Über uns

    VS-Geschichte

    Zur Geschichte des VS

    Ursprünge

    Die Aufgaben und Ziele, die der VS verfolgt, haben eine lange Tradition. Die Notwendigkeit einer Organisation zur Durchsetzung ihrer berufspolitischen Interessen hatten Schriftstellerinnen und Schriftsteller schon im 19. Jahrhundert deutlich gesehen, verschiedene Schriftstellervereine sind ab Mitte des Jahrhunderts gegründet worden. Im 20. Jahrhundert, mit der Gründung des »Schutzverbands deutscher Schriftsteller (SDS)« im Jahr 1909, schlossen sich zum ersten Mal Autorinnen/Autoren zu einem Verband zusammen, der eindeutige gewerkschaftliche Ziele wie zum Beispiel den Abschluss von Tarifverträgen verfolgte. Dem »ersten SDS auf deutschem Boden« (Dieter Lattmann) gehörte die Mehrzahl der literarisch bedeutenden Autorinnen und Autoren in Deutschland an, Thomas Mann und Theodor Heuss waren Präsidenten dieses Schutzverbands der Schriftsteller. Nach 1933 hatten die meisten deutschen Schriftstellerinnen und Schriftsteller – wenn überhaupt – nur die Wahl zwischen Exil und innerer Emigration, der SDS wurde aufgelöst. Gleich nach 1945 entstanden in den Besatzungszonen regionale Autorenverbände. Bei dem ersten Schriftstellerkongress nach dem Krieg kamen in Berlin 1947 noch AutorinnenAutoren aus Ost und West zusammen. Mit der Festschreibung beider deutscher Staaten aber entwickelten sich auch die Schriftstellerverbände getrennt.

    In der Bundesrepublik kam es 1952 auf Initiative von Theodor Heuss zu einem losen Zusammenschluss der regionalen Verbände, zur »Bundesvereinigung der deutschen Schriftstellerverbände«. Mit der Studentenbewegung wurde Widerstand gegen den »Altherrenclub« laut, z. B. von Ingeborg Drewitz, Gerhard Zwerenz und Horst Bingel, die 1968 mit dem DGB über die Gründung einer Autorengewerkschaft verhandelten.

    Die Gründung des VS

    Im Jahre 1968 wurde auf der Jahresversammlung der Bundesvereinigung der Schriftsteller Dieter Lattmann zum neuen Präsidenten gewählt, er bereitete den Zusammenschluss der zehn regionalen Schriftstellerverbände, des Verbands deutscher Übersetzer und des Verbands deutscher Kritiker zu einem Gesamtverband vor. Das Ergebnis dieses Zusammenschlusses ist der heutige VS, der am 8. Juni 1969 in Köln zunächst als »Verband deutscher Schriftsteller e. V.« gegründet wurde. Die Abkürzung VS wurde als Unterscheidung zur damaligen Studentenorganisation VDS gewählt. Mitglieder des Gründungsvorstands waren Dieter Lattmann (Vorsitzender), Thaddäus Troll (Stellvertreter) sowie Ingeborg Drewitz, Helmut M. Braem, Eberhard Horst, Justitiar Professor Dr. Wilhelm Nordemann und Geschäftsführer Wilhelm Damwert. Heinrich Böll nannte das Ziel: »Ich schlage vor, dass wir die Bescheidenheit und den Idealismus einmal für eine Weile an unsere Sozialpartner delegieren: an Verleger, Chefredakteure und Intendanten«, sagte Böll 1969 in Köln.

    Was frühere Standesorganisationen nicht geschafft hatten, sollte die »Einigkeit der Einzelgänger« (Heinrich Böll) verwirklichen. Schon 1970 machte Martin Walser namens des VS erste Vorschläge für die Gründung einer »IG Kultur«. Als ersten Schritt zu diesem Ziel fasste der VS 1973 den Beschluss, sich der IG Druck und Papier anzuschließen. Erst 1989 wurde die IG Medien als Mitgliedergewerkschaft vollendet: durch Zusammenschluss der Gewerkschaft Kunst und ihrer Verbände mit der IG Druck und Papier. Im März 2001 erfolgte der Zusammenschluss von IG Medien und weiteren vier Gewerkschaften (DAG, DPG, HBV und ÖTV) zu ver.di, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft. Mit der Devise »Gemeinsam sind wir stärker« möchte ver.di besser auf die unterschiedlichen Erfordernisse der Menschen in einer schnell wandelnden Kommunikations- und Informationsgesellschaft reagieren.

    1989, 20 Jahre nach seiner Gründung, brachte der VS rund 2.400 Lyrikerinnen und Theaterstückeschreiber, Romanciers und Übersetzerinnen, Erzählerinnen und Sachbuchautoren, Hörspielautorinnen, Essayisten und Drehbuchautoren in die IG Medien ein. Bei der Absicherung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Autorinnen und Autoren, bei der Verbesserung der Literatur- und Kulturförderung, bei der Entwicklung von Programmen zur Nachwuchsförderung und zur fachlichen Qualifizierung von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern, und nicht zuletzt in der Vorsorge für Krankheit und Alter ist der VS heute auf Seiten der literarischen Urheber der einzig professionelle Interessenvertreter.

    Im Jahr 1991 gewann der VS ca. 600 Mitglieder aus der DDR dazu, die einzeln in den VS eintraten. Der erste gesamtdeutsche Kongress des Verbands deutscher Schriftsteller in Travemünde konnte somit 3.200 Mitglieder aufweisen. Der Aufwärtstrend der Mitgliederentwicklung hielt und hält an. Stand 2001: ca. 4.000 Mitglieder, davon 3.000 Autorinnen und Autoren sowie 1.000 Übersetzerinnen und Übersetzer. Vorausgegangen waren im Jahr 1990 und 1991 zahlreiche Diskussionsveranstaltungen, Foren, Seminare und Autorentreffen in beiden Teilen Deutschlands.

    1991 wurde während des Travemünder VS-Kongresses eine VS-Geschichtskommission gewählt, die sich der Aufarbeitung der Geschichte beider Verbände widmete. Die VS Geschichtskommission hat zwei Publikationen herausgebracht: »Die Biermann- Ausbürgerung und die Schriftsteller« Köln, 1994, und »Verfeindete Einzelgänger«, Berlin, 1997.

    • Mehr zur Geschichte des VS
      auf den Seiten des VS Bayern unter http://www.vs-bayern.de
    • Erinnerungen zum VS
      von Dieter Lattmann: »Als der Kanzler zu den Schriftstellern kam«,
      ebenfalls auf den Seiten des VS Bayern unter http://www.vs-bayern.de/
    • Anmerkungen zu Geschichte und Struktur des SV der DDR
      von Dirk von Kügelgen | pdf-Datei (56 kB)

    VS-Chronik

    Eine Übersicht zu den wichtigsten Themen und Ereignissen in der Arbeit des VS seit seiner Gründung 1969 ist als Chronik in der Broschüre »40 Jahre Verband deutscher Schriftsteller – 1969-2009« verzeichnet.
    (siehe beigefügte pdf-Datei)

    Vorstände des VS

    Die Mitglieder der Vorstände des VS, die Vertreter der Auslandsgruppe und die Geschäftsführerinnen/-führer des VS seit seiner Gründung 1969 sind in der Broschüre »40 Jahre Verband deutscher Schriftsteller – 1969-2009« aufgelistet.
    (siehe beigefügte pdf-Datei)