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    Vom Schriftsetzer zum Lyriker

    Vom Schriftsetzer zum Lyriker

    09.11.2021

    Der VS gratuliert Andreas Reimann
    herzlich zum 75. Geburtstag am 11. November 2021

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Sachsen G. Praschl Andreas Reimann

    Andreas Reimann wurde am 11. November 1946 in Leipzig geboren. Nach der Flucht seines Vaters in den Westen und dem Tod seiner Mutter kam er 1954 in ein Kinderheim, wuchs aber dann ab 1956 bei seiner Großmutter in Leipzig auf. Nachdem er 1965 eine Schriftsetzerlehre absolviert hatte, begann er ein Studium am Institut für Literatur Johannes R. Becher in Leipzig, wurde aber schon nach einem Jahr exmatrikuliert, weil er die Kulturpolitik der SED ablehnte. Er wurde zum Wehrdienst in der NVA eingezogen und nach einem Suizidversuch entlassen.

    Nun arbeitete er als freier Schriftsteller und Verlagslektor. Im Sommer 1968 initiierte Andreas Reimann zusammen mit dem oppositionellen Autor Sigmar Faust die Stauseelesung von Leipzig, die im Zeichen des Prager Frühlings und des Kampfes um die Freiheit des Wortes stand. Am 1. Oktober 1968 wurde Reimann im Zusammenhang mit seinem Protest gegen die Zerschlagung des Prager Frühlings verhaftet und wegen staatsgefährdender Hetze zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung arbeitete er als Transport- und Hilfsarbeiter.

    Nur zwei Bände Lyrik konnte Andreas Reimann zu DDR-Zeiten in den siebziger Jahren veröffentlichen, und zwar Die Weisheit des Fleischs, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Halle 1976 und Das ganze halbe Leben, Gedichte, Halle 1979. Ab 1973 arbeitete er mit Liedermachern, der Rockgruppe Lift und verschiedenen Komponisten zusammen, er gehörte zu der Leipziger Liederszene. Reimanns publikatorische Existenz begann erst nach der Wende, dann aber fulminant mit zahlreichen Veröffentlichungen, darunter:

    • Sonnen im Holz, Gedichte, Burg Giebichenstein 1994,
    • Das Sonettarium, Gedichte mit Zeichnungen von Frank Ruddigkeit, Leipzig 1995,
    • Tatort Stadt, Gedichte mit Holzschnitten von Thomas M. Müller, Leipzig 1996,
    • Vom haltbaren Jonas, Lieder und Balladen mit Illustrationen des Autors, Leipzig 1999,
    • Beschreiben und Bezeichnen. Aus der Chronik einer Leipziger Künstlerfamilie, Leipzig 1999,
    • Die männlichen Zeitalter, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Tübingen 2001,
    • Der Olivenspiegel, Gedichte mit Illustrationen des Autors, Dresden 2003,
    • Zwischen den Untergängen – Gesammelte Gedichte, Leipzig 2004,
    • Will an deinen Leib mich fügen – Liebesgedichte, Leipzig 2005,
    • Der trojanische Pegasus, 150 ausgewählte Gedichte 1957-2006, Halle 2006,
    • Gräber und drüber, Gedichte, Leipzig 2010,
    • grüner winter, Gedichte. Edition Loschwitz, Dresden 2015,
    • Versammelte Chansons und Lieder (mit Jens-Uwe Günther), Weimar/Oschersleben 2016,
    • Das ganze halbe leben, Gedichte 1973–76; »Die ersten fünfzig Lieder aus der Sammlung Hubertus Schmidt«, 1971–76, Band 3 der Werkausgabe, Leipzig 2017,
    • Poesiealbum 336 Andreas Reimann, Gedichte, Wilhelmshorst 2017,
    • Das große Sonettarium, Sonette 1975-2019, Band 5 der Werkausgabe, Leipzig 2019.

    Andreas Reimann erhielt seit den neunziger Jahren für sein Schaffen auch zahllose Auszeichnungen: 1997 Förderpreis der Stadt Leipzig, 1999 Stipendium des Freistaates Sachsen, 1999 Ehrengabe der deutschen Schillerstiftung von 1859, 2000 Literaturstipendium der Stadt Leipzig, 2005 Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau (gleichzeitig mit Felicitas Hoppe), 2006 Stipendium des Deutschen Literaturfonds, 2007 Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis für ... und Rotwein rauscht an meiner Seele Süden, 2012 Rössing-Preis der Renate und Roger Rössing Stiftung für Bewohnbare Stadt, 2014 Lyrikstipendium Poet in Residence des Vereins Literarisches Dresden in Dresden-Loschwitz und 2018 Preis der Gesellschaft für zeitgenössischen Lyrik.

    Andreas Reimann ist Mitglied in das PEN-Zentrum Deutschland und des VS.

    Pressekontakt

      Für Rückfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
    Lisa Basten  • +49.30.6956-2327 • info@schriftstellerverband.org

    Die VS-Pressemeldung ...

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Sachsen
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    ... vom 9. November 2021
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