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    Politik muss Diversität des stationären Buchhandels sicherstellen

    Politik muss Diversität des stationären Buchhandels sicherstellen

    20.03.2019

    Der Bundesvorstand des Verbandes der Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS in ver.di) sieht im Insolvenzverfahren um den Buchgrossisten KNV den Anlass, den stationären Buchhandeln in Deutschland zu stärken.

    »Der kleine Buchladen an der Ecke, in der die Buchhändlerin ihre Kundinnen und Kunden kennt und berät, sichert die Vielfalt des Buchhandels und damit der Literatur. Der Handel mit dem Kulturgut Buch, darf nicht in den Händen einiger weniger großer Unternehmen liegen. Wir fordern von der Politik eine Art Rettungsschirm für den lokalen Buchhandel«, erklärt die Bundesvorsitzende des VS in ver.di Lena Falkenhagen.

    Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse guckt die Buchbranche mit Sorge auf die möglichen nächsten Schritte im Insolvenzverfahren um den Grossisten KNV. Ein möglicher Verkauf des Unternehmens würde den Strukturwandel der Branche hin zu wenigen großen Anbietern massiv beschleunigen.

    Bislang machen es KNV und zwei weitere Zwischenhändler in Deutschland möglich, dass auch »kleine Buchhandlungen an der Ecke« ein Buch zum nächsten Werktag bestellen können. Diese tragende Säule im deutschen Buchgeschäft hilft den Buchhändlerinnen und Buchhändlern im Wettbewerb gegen die Online-Konkurrenz.

    »Der Buchhandel muss in der Lage sein, die Kundinnen und Kunden so schnell wie möglich zu beliefern«, äußert sich Falkenhagen. »Wenn dieser Service mit KNV wegfällt, dann geht das ausschließlich zu Lasten der vielen stationären Buchhandlungen. Diese würden dadurch gegenüber der Konkurrenz aus dem Internet noch weiter ins Hintertreffen geraten. Langfristig wird das auch die Vielfalt der Literatur in Deutschland beeinflussen«.

    Der Vorstand des VS ruft die Politik auf, die Folgen eines möglichen Verkaufs von KNV an nationale wie internationale Konzerne kritisch unter die Lupe zu nehmen. »Das Buch ist nicht nur Handelsgut, bei dem allein der billigste Preis und die kürzeste Lieferzeit die Kaufentscheidung beeinflussen. Die diverse Buchbranche ist eine Ressource der deutschen Wirtschaft und unserer Kultur und muss von der Politik gestärkt werden«, so Falkenhagen weiter. Es sei nötig, zu einer konzertierten Aktion zu kommen. Die Einladung dazu müsse von der Staatsministerin für Kultur ausgehen.

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    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
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    ... vom 20. März 2019
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