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    Honorarumfrage des VdÜ: Ernüchterndes Ergebnis

    Honorarumfrage des VdÜ: Ernüchterndes Ergebnis

    2015: Seitenhonorare sind real gesunken,
    die Mindestsätze für Absatz- und Lizenzbeteiligungen werden systematisch unterlaufen.

    Im Frühjahr 2016 fand unter den Mitgliedern des VdÜ die erste Honorarumfrage seit 15 Jahren statt. Federführend bei der Umsetzung, Auswertung und Aufbereitung waren die Kollegin Anne Emmert sowie die Kollegen Hildegard Höhr und Michael Schickenberg.

    VdÜ Pressemeldung »Honorarumfrage 2015« | VS Fachgruppe Literatur der ver.di VdÜ VdÜ-Honorarumfrage 2015  – Seite 2

    Berücksichtigt und verwertet wurden 664 Vertragsmeldungen. Wenig überraschend: Über die Hälfte der gemeldeten Verträge wurde für Übersetzungen aus dem Englischen abgeschlossen (gefolgt von Französisch, Italienisch und Niederländisch), etwa die Hälfte aller Übersetzungen entstand im belletristischen Bereich (gefolgt von Sachbuch und Kinder- und Jugendbuch), und für gut die Hälfte wurde ein mittlerer Schwierigkeitsgrad angegeben.

    Sehr unerfreulich ist vor allem die Entwicklung der Seitenhonorare: Es ergibt sich ein Durchschnittshonorar pro Normseite der Übersetzung von
    18,81 Euro. Gegenüber dem Durchschnittswert des Jahres 2008 (Erhebung 2004-2008) von 17,83 ist das durchschnittliche Normseitenhonorar um
    5,5 Prozent gestiegen. Das deckt bei weitem nicht die Inflationsrate, die zwischen 2007 und 2016 insgesamt 13,9 Prozent betrug.

    Anne Emmert (Mitglieder der Honorarkommission des VdÜ und Initiatorin der Umfrage) zum Ergebnis:
    Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Seitenhonorare sind real gesunken, und die vom Bundesgerichtshof festgelegten Mindestsätze für Absatz- und Lizenzbeteiligungen werden systematisch unterlaufen. Die 2014 vom VdÜ und mehreren Verlagen aufgestellten Gemeinsamen Vergütungsregeln haben sich branchenweit bislang nicht durchgesetzt.
    Die Ergebnisse der Umfrage belegen erneut, dass die Übersetzenden bei Vertragsverhandlungen insbesondere mit Konzernverlagen ihre Interessen nicht ausreichend durchsetzen können.

    Hinrich Schmidt-Henkel, 1. Vorsitzender des VdÜ fügt hinzu:
    Unsere Honorarumfrage führt den politisch Verantwortlichen noch einmal konkret vor Augen, warum eine wirksame Novellierung des Urhebervertragsrechts dringend geboten ist, damit der Gesetzeszweck – Formulierung und Durchsetzung von angemessener Vergütung – erfüllt werden kann.

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    Weitere Informationen
    auf den Internetseiten des VdÜ – Bundessparte Übersetzerinnen/Übersetzer im VS