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    Protest gegen Abschaffung der Literatursendungen

    Protest gegen Abschaffung der Literatursendungen

    Petition:
    »Lesezeichen« und »Lido« müssen bleiben

    München, 28. Juli 2015: Die Intendanz des Bayerischen Fernsehens (BR) beabsichtigt nach Informationen des Verbands Deutscher Schriftsteller in Bayern (VS-Bayern in ver.di) die Einstellung der letzten Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens, »Lesezeichen« und »Lido«, zum Ende des Jahres. Das Ressort Literatur wäre damit vollständig abgeschafft. Begründet wird das mit dem Sparzwang des öffentlich rechtlichen Senders.

    »Diese Maßnahme steht im Widerspruch zum Bildungs- und Kulturauftrag des von Gebührengeldern finanzierten Bayerischen Rundfunks. Die kostspieligen Bau- und Umzugspläne des Senders nach Unterföhring und die finanziellen Rückstellungen dürfen nicht zur Einschränkung des kulturellen Angebots führen«, forderte Thomas Kraft, Vorsitzender des VS in Bayern.

    Autoren, Kulturjournalisten, Verlagsleute, Veranstalter, Buchhändler, Dozenten, Kulturbeamte und alle, die am literarischen Leben teilhaben, profitierten auf verschiedenste Weise von diesen Formaten, so Kraft. »Mit Sorge und Verärgerung beobachten wir die schleichende Verdrängung der Literatur aus dem Programm des Bayerischen Rundfunks«, kritisierte er. Die Idee der Trimedialität, also der dreifachen Verwertung eines Beitrages für Hörfunk, Fernsehen und elektronische Medien, wie sie der BR propagiere und damit Mitarbeiter einsparen wolle, könne nicht funktionieren, weil die jeweilige Rezeption des Inhalts in jedem Medium grundlegend anders erfolge.

    Deshalb wurde am 25. Juli 2015 mit Unterstützung des VS-Bayern und des P.E.N.-Zentrums Deutschland eine Online-Petition gestartet, um gegen die Maßnahmen des BR zu protestieren. Innerhalb von nur drei Tagen kamen bis jetzt über 4.000 Unterschriften zusammen.

    Ausgehend von Bayern rolle eine Welle der Entrüstung und Solidarität durch Deutschland, berichtete Kraft. Zu den Unterzeichnern zählen viele namhafte Autoren wie Doris Dörrie, Michael Krüger, Gert Heidenreich, Frank Schätzing, Ulrich Beck, Sten Nadolny und Uwe Timm, Verleger wie Marcel Hartges, Jonathan Beck, Jo Lendle und Antje Kunstmann, Künstler wie Iris Berben und Konstantin Wecker und Publizisten wie Sigrid Löffler und Luzia Braun, aber auch zahlreiche Zuschauer, die die Literatur weiterhin im öffentlich rechtlichen Fernsehen vertreten wissen wollen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstütze nachhaltig das Anliegen.

    Auch im Fernsehen brauche es eine professionelle Literaturberichterstattung. »Literatur ist Teil unserer kulturellen Identität. Im Dienste der Leseförderung und Literaturvermittlung sind Formate wie ‚Lesezeichen‘ und ‚Lido‘ unverzichtbar«, sagte Thomas Kraft.

    Am 30. Juli 2015 steht die entscheidende Rundfunkratssitzung an. »Wir appellieren an die Rundfunkräte, sich gegen die Abschaffung dieser letzten Bastionen der Literatur im BR zu wehren«, so Kraft.

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    des VS Bayern vom 28. Juli 2015