Pressemitteilungen

    »Jedes Kind muss lesen lernen!«

    »Jedes Kind muss lesen lernen!«

    08.09.2018

    Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller
    und VdÜ – Die Literaturübersetzer unterstützen »Hamburger Erklärung«

    Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di und der VdÜ unterstützen die von der Schriftstellerin Kirsten Boie initiierten »Hamburger Erklärung: Jedes Kind muss lesen lernen!«, die sich an die Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Kultusministerkonferenz sowie die für Bildungspolitik zuständigen Akteure in den Bundesländern wendet.

    Ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland beherrscht die Kulturtechnik des Lesens nicht in dem Maße, dass der Text zugleich auch verstanden wird, so die IGLU-Studie 2016. Laut jüngster Level-One-Studie (leo.-Studie) der Universität Hamburg sind zudem 14,5 Prozent der Deutschen im erwerbsfähigen Alter funktionale Analphabeten.
    Ähnlich ernüchternd sind die Ergebnisse der PIAAC-Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die die Lesekompetenz ermittelt. 17,5 Prozent der Deutschen zwischen
    16 und 65 Jahren sind demnach, was das Lesen betrifft, auf dem Stand eines zehnjährigen Kindes.

    Der Verlust an Lesekultur und Lesetechnik verhindert, Anteil an Literatur, an Romanen, Erzählungen, Gedichten, Sachbüchern, Debattenwerken und seriösen Informationsmedien zu nehmen. Lesen und verstehen zu können ist ein wesentlicher Baustein, um sich Wissen anzueignen und Meinungen zu bilden, anstatt von Meinungsmachern abhängig zu sein. Verständiges Lesen ist nicht nur Voraussetzung für den Zugang zur eigenen Kultur und Geschichte, zur Arbeitswelt und zum Gesellschaftsleben, sondern auch für den Zugang zur kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wirklichkeit weltweit, was in unserer globalisierten Zeit unabdingbar ist. »Ohne Lesekompetenz lässt sich Zukunft nicht gestalten, weder national noch international«, so die 1. Vorsitzende des VdÜ, Patricia Klobusiczky.

    »Durch Lesen lernt ein Kind, sich ein Bild von der Welt zu machen, ganz für sich und unbehelligt vom Druck der sozialen Medien«, so die VS-Vorsitzende Eva Leipprand. „»Gerade angesichts der Beschleunigung der digitalen Welt ist das Lesen als privater Rückzugsraum von größter Bedeutung.«

    Ergänzend gibt Nina George, Urheberrechtsbeauftragte des VS, zu bedenken: »Öffentliche Bibliotheken als sogenannte dritte Orte sind eine unverzichtbare Basis zur gesellschaftlichen Integration der Kulturtechnik Lesen. Damit das Verleihen von Büchern und e-Books aber nicht noch mehr zu Lasten der Autorinnen und Autoren und ihrer Verlage geht, muss über eine höhere Förderung der Bibliotheken durch die öffentliche Hand gesprochen werden.«

    Erstunterzeichner der von der Schriftstellerin Kirsten Boie initiierten »Hamburger Erklärung« waren u. a. der ehemalige Erste Bürgermeister Hamburgs Klaus von Dohnanyi, die Moderatorin Bettina Tietjen sowie Ulrich Wickert und das PEN-Zentrum Deutschland. Die Erklärung umfasst bisher knapp 55.000 Unterschriften.

    Der VS bittet jene, denen die Lesekompetenz aller Kinder am Herzen liegt, die Hamburger Erklärung »Jedes Kind muss lesen lernen!« auch auf www.change.org zu unterzeichnen.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Hamburger Erklärung

     

     

    zur »Hamburger Erklärung
    hier mit unterzeichnen

     

      

    Lesekompetenz und Autorinnen-/Autorenlesungen an Schulen

    Ein Artikel in der Huffingtonpost von Arne Ulbricht:
         Lehrer: So könnt ihr Schüler für Bücher begeistern
         »Lesekompetenz ist und bleibt eine Kernkompetenz.«
    Siehe hier: [LINK]

    Pressekontakt

      Für Rückfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
    Valentin Döring • +49.30.6956-2327 • info@schriftstellerverband.org

    HIER MIT UNTERSCHREIBEN

    Die Medieninformation ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik:

    ... von VS und VdÜ vom 8. September 2018
    kann als pdf-Datei hier geladen werden: