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    Sein feiner Humor bleibt

    Sein feiner Humor bleibt

    Helmut Routschek, ehemals Vorsitzender des VS Brandenburg, Fachgruppe Literatur der ver.di privat Helmut Routschek

    Zum Tod von Schriftsteller Helmut Routschek

    Helmut Routschek ist am 7. April 2016 verstorben. Ein Satz, den zu schreiben schwer fällt. Auch wenn wir wussten, dass Helmut nach einem Unfall das Krankenbett nicht mehr verlassen hat, hofften wir auf etwas wie ein Wunder. Er hätte es verdient. Er hatte noch einiges vor. Lesungen waren verabredet, Geschichten noch nicht aufgeschrieben. Jetzt können wir von ihm nur in der Vergangenheit schreiben und sprechen. Helmut war...

    ... ein charmanter Kollege, der zu VS-Sitzungen oft mit frischen Blumen kam und sie den Frauen überreichte. Er war bescheiden. Seine wissenschaftlich-phantastischen Bücher, unter dem Pseudonym Alexander Kröger, haben sich millionenfach verkauft. Er war einer der meistgelesenen deutschen Sience-Fiction Autoren. Aber nie habe ich ihn davon sprechen hören.

    Auch in seinem Amt als Vorsitzender des VS nahm er sich nicht wichtig. Wir verdanken ihm die erste Anthologie des Brandenburger VS »Geschichten aus der Streusandbüchse«, und in gewisser Weise auch die zweite und dritte. Es gelang ihm, Geld aufzutreiben und zur Mitarbeit einzuladen. Nachdem er 2010 als Vorsitzender zurückgetreten war, arbeitete er bis 2014 im Vorstand weiter. Ich kenne nur wenige Menschen, die das wirklich können: zurücktreten, ohne am alten Amt zu kleben und doch weiter die Entscheidungen zu beeinflussen. Helmut konnte das, er war in seinen Entscheidungen wirklich frei und nicht darauf angewiesen, andere einzuschränken. Das machte die Arbeit mit ihm so angenehm.

    Ab 2014 wollte er noch einmal Zeit zum Schreiben haben. Er begann, Autobiografisches zu veröffentlichen. »Ego-Episoden des Alexander Kröger« und »Cottbus – ein Star im Sternchen« erschienen. Aber wir warten vergebens, dass er Platz nimmt und zu lesen beginnt.

    Was uns bleibt, ist sein feiner Humor, aufbewahrt in mehr als dreißig Romanen und vielen Kurzgeschichten, aufbewahrt in unserem Gedächtnis, in den Geschichten, die wir uns erzählen werden.

    Carmen Winter

    aus: SPRACHROHR 3/2016