Nachrichten

    Nachlese: Buchmesse Leipzig 2017

    Nachlese: Buchmesse Leipzig 2017

    Die Buchmesse in Leipzig erfreut sich wachsender Beliebtheit. Laut Veranstalterin sind mit 285000 Besuchern an vier Tagen noch einmal 25000 mehr Besucher als im Vorjahr gekommen.

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Gabriele Loges Buchmesse Leipzig 2017  – Imre Török beim Autorenrundgang

    Auch wir vom VS, Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, konnten uns über reges Interesse an unseren Themen und Veranstaltungen freuen. Wie in jedem Jahr hatten wir einen gemeinsamen Stand mit dem PEN-Zentrum Deutschland und dem Deutschen Literaturfonds. Er war einer von 2439 Ständen aus 43 Ländern. Zahlreiche Besucher kamen zu uns zum Stand B211 in Halle 4.

    Auf dem Foto erläutert der stellvertretende Vorsitzende Imre Török den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Autorenrundgangs die Aufgaben und Interessen des VS. Geführt wurde der Autorenrundgang von Tobias Kiwitt, dem Vorstandssprecher des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen (BVjA). Zusammen mit der »Leipziger Buchmesse« bot Kiwitt diesen zweistündigen Rundgang über die Messe an.

    Gabriele Loges
      

    Auf Augenhöhe: Mindeststandards für faire Verlagsverträge

    Schreiben – das Armutsrisiko? Gabriele Loges Buchmesse Leipzig 2017  – Panel »Auf Augenhöhe:«

    Über Verlagsverträge, ihre Möglichkeiten und Grenzen, ihre Rechten und Pflichten, diskutierten auf der Leipziger Buchmesse Jacqueline Aerne, Präsidentin des AdS – Autorinnen und Autoren der Schweiz (rechts), Eva Leipprand, Schriftstellerin, Vorsitzende des VS (links), Nicole Pfister Fetz, Geschäftsführerin des AdS – Autorinnen und Autoren der Schweiz (zweite von rechts) und Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Österreich.

    Die gemeinsame Veranstaltung des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di in Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und der IG Autorinnen Autoren, Österreich, machte deutlich, wie unterschiedlich die Verlagsverträge in den drei Ländern aussehen.

    Deutschland und Österreich verfügen über einen gemeinsam ausgehandelten Normvertrag, der die Beziehung zwischen Autor und Verlag unterstützt. In Deutschland wurde der 1978 erstmals ausgehandelte Normvertrag 2014 überarbeitet und zwischen dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und dem Börsenverein des deutschen Buchhandles e.V. vereinbart. Den österreichischen publizierenden Autorinnen und Autoren steht seit Anfang 2015 ein Mustervertrag zur Verfügung, der zwischen der IG Autorinnen Autoren und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/Verlegerverband ausgehandelt wurde. Die Schweiz verfügt aktuell über keine ausgehandelte Grundlage zum Verlagsvertrag.

    Unabhängig von den landesinternen Norm- oder Musterverträgen gibt es Mindeststandards, die grenzüberschreitend für alle Verlage gelten sollten, damit Autorinnen und Autoren zu ihrem Recht kommen. Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), die österreichische IG Autorinnen Autoren und der Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS arbeiten an einer »Charta für faire Verlagsverträge«, einem Plädoyer für angemessenen Umgang der Verlage mit ihren Autorinnen und Autoren, damit deren Werke bestmöglich publiziert werden und die Leser ihre Lieblingsautoren auch morgen noch lesen können.

    Gabriele Loges

    Das Gespräch zwischen den Vertretern der deutschen, österreichischen und Schweizer Autorenverbände kann hier nachgehört werden.
     

    Schreiben – das Armutsrisiko?

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Gabriele Loges Buchmesse Leipzig 2017  – Panel »Schreiben – das Armutsrisiko?«

    Auf dem AutorenForum in Halle 5 haben Eva Leipprand (zweite von rechts), Vorsitzende des VS, Janet Clark (rechts), Präsidentin der Mörderische Schwestern e.V. und Tobias Kiwitt, Vorstandssprecher des Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) e.V. zum Thema »Wie wird kreative Leistung honoriert?« diskutiert. Diese gemeinsame Veranstaltung des Netzwerk Autorenrechte, zum dem u.a. auch der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), das PEN-Zentrum Deutschland, die 42er Autoren oder Das Syndikat gehören, war sehr gut besucht.

    Die Moderatorin, Schriftstellerin und mehrfach für Autorenrechte ehrenamtlich engagierte Nina George eröffnete das Gespräch: »Lassen Sie uns über Geld reden: 90.000 neue Verlagstitel pro Jahr, 150.000 Self-Publishing-Novitäten dazu und 400.000 Autoren, die bei VG Wort gemeldet sind. Was verdienen die eigentlich?«

    Unter Einbeziehung der KSK-Statistik nennt sie den geschätzten Stundenlohn von 0,42 Euro und fragt Janet Clark, wo die Probleme am Markt liegen. Clark bestätigt, dass auch bei regulär bezahlten Honoraren definitiv ein Armutsrisiko bestehe. Die Schere im Verlagsbereich öffnet sich immer weiter. Es gibt wenige Autoren, die gut vom Schreiben leben können und viele andere, die so gut wie nichts verdienen. »Das Gießkannenprinzip können sich Verlage nicht mehr leisten«, so Clark: »Wir hatten noch nie so viele Bücher auf dem Markt, aber auf den Toplisten sind immer die gleichen Namen.« Die wichtige Vielfalt geht dadurch verloren.

    Tobias Kiwitt erweitert das Problem der Bezahlung bei digitalen Veröffentlichungen: »Wichtig ist, dass jeder seine Rechte am eigenen Werk im Verlagsvertrag schnell zurückrufen kann.« Spätestens für drei bis fünf Jahre nach Vertragsabschließung sollte der Rückruf vereinbart werden. Der Normvertrag helfe zwar zur Orientierung, aber selbst nachbessern sei wichtig. Gerade im e-Book-Bereich werden Titel vom Verlag an die Leser kostenlos angeboten.

    Eva Leipprand beantwortete die Frage, wer denn in dieser Branche verdiene: »Die Autoren haben es nicht einfach, das Armutsrisiko besteht.« Ein Verband könne nicht den schriftstellerischen Erfolg garantieren, aber er könne die Risiken für diesen Beruf benennen und überlegen, ob das im Bereich Literatur erwirtschaftete Geld gerecht verteilt wird. Die Autorinnen und Autoren stehen am Anfang der Wertschöpfungskette und müssten deshalb einen gerechten Anteil der erwirtschafteten Mittel erhalten. Hier finde ein transfer of value von den Kreativen zu den Plattformen statt.

    Insbesondere im Bereich der Plattformen setze sich der Verband derzeit auf der europäischen Ebene im Interesse der Autoren ein. Weil e-Book-Piraterie fast schon ein Geschäftsmodell ist, fragt sich Clark, was dieser illegale Markt mit den Autoren macht. Zumal diese Downloads statistisch oft von Menschen gemacht werden, die es sich leisten können. Die Legitimation, so Clark, dazu »gibt sich jeder selber, da muss ein Umdenken stattfinden«.

    George fragt nach, ob keine Novitäten in die Flatrates gegeben werden sollen. Kiwitt bestätigt dies: »Durch Flatrates droht die Gefahr, eines immer größer werdenden Armutsrisikos. Genauso wie die Vergütung nach gelesenen Seiten.« Clark empfiehlt, dies nie bei einem neuen Buch zu erlauben.

    Auf die Frage, ob Kultur zur Ware wird, antwortet die VS-Vorsitzende Leipprand: »Schreiben ist ein kultureller Akt, es ist auch faszinierend, wie Künstler die Welt mitformen. Das Buch wird als Kulturgut vom Staat gefördert. Die Gesellschaft braucht die Vielfalt und den freien Fluss der Meinungen für ihre Weiterentwicklung.«

    Nina George fasste zusammen: »Jede Gesellschaft braucht mutige Menschen, Schreiben ist ein urdemokratisches Werk, wir sollten es weiter tun!«.

    Gabriele Loges

    Hier das Panel zum Nachhören.
    Der Nachberichtvon Tanja Steinlechner, Sprecherin der Städtegruppe BücherFrauen Berlin.


    Was ist ein fairer Verlag?

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Gabriele Loges Buchmesse Leipzig 2017  – Panel »Fairer Verlag«

    Bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion am 24. März 2017 auf dem AutorenForum in Halle 5 stellten sich die Teilnehmer den Fragen: Was können Autoren von Verlagen verlangen und auf was müssen Autoren achten?
    Eingeladen hatte der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), vertreten durch den stellvertretenden Vorsitzenden Imre Török (zweiter von rechts) in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis »Fairlag«, der IG Autorinnen Autoren, Österreich, vertreten durch den Geschäftsführer Gerhard Ruiss (rechts) sowie Nicole Pfister Fetz, Geschäftsführerin des AdS – Autorinnen und Autoren der Schweiz. Die Moderation übernahm Tobias Kiwitt, Vorstandssprecher des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen (BVjA) e.V.

    »Seit zehn Jahren streiten wir gemeinsam und mit aller Kraft für faire Verlage«, so Tobias Kiwitt. Über das Aktionsbündnis faire Verlage könne sich jeder Interessierte zusätzlich im Internet informieren (LINK). Die Erfahrung habe gezeigt, dass auf vieles vor der Verlagsunterzeichnung geachtet werden muss.

    Gerhard Ruiss möchte, dass die zahlreich anwesenden Autorinnen und Autoren wissen: »Das Urheberrecht ist voller Tücken«. Die Verträge sollte man erst mal unter Generalverdacht stellen und immer gegenchecken lassen. »Je mehr Heilsversprechen, desto weniger sollte man unterschreiben«, empfiehlt er. Auch auf irreführende Verlagsnamen müsse man achten sowie auf das Rückrufrecht.

    Nicole Pfister Fetz aus der Schweiz stellte fest, dass die nicht seriösen Verlage geschickt »ihr Ansinnen verstecken«. Das Verhältnis von Autor und Verlag sei jedoch eine klare Aufgabenteilung. Der Verlag habe das ökonomische Risiko für das Buch zu tragen, der Autor für das Manuskript.

    Imre Török sieht ein Problem darin, wenn Verlage locken und es auf das Geld abgesehen haben. Autoren dürften nicht ausgebeutet werden. Jeder seriöse Verlag halte sich an den Normvertrag. Kiwitt verwies neben der Vorsicht auf einen verdeckten Druckkostenzuschuss ebenfalls auf den Normvertrag, der auf dieser Internetseite zu finden ist.

    Die Diskussion kann hier nachgehört werden.

    Gabriele Loges


    Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di G. Loges Buchmesse Leipzig 2017  – Panel »Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?«

    Die zweite Diskussionsveranstaltung des VS im Lutherjahr 2017 setzte sich nach der Veranstaltung am 10. März in Aschaffenburg in veränderter Besetzung auf der Buchmesse Leipzig mit der Frage auseinander, welche Bedeutung das Internet für unsere Lebenswelt hat und wie wir darauf reagieren sollten.

    Bei der Veranstaltung des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), der Evangelische Akademie Meißen und des Deutschen Kulturrats diskutierten Christoph Kuhn (zweiter von rechts), Schriftsteller aus Halle, Eva Leipprand (zweite von links), Vorsitzende des VS, Nina George (rechts), Schriftstellerin und Beisitzerin im VS sowie Olaf Zimmermann (Mitte), Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. Die Moderation übernahm Regine Möbius (links), stellvertretende Vorsitzende des VS.

    Die Diskussionsgrundlage bildete folgende Überlegung: Der Lebensraum Internet ist ein völliges Novum in Kultur und Gesellschaft – man spricht von der Digitalen Revolution – annähernd vergleichbar mit der Medienrevolution durch den Buchdruck zu Zeiten Martin Luthers. Niemals zuvor hat sich inmitten bestehender Gesellschaften eine kommunikative Struktur so rasant entwickelt, die im Prinzip von jedem für alle möglichen legalen und illegalen Zwecke genutzt werden kann.

    Regine Möbius moderierte die lebhaft und kontrovers geführte Podiumsdiskussion, die in der auf der Buchmesse eingeführten Reihe »Vom Wert der Werte« lief. Veranstalter waren neben dem VS der Deutsche Kulturrat und die Evangelische Akademie Meißen. Möbius verglich die erste Medienrevolution, die Martin Luther mit Hilfe der Erfindung des Buchdrucks ausgelöst hatte mit der »Digitalen Revolution«: »Damals besaßen die Worte ungeahnte Sprengkraft, heute löst der Lebensraum Internet eine Wort- und Bildflut mit Sprengkraft aus.« Eva Leipprand hält den Vergleich dieser beiden Epochen für gewinnbringend. Man befinde sich damals wie heute in einer Umbruchsituation. Eine Weltordnung scheint zu zerbrechen. Sogenanntes Herrschaftswissen wird auf einmal jedermann zugänglich. Damals wurde das Individuum gestärkt, heute scheint es hingegen gefährdet. Die Frage sei, ob die notwendige Vielfalt gefährdet ist oder nicht. Dies sei für Autoren von besonderer Bedeutung.

    Möbius fragt den Kulturpolitiker Olaf Zimmermann, ob es mit den »unglaublichen Offenbarungsmöglichkeiten im Netz« einen Strukturwandel des Privaten gegeben habe. Zimmermann verweist auf die Reformation, die ohne den Buchdruck in Wort und Bild nicht erfolgreich gewesen wäre: »Technik damals wie heute ist generell positiv zu sehen. Die Frage ist, ob wir die Basis geschaffen haben, damit vernünftig umzugehen.« Wir müssten selbst entscheiden, was eine Verbesserung ist und was nicht. Fake News habe es immer gegeben. Bedenklich findet Zimmermann, dass wir Facebook und anderen Plattformen sogar noch die Erlaubnis zum staatlich legitimierten Zensieren geben würden. Wenn wir auf Privatheit bestehen, dürfen wir auch lügen, so Zimmermann: »Wir kommen besser mit Lügen zurecht als mit Zensur.« Leipprand wendet ein, dass es problematisch sei, mit einer »Zerfledderung dessen, was wir für wahr halten« zu leben.

    Ein konkretes Problem ist das Sammeln von Privatdaten. Viele ihrer Kollegen und ihrer Generation meinten, das sei ihnen egal, so Nina George. Für die Jungen stelle es sich anders dar: »Sie sehen das Internet als eine Art Religion, erhoffen sich Freiheit und Bildung.« Für die heute 40/50jährigen sei es oft schlicht ein Medium zur Arbeitserleichterung. Worte und private Daten im Internet werden als Ware gehandelt und erzielen für Netzanbieter hohe Gewinne. George betont: »Wir wollen nicht die Währung sein, wollen nicht, dass unsere Privatheit zur Ware wird.«

    Wie es mit der Verantwortung für unsere Worte stehe, fragt Möbius den Autor Christoph Kuhn. Er zitiert Eva Menasse mit ihrem Satz: »Die Zauberlehrlinge haben übernommen«. Es sei längst eine rote Linie überschritten worden. In der Literatur wie in den sogenannten Sozialen Netzwerken habe man die Pflicht, die Wörter genau anzuschauen: »Im Deutschen ist sozial etwas Positives, hier passt es nicht.«

    Zimmermann hält dagegen, es sei zu einfach, wenn man sage, das Internet befinde sich außerhalb des demokratischen Raums. Er sieht das Internet auch positiv, ist allerdings dafür, dass die großen Plattformen wie »Google« etc. zerschlagen werden, weil sie zu mächtig seien. Es gebe dafür demokratische Möglichkeiten und Chancen, Öffentlichkeit zu schaffen. Er finde es gut, dass »Hinz und Kunz sich äußern können«. Die Intellektuellen seien als korrigierende Kraft dabei besonders gefordert: »Diese Medien werden nicht mehr verschwinden. Aber wir müssen sie gestalten oder wir werden von ihnen gestaltet.«

    Aus dem Publikum kam die Anregung, in Deutschland eine Klage-Adresse einzurichten, damit ein Rechtsweg beschritten werden kann; Zensur lehnt Zimmermann ab. Leipprand setzt auf die Gesellschaft: Sie müsse Druck auf die Politik machen, damit die Regulierung des Internets als Aufgabe ernst genommen werde. Die Regulierung des Internets sei ähnlich notwendig wie die Straßenverkehrsordnung. George bekräftigt, dass einerseits die Meinungsfreiheit wichtig sei, andererseits der Schutz des Persönlichkeitsrechts gewährleistet sein müsse: »Wir müssen so kleinteilig wie möglich werden, die Bürger müssen mitsprechen.« »Wir sind uns einig, es muss Regeln geben, aber es muss auch die Freiheit geben«, so Zimmermann: »Wir müssen einen Prozess aushandeln und vor allem damit anfangen zu streiten.«

    Leipprand sieht in der Charta der digitalen Grundrechte eine gute Gelegenheit, die Debatte anzustoßen. Zimmermann meint, es gehe beim Schreiben und Veröffentlichen nicht ums Verbieten, besser sei es mit eigenen Argumenten dem »Schund« etwas entgegenzusetzen. Ein Zuhörer aus dem Publikum sieht darin eine Schwierigkeit, weil er sich nicht an allem beteiligen möchte. Ein zweiter Zuhörer betont, dass er den Pessimismus bei diesem nicht nachvollziehen könne. Nina George antwortet ihm: »Mein Vertrauen in die Menschen ist grenzenlos.« Aber neben den Chancen gebe es auch Gefahren, die debattiert werden müssten – das sei weniger Kulturpessimismus als der Mut zur Verantwortung. Ziel, so Zimmermann, sei eine Eigenverantwortung der Menschen gegenüber den Medien. Insofern sei er dem Medium gegenüber Optimist. Leipprand sieht abschließend die Gefahr in der Erstarkung der Macht der großen Internetkonzerne: »Mein Misstrauen gilt nicht den Menschen, sondern der Übermacht der Ökonomie.« Das Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft müsse wiederhergestellt werden.

    Gabriele Loges

    Die Diskussion kann hier nachgehört werden.
    Zum VS-Projekt »Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?«