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    VG Wort: Rechte wahren, nicht abtreten!

    VG Wort: Rechte wahren, nicht abtreten!

    Dafür: Stimmrecht für Mitgliederversammlung der VG Wort am 26. November 2016 in München übertragen!
    Keine Rechte in vorauseilendem Gehorsam an Verwerter abtreten!

    Auch vor der nächsten Mitgliederversammlung der VG Wort am 26. November 2016 raten wir allen Kolleginnen und Kollegen, die an dem Tag in München nicht dabei sein können, ihre Mitgliederrechte nicht einfach verfallen zulassen, sondern entweder einem anderen bekannten Mitglied zu übertragen oder uns ihre Stimmrechte sammeln zu lassen und dann vor Ort durch Lutz Franke (Berufsgruppe 2) und Wolfgang Schimmel (Rechtsberater der Berufsgruppe 1) auf die Anwesenden verteilen zu lassen. Denn bekanntlich darf jedes anwesende Mitglied nur zwei übertragene Stimmen führen, werden mehr Stimmen auf eine Person übertragen, so verfallen diese.

    Die Übertragung selbst geht ganz einfach mit der von der VG Wort zusammen mit der Einladung verschickten Vollmacht:

    • Wer ein Mitglied der VG Wort kennt, das an der Mitgliederversammlung in München teilnehmen wird, kann die Vollmacht direkt für dieses Mitglied ausstellen und ihm zusenden.
      Es sollte aber unbedingt vorher geklärt sein, ob dieses Mitglied die zusätzliche Stimme auch führen kann.
    • Wer unser Angebot nutzen will, die Stimmrechte zu sammeln und zu verteilen, sendet die Vollmacht unterschrieben ohne Namen und Karteinummer des Bevollmächtigten, aber ansonsten vollständig ausgefüllt, insbesondere mit richtig (!) eingetragener Berufsgruppe (Stimmrechtsübertragungen sind nur innerhalb einer Berufsgruppe möglich) per Fax oder per Post an:

    ver.di Bundesverwaltung
    Ressort 3, Bereich Medien und Publizistik
    Frau Andje Raudszus
    10179 Berlin, Paula-Thiede-Ufer 10
    Faxnummer: 030 – 69 56 36 57

    Wir werden uns darum kümmern, dass Vollmachten, die bis Freitag, 25. November 2016, 12:00 Uhr, in der ver.di-Bundesverwaltung ankommen, rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung in München sind.

    Keine Wünsche für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten
    Wir werden allerdings keine Wünsche für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten der Bevollmächtigten berücksichtigen können. Das ist nicht zu realisieren. ver.di möchte sich auch nicht mit solchen gebundenen Mandaten in die Willensbildung der VG Wort einmischen.

    Wofür stehen wir als ver.di in der Auseinandersetzung um das Urheberrecht und damit verbunden auch um die Verwaltung der Zweitverwertungsrechte und die Rolle der Verwertungsgesellschaften?

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist die größte Interessenvertretung Kreativer in Deutschland. Die in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen kreativer Arbeit (Schriftsteller, Journalistinnen, Übersetzer, Künstlerinnen, Fotografen, Designerinnen etc.) entwickeln die ver.di-Positionen zum Urheberrecht und zu allen Fragen, die damit zusammenhängen, in der so genannten Koordination Urheberrecht. ver.di ist darüber hinaus auch Mitglied der Initiative Urheberrecht.

    Die Koordination Urheberrecht hat sich ebenso wie die in der Deutschen Journalisten Union (dju) in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen klar und mehrheitlich zum Erhalt der bestehenden Verwertungsgesellschaften, die Rechte von Urhebern und Verlagen gemeinsam wahrnehmen, bekannt. Dazu gehört auch eine Verlegerbeteiligung als Ausgleich für die durch Schrankenregelungen im Urheberrecht entstehenden wirtschaftlichen Nachteil. Die Mitglieder sind davon überzeugt, dass gemeinsam mit den Verwertern ihre Rechte in den Verwertungsgesellschaften beispielsweise gegenüber der Geräteindustrie und in der Digitalwirtschaft am besten durchgesetzt werden können.

    Der Schlüssel, der die Anteile der aus der Rechteverwertung erzielten Einnahmen festschreibt, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen und wird insbesondere nach dem Urteil des BGH Urteil im Fall Vogel / VG Wort, das sich auf den Wissenschaftsbereich bezieht, in dem die derzeitige Praxis eine Verteilung von jeweils 50 Prozent vorsieht, die vom BGH für rechtswidrig erklärt wurde, neu zu diskutieren sein.

    Sowohl der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als auch jüngst der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) fordern in Veröffentlichungen von ihren Autorinnen und Autoren, ihnen schon mal vorab die Rechte, für die sie sonst rückwirkend noch Zahlungen fordern könnten, abzutreten – und drohen andernfalls mit Honorarkürzungen.

    Wir raten unseren Mitgliedern dringend davon ab,
    sich unter Druck setzen zu lassen und ihre Rechte voreilig abzutreten!

    Nach den Erfahrungen, die Kreative in ihrer Arbeit mit Honorardumping von Verlagen machen, ist es kein Wunder, dass auch die Schlüssel in den anderen Bereichen (im Journalismus und in der Belletristik gehen 70 Prozent der Ausschüttungen an die Autorinnen und 30 Prozent an die Verlage) zur Disposition stehen und angesichts der ausbeuterischen Praxis grade im Zeitschriften- und Tageszeitungsbereich die Frage nach der Verlegerbeteiligung grundsätzlich gestellt wird. Hier gibt es zu Recht hohe Erwartungen von ver.di an die geplante Reform des Urhebervertragsrechts. CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag eine deutliche Stärkung des Urheberrechts angekündigt. Diese Erwartungen gilt es jetzt, politisch zu erfüllen.

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften: Keine gute Lösung!

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften würde dem Anspruch von ver.di nicht gerecht, auch künftig das Beste aus der Zweitrechteverwertung heraus zu holen. Das ist weder zu erreichen durch reine Autorenvereinigungen noch durch ein Leistungsschutzrecht auch für Buchverlage, das haben einschlägige – schlechte – Erfahrungen ganz deutlich gemacht. Und deswegen wirbt ver.di und wirbt der VS und die dju in ver.di für die beschriebene und mehrheitlich vertretene Position.

    Internetseite der VG WORT