leitet er in Schöneiche ein Archiv zur Frühgeschichte der Fernsehkunst in der DDR.

    1994 in den Bundesvorstand des VS gewählt, blieb das Bemühen um eine urheberrechtliche Gleichstellung der Medienautoren aus den neuen Bundesländern sein besonderes Anliegen.

    1998 bis 2000 folgte der Vorsitz des VS-Vorstands für das Land Berlin. Und gerade als Vorsitzende des Landesverbands Berlin nahm er an der Aktion gegen die Bombardierungen auf das ehemalige Jugoslawien »Schriftsteller gegen den Krieg« teil. Von 1994 bis 2011 war er mit kurzen Unterbrechungen Beisitzer im VS-Bundesvorstand.

    Dem Bundesvorstand des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist es folglich eine Ehre, nach so vielen gemeinsamen Erfahrungen an Hans Münchebergs rundem Geburtstag an ihn zu denken und ihn für seine Leistungen zu würdigen.

    Wir gratulieren ihm sehr herzlich
    und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

    Pressekontakt

      Für Rückfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
    Valentin Döring • +49.30.6956-2327 • info@schriftstellerverband.org

    Die VS-Pressemeldung ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: VS

    ... vom 7. August 2019
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