Nachrichten

    2014: Literatur und Politik

    2014: Literatur und Politik

    »Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen.« (Albert Einstein)

    Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft

    Tagung
    30. Mai – 1. Juni 2014
    im ver.di-Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg, Berlin

    Tagung 30. Mai – 1. Juni 2014 im ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg, Berlin | VS Verband deutscher Schriftsteller in ver.di ver.di 2014: Literatur und Politik  – Faltblatt


    Das Thema


    Kriege haben unermessliches Leid über die Menschheit gebracht. Hinter vorgeblich hehren Zielen wurden sie fast immer für politischstrategische und wirtschaftliche Interessen geführt. Wir erinnern mit dieser Tagung sowohl an den Beginn des 1. als auch des 2.Weltkriegs vor 100 bzw. 75 Jahren und wollen den Blick nicht verschließen vor zahlreichen weiteren Kriegen im 20. und 21. Jahrhundert.

    Der 1.Weltkrieg war – vor allem aus europäischer Sicht – die »Urkatastrophe« des 20.Jahrhunderts. Völker- und Kriegsvölkerrecht wurden missachtet, der Vernichtungskrieg, der nach Kant prinzipiell hätte ausgeschlossen sein sollen, fand statt. Mit dem faschistischen Feldzug erlebte die Welt die Steigerung zum Ausrottungskrieg. Am Ende entstand mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki die reale Gefahr eines Atomkrieges.
    Bis in unsere Zeit wurden und werden Kriege geführt, als Befreiungskriege, aber vor allem um Erweiterung der Einflusssphären, um Rohstoffe, als »Kampf gegen den Terrorismus«, zur Destabilisierung von Staaten.

    Die Schrecken beider Weltkriege erreichten ein Ausmaß an Toten, Leid und Elend, das über unsere Vorstellungskraft hinausreicht. Mit der Entwicklung »modernerer« Waffen sowie chemischer und biologischer Kampfstoffe, die z.T. schon zum Einsatz kamen, sind die Gefährdungen und Schrecken noch gestiegen.

    Die Kriege erzeugten zwar beachtliche Gegenreaktionen: Von der Idee des Völkerbunds, über die Gründung der Friedensgesellschaften in Europa und in den Vereinigten Staaten oder den Aktivitäten der Arbeiterbewegung bis hin zur Gründung der UN. Aber bis jetzt ist eine Eliminierung des Krieges nicht gelungen.

    Bereits während des 1.Weltkriegs protestierten Kunstschaffende in nahezu allen Ländern: George Bernard Shaw, Henri Barbusse und Romain Rolland, in Österreich Karl Kraus, in Deutschland die Mitglieder der Gruppe Internationale um Franz Mehring sowie Ernst Bloch, Hermann Hesse, Leonhard Frank, Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, um nur einige zu nennen. Später engagierten sich namhafte Persönlichkeiten für den Frieden wie z.B. Remarque, Kollwitz, Picasso, Sartre, Camus, Böll, Fried, Bachmann und Wolf.

    Wir wollen uns mit ausgewählten literarischen und künstlerischen Werken sowie kulturhistorischen Betrachtungen zum Phänomen Krieg sowie zu der Sehnsucht nach Frieden auseinandersetzen und damit einen Beitrag leisten für eine friedfertige, demokratische Kultur und Gesellschaft.

    • Vorträge | Referate

      • Imperialistische Stimmungsmache vor 1914
        Prof. Dr. Jost Hermand, Universitäten Madison/Wisconsin und Berlin

      • Wurde der 1. Weltkrieg inszeniert? Deutung der Ereignisse in einem Jahrhundert 1914 –2014
        Dr. Wolfgang Beutin, Privatdozent Universität Bremen

      • Medien und Krieg
        Inhalt und Strukturen aus der Sicht von Kriegstreibern
        Prof. Dr. Jörg Becker, Sozialwissenschaftler, Solingen

      • Neue Kriege und Friedensstrategien
        Dr. Corinna Hauswedell, Conflict Analysis and Dialogue (CoAD)
    • Workshops

      1. Der 1. Weltkrieg und die französische Literatur
        Dr. Heiner Wittmann, Lehrbeauftragter Universität Stuttgart
        Krieg im Frieden – Vorstellungen von der politischen Neuordnung der Gesellschaft durch die Armee in der späten Habsburger-Monarchie
        Dr. Johann Dvořák, Universitätsdozent, Wien

      2. Krieg und Geschlecht in der Prosa von Arnold Zweig
        Dr. Graz·yna Krupińska, Katowice
        »Was ist der Altar des Vaterlandes? Eine blutbesudelte Schlachtbank!« – Leonhard Frank, radikaler Pazifist
        Lorenz Gösta Beutin, Publizist, Schönberg

      3. »Vademecum für heutige Demokraten« – Ernst Bloch zu Krieg und Frieden (1918)
        Welf Schröter, Publizist und Verleger, Mössingen-Talheim
        Albert Einstein – ein Pazifist im Jahrhundert der Weltkriege
        Rainer Braun, International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA), Berlin

      4. »Der Mensch ist aus seiner Sphäre ins Haus der Bombe getreten …« – Erich Frieds Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden
        Claudia Wörmann-Adam, Vorsitzende des ver.di Bundesfachbereichsvorstands Besondere Dienstleistungen, Köln
        »Wanderer kommst du nach Spa…« Heinrich Böll und die Wunden des Krieges
        Heinrich Bleicher-Nagelsmann, ver.di-Bereichsleiter Kunst und Kultur, Berlin

      5. Kein Entkommen – Die Graphic Novel »Im Westen nichts Neues«
        Peter Eickmeyer, Bildender Künstler / Creative Director
        Der Kampf auf der Bühne – Der 1. Weltkrieg und das deutsche Theater
        Dr. Zbigniew Feliszewski, Katowice

      6. »Himmel und Hölle« Kriegsbilder und Visionen im expressionistischen Drama
        Prof. Dr. Grazyna Barbara Szewczyk, Katowice
        »Ich glaube, du bist irre.« – »Wer will das schon wissen?« Die Absurdität des Krieges in Catch 22 von Joseph Heller
        Dr. Paula Keller, Publizistin, Köln
    • Literarisch-musikalisches Abendprogramm

      »Rote Melodie«

      Eine musikalisch-literarische Revue
      Anna Haentjens, Gesang/Rezitation | Sven Selle, Klavier

    Anmeldung

    Mit Postkarte, per Fax oder E-Mail an:
    ver.di-Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg
    Koblanckstraße 10, 14109 Berlin
    Tel.: +49.30.806713-0, Fax -560 | e-Mail: bst.berlin@verdi.de
    Die Anmeldung zur Tagung kann online hier erfolgen: [LINK]

    Tagungsgebühr 

    Für ver.di-Mitglieder:
         75,00 Euro (mit Übernachtung) inkl. MwSt
         58,00 Euro (ohne Übernachtung) inkl. MwSt
    Sozialrabatt von 25 % auf Anfrage
    Teilnehmende, die nicht Mitglied der ver.di sind, zahlen einen Zuschlag von 100,00 Euro.   
    ver.di übernimmt die Reisekosten ihrer Mitglieder gemäß der gültigen Reisekostenregelung.

    Eine Veranstaltung

    • der Gewerkschaft ver.di:
      Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg,
      Bundesfachbereich Medien, Kunst und Industrie,
      Landesbezirk Nord,
      Bezirk Berlin,
    • der GewerkschaftsPolitische Bildung gemeinnützige GmbH,
    • des Verbands deutscher Schriftsteller (VS),
    • und von CLARA e.V.

    In Kooperation mit

    • dem Germanistischen Institut an der Schlesischen Universität Katowice,
    • dem IALANA e.V.und
    • dem Talheimer Verlag

    ----------
    Das vollständige Programm, der Ablauf und das Anmeldeformular sind im Faltblatt zur Tagung aufgeführt, das hier als pdf-Datei eingestellt ist.