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    Die Augen voll Traum und Schlaf

    Die Augen voll Traum und Schlaf

    Jürgen Dierking | VS Fachgruppe Literatur der ver.di JGK Jürgen Dierking

    Nachruf auf Jürgen Dierking
    (1.9.1946 – 14.6.2016)

    Der Bremer Literaturwissenschaftler, Übersetzer, Autor, Herausgeber und Vorleser Jürgen Dierking weilt nicht länger unter uns. Er wachte am 14. Juni morgens nicht wieder auf, obwohl er noch so viele Pläne und Veranstaltungstermine auf seinen Spickzetteln hatte. Am 21. Juni 2016 etwa als Vorleser im Bremer Presseclub aus Theodor Fontanes Der Stechlin und Irene Disches Fromme Lügen. Als Vorleser wird Jürgen Dierking fortan vielen fehlen – in Bremen und in Berlin und anderswo wird seine so unaufdringliche und prägnante Stimme nicht mehr ertönen, wird seine großartige Kunst des Vorlesens literarisch herausragender Texte nur mehr eine wehmütige Erinnerung sein. So sehr er sich auf das Vorlesen verstand, verstand sich Jürgen auf die nicht minder herausfordernde Kunst des Übersetzens (überwiegend aus dem Englischen). Er machte unserem Sprachraum Werke von Sherwood Anderson, Tom Waits, Charles Baxter und der in Bremen lebenden weltbekannten Lyrikerin Sujata Bhatt zugänglich. Nicht zuletzt den von Ray Lewis White herausgegebenen Briefwechsel zwischen Sherwood Anderson und Gertrude Stein, der bei Suhrkamp 1985 und erneut 1998 erschien. Versteht sich – wie er gern formulierte –, dass er sich zugleich als Herausgeber einen Namen machte. Und zwar sowohl von Studien über Sherwood Anderson, etwa Erzähler des amerikanischen Traums (1990), wie einer Werkauswahl des bremischen Anekdotenmeisters Karl Lerbs und von Friedo Lampes Roman Septembergewitter.

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    Der Nachruf auf Jürgen Dierking von Johann-Günther König kann vollständig als pdf-Datei hier geladen werden.