Zeitreise

    1969 – 1978

    1969 – 1978

    Themen und Schwerpunkte

    • 1969

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Quelle: AdsD Pressekarte  – 1969
      • 8. Juni: Gründungskongress »Ende der Bescheidenheit« im Kölner Gürze­nich – Gründung des VS e. V. für Schriftsteller, Übersetzer und Kritiker in der BRD und Westberlin, Auflösung der Bundesvereinigung von 13 Auto­renverbänden – Dieter Lattmann: »Der Poet auf dem Supermarkt«, Hein­rich Böll: »Ende der Bescheidenheit« – Organe: Vorstand, Delegiertenversammlung (jährlich), Schriftstellerkongress (Mitgliederversammlung, alle zwei Jahre) – Vorstand ist Gründungs- und Übergangsvorstand; Vorsitzen­der: Dieter Lattmann – Bundesgeschäftsstelle in München – »Zwölf-Punkte-Programm«: Sozialenquete zur Lage der Schriftsteller, berufseigene Alters­versorgung, Bibliotheksabgabe, Rechtsberatung, Rahmenverträge mit Ver­lagen und Sendern, Abschaffung der Umsatzsteuer für Autoren, Novellie­rung des Urheberrechtsgesetzes (Schulbuchparagraf), Kontakte zu Schrift­stellerverbänden in West und Ost u. a.

        VS-Publikation
        mit den Reden u.a. von Heinrich Böll und Dieter Lattmann auf dem Gründungskongresses
        am 8. Juni 1969 in Köln   |   Imprimatur-Vermerk von Dieter Lattmann
      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Archiv Damwerth Gründungskongress 1969  – VS-Broschüre
      Logo VdÜ - Bundessparte Übersetzer im VS, Fachgruppe Literatur der ver.di VdÜ

       

      • Als 1969 in Köln mit aktiver Beteiligung des VdÜ der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) gegründet wurde, erhielt der 1954 gegründete VdÜ – Verband literarischer Übersetzerinnen und Übersetzer – darin den Sonderstatus eines bundesweiten Landesverbands.
         
          
      • Erste Gespräche mit Parteien zur Novellierung des Urheberrechts und zur sozialen Lage der Autoren
    • 1970

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Archiv Damwerth Kongress 1970  – Plakat

       

      • 4. Februar: Erste Gespräche zwischen VS und DGB in Düsseldorf, Unterstüt­zung für Urheberrechtsnovelle als Basis für ein Sozialwerk der Autoren

      • März: Erste Nummer der »VS-Informationen«, erscheint bis 1980 drei bis viermal jährlich mit acht bis sechzehn Seiten; danach »Die Feder«

      • 10. bis 12. April 1970: 1. VS-Delegiertenkonferenz in Hannover – 27 Dele­gierte (pro 100 Mitglieder 1 Delegierter) – Gründung des Ausschusses für Kinder- und Jugendbuchautoren

      • 23. Juni: Erste Gespräche der »Arbeitsgruppe der freien Mitarbeiter« (AFM) zu Musterverträgen unter Beteiligung des VS mit den Intendanten der ARD-Rundfunkanstalten

      • 23. September: Abordnung des VS bei Bundespräsident Gustav Heinemann zu berufspolitischen Zielen der Schriftsteller
      VS Fachgruppe Literatur der ver.di ullstein bild - bpk/Digne M. Marcovicz Willy Brandt  – auf dem VS-Kongress 1970
      • 20. bis 23. November 1970: 1. Schriftstellerkongress »Einigkeit der Einzelgänger – Schriftsteller in der Arbeitswelt« in der Stuttgarter Liederhalle – Willy Brandt: »Demokratie und Sprache«, Heinrich Böll: »Einigkeit der Ein­zelgänger«, Günther Grass: »Schriftsteller und Organisation«, Martin Wal­ser: »Wir brauchen eine „IG Kultur“« – Beschluss: Klärung der Vorausset­zungen für den Anschluss an eine Gewerkschaft (IG Druck und Papier oder Gewerkschaft Kunst) – Wahl des 2. Vorstands mit dem Vorsitzenden Die­ter Lattmann
    • 1971

      • 7. Juli: Erfolg für den VS – das Bundesverfassungsgericht hebt den Schulbuchparagrafen auf
      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Logo  – IG Druck und Papier | Gewerkschaft Kunst
      • September: Gespräche des VS über die »Zwölf Fragen des VS an die Indu­striegewerkschaft Druck und Papier und die Gewerkschaft Kunst«: mit der Gewerkschaft Kunst am 6. September in Düsseldorf (korporativer Anschluss des VS), am 13. September mit der IG Druck und Papier (Einzelmitgliedschaft der Autoren, VS wird Berufsgruppe)

      • Oktober: Veröffentlichung des VS-Entwurfs eines Mustervertrags mit den Sendern »Allgemeine Bedingungen zwischen Rundfunkanstalten und frei mitarbeitenden Autoren« als Grundlage für Tarifverhandlungen

      • Forderung nach Novellierung des Tarifvertragsgesetzes und Aufnahme ei­nes § 12a für arbeitnehmerähnliche Freie

      • Vereinbarung mit dem »Bundesverband Bildender Künstler« (BBK) über enge Kooperation

      • 4. November: Delegiertenkonferenz; Testabstimmung für IG Druck und Pa­pier – von 32 Delegierten 26 dafür, 1 Gegenstimme
    • 1972

      • 10. Juni: Bei einer Testabstimmung auf der Mitgliederversammlung des »Verbandes deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ e.V.)« votieren 42 von 45 anwesenden Mitgliedern für den Gewerkschaftsbeitritt. Der VdÜ-Vorstand handelt daraufhin mit Vertretern der IG Druck und Papier die Modalitäten des Beitritts aus
      VS Fachgruppe Literatur der ver.di rowohlt Autorenreport  – 1972
      • 6. Oktober: Novellierung des Urheberrechts, mit Wirkung vom 1. Januar 1973 haben Autoren Anspruch auf Honorare aus der Buchausleihe in öf­fentlichen Bibliotheken, die Hälfte der Einnahmen aus dem »Bibliotheksgroschen« soll an das Autorenversorgungswerk gehen

      • Oktober: Veröffentlichung des VS-Entwurfs »Muster für einen Verlagsvertrag des VS«

      • »Autorenreport« zur sozialen Lage der Schriftsteller unterstützt die Forde­rungen des VS
    • 1973

      • 1. Januar: Urheberrechtsnovelle tritt in Kraft, »Bibliotheksgroschen«, Sozial­fonds, Autorenversorgungswerk
      VS Fachgruppe Kultur der ver.di Umschlag: H. Numberger | Kindler Verlag 1973 Entwicklungsland Kultur  – 2. VS-Kongress

       

      • 19. bis 22. Januar: 2. Schriftstellerkongress »Entwicklungsland Kultur« im Gewerkschaftshaus in Hamburg – Ernst Bloch kann aus gesundheitlichen Gründen das Hauptreferat nicht halten, Reinhard Baumgart: »Warum IG Druck und Papier«, Martin Gregor-Dellin: »Wie abhängig ist der Autor. Über Berufsbild und Selbstverständnis«, Siegfried Lenz: »Organisation – trotz Sodbrennen. Das Dilemma der Außenseiter«, Bildungsminister Klaus von Dohnanyi: »Entwicklungsland Kultur« – Beschluss mit 91 Prozent Zustimmung am 20. Januar: Beitritt der Mitglieder zur IG Druck und Papier in eine neue, berufsspezifisch selbstständige Berufsgruppe Verband deut­scher Schriftsteller (VS) in der IG Druck und Papier mit Wirkung zum 1. Ja­nuar 1974, Löschung des VS e. V. zum 31. Dezember 1974 (275 Ja-, 19 Nein­stimmen, 9 Stimmenenthaltungen); erster Schritt zur Mediengewerkschaft – »Hamburger Erklärung westdeutscher Schriftsteller« zum Gewerkschafts­anschluss – Wahl des 3. Vorstands mit dem Vorsitzenden Dieter Lattmann
    • 1974

      • 1. Januar: VS ist Berufsgruppe in der IG Druck und Papier, die Geschäftsord­nung lehnt sich an die Satzung des VS e. V. an, Geschäftsführerin Ursula Bräuning wird Beschäftigte der IG Druck und Papier
         
      • 6. April: Die neu geschaffene »Bundessparte Übersetzer im VS in der IG Druck und Papier« konstituiert sich. Ihre Mitglieder sind (und bleiben) gleichzeitig Mitglieder des 1954 gegründeten »Verbandes deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ e.V.)«
          
      • 11. Juni: Bundestag beschließt die Novellierung des Tarifvertragsgesetzes (TVG), Anerkennung der Tariffähigkeit der Gewerkschaften für arbeitneh­merähnliche »ständige freie Mitarbeiter« in § 12a, damit Einbeziehung der freien Mitarbeiter in das Tarifrecht
      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Quelle: AdsD VS-Kongress 1974
      • 15. bis 18. November: 3. Schriftstellerkongress »Phantasie und Verantwor­tung« in Volksbildungsheim in Frankfurt/Main – Bundespräsident Walter Scheel: »Gemeinsame Verantwortung von Politik und Literatur für die de­mokratische Ordnung«, Walter Jens: »Wir Extremisten«, Ingeborg Drewitz: »Bestandsaufnahme und Perspektiven«, Horst Bingel: »Die Gründerzeiten im VS sind vorbei, jetzt folgt die Zeit geduldiger Kleinarbeit« – Kampfab­stimmung um den Vorsitz zwischen Bingel und Gregor Dellin – Themen: Tarifpolitik, Mediengewerkschaft, Bibliotheksabgabe, Einsatz für Minder­heiten u. a. – 14-Punkte-Programm – Wahl des 4. Vorstands mit dem Vorsitzenden Horst Bingel

      • 1. November: Novellierung des TVG, § 12a, tritt in Kraft – Aufnahme von Tarifverhandlungen in den Bereichen Funk, Fernsehen, Bühne, Film, Pres­se, Zeitschriftenverlage und Buchverlage durch die Gewerkschaften Rundfunk-Fernseh-Film-Union (RFFU), IG Druck und Papier u. a.
    • 1975

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Quelle: AdsD Künstlerbericht  – 1975
      • 13. Januar: »Künstlerbericht« der Bundesregierung zur sozialen und wirt­schaftlichen Situation der Künstler und Publizisten, Grundlage für Beschluss zur Verbesserung ihrer beruflichen und sozialen Lage u. a. durch Ände­rungen des Arbeits- und Sozialversicherungsrecht (Künstlersozialversiche­rungsgesetz)

      • 1. April: Ursula Brackmann ist neue Geschäftsführerin; Ursula Bräuning geht zum Autorenversorgungswerk der VG Wort, München

      • 22. Oktober: Nach einer Vertrauenskrise im VS-Vorstand tritt der gesamte Bundesvorstand zurück, um Neuwahlen zu ermöglichen
    • 1976

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di ullstein bild - bpk/Digne M. Marcovicz Schriftstellerkongress des VS  – 1976

       

      • 22. bis 23. Januar: Außerordentliche Bundesdelegiertenkonferenz in Stutt­gart – Wahl des 5. Vorstands mit dem Vorsitzenden Carl Amery

      • 1. Juli: Erster Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Personen im Sinne des § 12a TVG tritt in Kraft (abgeschlossen zwischen RFFU und Bayerischem Rundfunk)
    • 1977

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di EWC  – 1977

       

      • 11. bis 13. Februar: Erster Kongress des Europäischen Schriftstellerkongres­ses / European Writers Congress (EWC) in Berlin auf Initiative von Ingeborg Drewitz – wichtigste Aufgaben: Autorenrechte, Kulturpolitik und Kulturaustausch

       

       

        

       

        

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di Quelle: AdsD Einladung  – Kongress 1977
      • 20. und 21. Mai: 4. Schriftstellerkongress »Macht des Geistes – Ungeist der Gewalt« in Dortmund. – zum ersten Mal begleitende Literaturlesungen – Reden u. a. DGB-Vorsitzender Heinz Oskar Vetter und der Vorsitzende der IG Druck und Papier, Leonhard (Loni) Mahlein – Auftrag an Bundesvor­stand, mit IG Druck und Papier geeignete Maßnahmen zu ergreifen für Tarifverträge für Autoren mit den Verlagen – Protest gegen Kürzungen der Kulturetats – Forderung von Norm- und Tarifverträgen für Übersetzer, Herausgeber und bei Sammelwerken – Anerkennung der Arbeitnehmer-Ähnlichkeit bei Steuern – Novellierung des Urheberrechts – Wahl des 6. Vor­stands mit dem Vorsitzenden Bernt Engelmann

      • Erste Veranstaltungen und Lesungen des VS während der Frankfurter Buch­messe, seither jedes Jahr

      • September: Geschäftsbericht zum 11. Gewerkschaftstag der IG Druck und Papier – ca. 1.860 VS-Mitglieder in zehn Landesbezirken (Rheinland-Pfalz und Saarland in Rheinland-Pfalz/Saar, Hamburg und Schleswig-Holstein in Nordmark) – Verlegung der Bundesgeschäftsstelle von München nach Stutt­gart zum Hauptvorstand der IG Druck und Papier
    • 1978

      VS Fachgruppe Literatur der ver.di EÜK  – Straelen
      • 10. Januar: Gründung des »Europäischen Übersetzerkollegiums« in Straelen u. a. auf Initiative der Übersetzer im VS, Schirmherr: Heinrich Böll

      • 29. Juli: »Ratten- und Schmeißfliegen-Affäre«: Angriff auf Schriftsteller, ins­besondere Bernt Engelmann, durch Franz Josef Strauß

      • 3. bis 4. November: Bundesdelegiertenkonferenz in Saarbrücken

      

    Publikation

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: Umschlag: H. Numberger | Kindler Verlag 1973

    VS-Information 1/1970

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: Quelle: AdsD

    Kongress 1977

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: Goldmann