Kongress

    EWC

    European Writers‘ Congress | European Writers’ Council

    EWC

    European Writers‘ Congress
    Europäischer Schriftstellerkongress |1977 – 2006/10

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di EWC  – 1977

    Quicklebendig und europaweit aktiv war der EWC schon lang, ehe 1985 in Bergneustadt 50 Autoren und Autorinnen von 24 Organisationen aus 15 Ländern die erste Satzung verabschiedeten.

    Bereits 1977 trafen sich auf Einladung des VS-Mitglieds Ingeborg Drewitz in der geteilten Stadt Berlin 24 Delegierte aus 19 Ländern und beschlossen, ihre freundschaftlichen Kontakte zu professionalisieren, voneinander zu lernen, die ökonomischen, politischen und juristischen Probleme zu überwinden – also gemeinsame Interessen auf europäischer Ebene selbst zu vertreten. Die wichtigsten Stichworte, damals so aktuell wie heute: Urheberrecht statt copyright, Meinungs- und Informationsfreiheit, Friedens- und Medienpolitik, angemessene Vergütungen, Bibliothekstantieme, Minderheitensprachen, Vertrags-, Veröffentlichungs-, Steuer- und Übersetzerprobleme, kulturelle Begegnungen statt ideologischer Abschottung.

    Zum 7. Kongress des EWC im Jahr 1985 gelang es den Initiatoren Per Kågeson (Schweden) und Hans Peter Bleuel (VS-Vorsitzender), diesen Treffen engagierter Literaten eine verlässliche Struktur als Föderation der Schriftstellerorganisationen in Europa mit NGO-Status und damit einen Ansprechpartner für EU-Institutionen zu bauen. Erster großer Erfolg: Das von der EG-Kommission konzipierte »Urheberrecht ohne Urheber«, das europaweite Harmonisierung ausschließlich unter Verwertungsaspekten vorsah, wurde vom Tisch gefegt.

    Unstrittig war von Anfang an, dass drei gleichwertige Anliegen sinnvoll miteinander verknüpft werden sollten:

    • Schutz des geistigen Eigentums,
    • grenzüberwindende Kulturpolitik wie Buchpreisbindung und Urhebergemeinschaftsrecht oder Integration von Autorenverbänden aus ex-kommunistischen Ländern und
    • literarischer Austausch – etwa bei den Treffen zwischen Polarkreis und Zypern mit Gästen u.a. aus Ghana, Israel, Ägypten oder den USA. 

    Ab 1991 bis 2006 verfassten Hans Peter Bleuel, Maureen Duffy und Jochen Kelter im siebenköpfigen Vorstand des EWC Dutzende von Richtlinienentwürfen, offenen Briefen und Resolutionen für Autorenrechte, gegen Zensur und gegen Verfolgung in Ost und West. Damit gewann der EWC stetig wachsende Anerkennung bei IFRRO (International Federation of Reproduction Rights Organisations, ein weltweiter Zusammenschluss der Verwertungsgesellschaften), WIPO (Weltorganisation für geistiges Eigentum: World Intellectual Property Organisation) und EU-Parlamentariern. Finanzielle Unterstützung gab es von der EU-Kommission, der VG Wort, Institutionen wie ProLitteris und anderen – nicht zuletzt dank Maureen Duffys Kontakten und den von Bleuel klug konzipierten Projekten wie das Handbuch des EWC (dreisprachig) oder die internationalen Veranstaltungsreihen Forum Europa & Mare Nostrum.       

              Lore Schultz-Wild,
              EWC-Generalsekretärin 1993 – 2006


    European Writers’ Council – seit 2010/06

    Logo EWC - internationaler Partner des VS - Fachgruppe Literatur der ver.di EWC  – 2010


    2006 zog der EWC (seit 2010 European Writers’ Council) mit seiner Geschäftsstelle nach Brüssel, um die Interessen der europäischen Autorinnen und Autoren dort zu vertreten, wo die relevanten kultur- und rechtspolitischen Entscheidungen getroffen werden.

    Er ist heute der Zusammenschluss von 44 Mitgliedsverbänden aus 34 europäischen (nicht nur EU-)Staaten, die vertretenen 160.000 Autorinnen und Autoren sprechen 40 Sprachen.

    Hauptarbeitsfelder der letzten Jahre waren die Lobbyarbeit bei den EU-Richtlinien zu den Verwertungsgesellschaften und zum Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt, länderübergreifende Seminare zum E-Lending und zur Bibliothekstantieme sowie die Mitwirkung am europäischen Literaturpreis (EUPL). Und natürlich: Debatten zum Lesen und Schreiben im digitalen Zeitalter, zur Meinungsfreiheit und vieles mehr.

              Gerlinde Schermer-Rauwolf
              derzeit Vizepräsidentin des EWC

    mehr Informationen: www.europeanwriterscouncil.eu

    Lore Schultz-Wild

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: Fritz Scharpf

    Sie hat 1965 die 3. Lehrredaktion der Deutschen Journalistenschule (DJS) absolviert. Seither ist sie freie Journalistin, Sachbuchautorin, Herausgeberin und mehrfach Übersetzerin aus dem Soziologendeutsch in allgemeinverständliche Sprache.
    Schultz-Wild war u.a. Landesvorsitzende des VS Bayern, Mitglied im kommissarischen VS-Bundesvorstand 1988, Vertreterin der Schriftstellerorganisationen im Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien 1985-2006 und Generalsekretärin des EWC von 1993 bis 2006. Dazu kommt ihr VG Wort-Engagement seit den70er Jahren als Delegierte und als Mitglied des Verwaltungsrats (BG II) sowie als Vorsitzende im Stiftungsrat des Autorenversorgungswerks.

    Gerlinde Schermer-Rauwolf

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di
    Foto/Grafik: Heiner Wittmann

    Sie übersetzt seit 1987 Bücher im von ihr mitgegründeten Kollektiv Druck-Reif und engagiert sich seit vielen Jahren für die Belange von Übersetzern und Autorinnen, so war sie Vorsitzende des VdÜ [Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V. / Bundessparte Übersetzerinnen/Übersetzer im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di] und im Bundesvorstand des VS.
    Schermer-Rauwolf engagiert sich im Verwaltungsrat der VG WORT als Berufsgruppensprecherin der BG I sowie im Fachausschuss Urheberrecht des Deutschen Kulturrats. Seit 2013 ist Schermer-Rauwolf im Vorstand des EWC, seit 2015 als Vizepräsidentin.