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    Appell für Publikationsfreiheit

    Appell für Publikationsfreiheit

    Für eine starke Bildungsrepublik

    Der VS unterstützt eine Initiative, die in einem Appell die Bundesregierung auffordert, die Publikationsfreiheit zu achten und bei der geplanten Bildungs- und Wissenschaftsschranke das Urheberrecht nicht weiter einzuschränken.

    Die Bildungsrepublik braucht freie Autorinnen und Autoren
    und eine vielfältige Verlagslandschaft mehr denn je

    Eine pluralistische und innovative Gesellschaft lebt vom freien Austausch von Wissen, Meinungen und Ideen. Unsere Verfassung garantiert dafür Meinungs-, Presse- und Wissenschaftsfreiheit. Um ihren Beitrag dazu leisten zu können, müssen Autorinnen und Autoren frei entscheiden können, wo und wie sie ihre Inhalte publizieren und dafür auf eine große Vielfalt unabhängiger Verlagsangebote zurückgreifen können. In einer Zeit, in der es wichtiger denn je ist, die Grenzen zwischen Fakten und Wissen auf der einen Seite und Behauptungen und Halbwissen auf der anderen Seite klar zu ziehen und zu verteidigen, müssen diese Grundrechte erst recht gestärkt werden. Der Weg in die Abhängigkeit von einigen wenigen global agierenden Medienanbietern oder gar in ein staatliches Publikationswesen führt zu einem Verlust von Qualität und Vielfalt – und letztlich von Bildung, Deutschlands wichtigstem Rohstoff.

    Genau darauf aber steuern wir zu, wenn die Rechte von Autoren und Verlagen tatsächlich so hemmungslos geschwächt werden, wie es derzeit in Deutschland geplant ist. Der Gesetzgeber, Bibliotheksverbände und Wissenschaftsorganisationen rütteln an zentralen Rahmenbedingungen publizistischer Arbeit.

    Wenn beispielsweise

    • die professionelle Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, aber auch jede andere Art von Literatur, die zu Bildungs- und Forschungszwecken genutzt wird, in großen Teilen vom Urheberrechtsschutz ausgenommen wird, wird die Leistung von Autoren und Verlagen entwertet. Unser vielfältiges und qualitativ hochwertiges Angebot an Literatur – von Fachbüchern und -zeitschriften über Wissenschaftsliteratur bis hin zu Schul- und Lehrbüchern und Medien – kann so nicht länger bereitgestellt werden.
    • Wissenschaftlern aufgezwungen wird, wie und wo sie ihre Erkenntnisse künftig veröffentlichen müssen, wie von der Bundesministerin für Bildung und Forschung postuliert, bedeutet das den unmittelbaren Verlust eines ihrer Grundrechte.
    • Bildungsmedien für Schule und Hochschule uneingeschränkt analog oder digital vervielfältigt werden können, wird dieser Markt zusammenbrechen. Kein Autor und kein Verlag werden dann mehr professionelle Unterrichtswerke und -materialien entwickeln können.
    • Bibliotheksverbände verlangen, E-Books lizenzfrei erwerben und dann uneingeschränkt und kostenlos verleihen zu können, werden sie zu konkurrenzlosen Downloadstationen und schaden Autoren, Verlagen und am Ende auch Lesern.

    Die Initiatoren der Reformpläne ignorieren damit sämtliche privatwirtschaftlich erbrachten Leistungen von Autoren und Verlagen. Sie nehmen in Kauf, die gesamte bestehende Publikations-Infrastruktur vom Autor über den Verlag bis zum Fachbuchhandel zu zerstören, ohne nachhaltige und professionelle Alternativen bereitstellen zu können.

    Wir fordern von der Bundesregierung und den Ländern:
    Stärken Sie die Bildungsrepublik Deutschland, statt sie zu schwächen!

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Appell für Publikationsfreiheit

    Weitere Informationen
    und die Möglichkeit, den Appell mit zu unterzeichnen auf:
    www.publikationsfreiheit.de

    Hier mit unterzeichnen