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    VS trifft SDGL am Pariser Platz in Berlin

    VS trifft SDGL am Pariser Platz in Berlin

    VS trifft SDGL am Pariser Platz, 3. Juli 2014 | VS Fachgruppe Literatur in ver.di privat Im Garten der französischen Botschaft  – v.l.: Bologne, Suard, Schermer-Rauwolf, Sellier, Pelletier, Young, Török, Bleicher-Nagelsmann, Beyer

    Urheberrecht, Honorar- und Vertragsfragen sowie die Positionierung der Autorinnen und Autoren im Buchmarkt der Zukunft waren die Themen, denen sich Vertreter der französischen Société des Gens de Lettre (SGDL) und des VS am 3. Juli gewidmet haben. Mit hervorragender organisatorischer Betreuung und Unterstützung der französischen Botschaft und des Institut Français konnte man sich mit versierten Fachübersetzerinnen den wichtigen Details gemeinsamer Aufgaben länderübergreifend im Interesse der Autorinnen und Autoren widmen. Auf französischer Seite saßen die neue Präsidentin Marie Sellier, ihr Vorgänger Jean Claude Bologne sowie der Generalsekretär Geoffroy Pelletiers und Frédéric Young, Generaldelegierter der SACD-SCAM für Belgien.

    Für die französische Botschaft begrüßte Botschaftsrat Emmanuel Suard die Vertreter der Schriftstellerorganisationen und stellte die gemeinsamen Interessen für eine wirkungsvolle europäische Kulturpolitik heraus. Elisabeth Beyer, Buchattachée der Kulturabteilung, war bereits in der Vorbereitung des Treffens eine mehr als hilfreiche und forcierende Katalysatorin für den gemeinsamen Prozess.

    Für den VS sprachen Imre Török, Gerlinde Schermer-Rauwolf und Heinrich Bleicher-Nagelsmann auch als Mitglieder der VS-Verhandlungskommission zum neuen Normvertrag die spezifischen Regelungen und Bedingungen desselben an. Im Vergleich mit den gesetzlichen Regelungen, die die französischen Kollegen in ihrem Land durchgesetzt hatten, wurden die unterschiedlichen Aktions- und Handlungsbedingungen klarer. Bei gleicher Zielsetzung für Autorenrechte wurden so erhellende und interessante Sichtweisen sowie Zugänge zum gemeinsamen Anliegen deutlich.

    Der wechselseitige Lernprozess mündete in gemeinsame Überlegungen zur Reaktion auf einen zunehmend internationalisierten Buchmarkt, der z. B. angesichts der Strategien von Amazon in beiden Ländern am Beispiel von Hachette und Bonnier gemeinsame Probleme und Handlungsnotwendigkeiten deutlich machte.

    Unter Bezug auf Vorlauftreffen und Konferenzen, die man gemeinsam in Paris und Basel bestritten hatte, wurde diskutiert, wie man in existierenden Organisationszusammenhängen (z. B. EWC) gemeinsam aber auch bilateral gegenüber den Buchverlagen, Konzernen und der Politik in Europa Handlungsmöglichkeiten entwickeln müsse. Unter Bezug z. B. auf das TTIP wurde diskutiert, das man in begründeten Fällen für einen funktionierenden Buchmarkt auch gemeinsam mit den Verlagen auf die jeweiligen Regierungen (Kulturminister) und das europäische Parlament sowie die Kommission aktiv werden könne.

    Mit einem ausgreifenden Beitrag für zukünftige Aufgaben und Anforderung, die engagiert diskutiert wurden, umriss Frédéric Young den Horizont möglicher Handlungsansätze. Die Fortsetzung der gemeinsamen Aktivitäten ist nach der Buchmesse in Frankfurt für die zweite Oktoberhälfte anvisiert.

    hbn