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    Nürnberg: Literaturpreis für Thomas Brons

    Nürnberg: Literaturpreis für Thomas Brons

    Auf Beschluss der Nürnberger Werkstatt im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V. wird der Nürnberger Autor Dr. Thomas Michael Brons anlässlich seines 70. Geburtstags für sein herausragendes literarisch-sozialkritisches Lebenswerk ausgezeichnet mit dem Alternativen Nürnberger Literaturpreis

         Nürnberger Meistersinger-Brief.

    Die Auszeichnung wird am Donnerstag, den 28. November 2013 um 19 Uhr im Kulturzentrum Nord (KUNO), Nürnberg, Wurzelbauerstraße 29, im Rahmen einer Gemeinschaftslesung verliehen.
     
    Thomas Brons ist der 5. Preisträger der seit 1992 vom Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V. (Werkstatt Nürnberg) verliehenen Auszeichnung, die sich im Verlauf von zwei Jahrzehnten zu einer Art alternativem Nürnberger Literaturpreis entwickelt hat. Mit ihm werden hervorragende Autoren im fränkischen Raum gewürdigt, deren Werk von sprachlicher Originalität und einer engagiert-sozialkritischen, demokratisch-antifaschistischen und mit der Arbeiterbewegung verbundenen Haltung geprägt ist und die in ihrer Heimat die verdiente Beachtung bisher nicht genügend erfahren haben. Die bisherigen Preisträger sind Kurt Karl Doberer † (1992), Wolf Klaussner † (1997), Walter Zahorka † (2003) und Manfred Schwab (2007).

    Einladung

    »Ausschau nach freundlicheren Welten«
     
    Verleihung des Nürnberger »Meistersinger-Briefs«
    an Thomas Michael Brons.

    Aus Anlass seines 70. Geburtstags lesen Autoren und Freunde aus seinem Werk.
    Mitwirkende u.a.: Edith Nikolajsen, Monika Rohr, Ralf Rühe, Arno Schlick und Erich Ude. Laudatio: Manfred Schwab. Musikalischer Rahmen: Ute Rüppel.
     
       Donnerstag, 28. November 2013, 19.00 Uhr
       im KUNO, Wurzelbauerstraße 29
       Eintritt frei.

    Thomas Brons, der „Weltverbesserer und Streiter gegen Engherzigkeit und Opportunismus“ („Nürnberger Nachrichten“), wurde am 11. November 1943 in Nürnberg geboren. Er hat Romanistik, Lateinamerikanistik und Literaturwissenschaften studiert. Promotion zum Dr. phil. 1971 in München mit einer Arbeit über die Antipoesie des Chilenischen Lyrikers Nicanor Parra.

    In vier Kontinenten arbeitete Brons u.a. als Freiwilligenhelfer, Taxifahrer, Museumspädagoge, Mitarbeiter des Goethe-Instituts und Hochschullehrer.

    1972/74 lehrte er an der Universität von Santiago de Chile und geriet dort nach dem Militärputsch in die Folterkeller des Pinochet-Regimes. Diese traumatischen Erlebnisse, an deren Folgen er bis heute leidet, hat er (neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Sachbüchern und Übersetzungen aus dem Spanischen, u.a. über die Literatur-Nobelpreisträger Octavio Paz und Pablo Neruda) in einer fortlaufenden Buchreihe mit biografischen, literarischen, philosophischen und zeitgeschichtlich-sozialkritischen Notaten verarbeitet: „Aus dem Tagebuch eines Spätheimkehrers“ (1975), „Ätsch, ich habe gelebt“ (1983), „Aus Logbüchern des Narrenschiffs“ (1988), „Taxi Tage Buch“ (1993), „Stimmen aus dem Off“ (1999) und zuletzt „Xenos – der Fremde (2007).

    Es sind literarische Arbeitsjournale voll Wut und Witz, Sarkasmus und Zärtlichkeit, für die er eine ganz eigene literarische Mischform entwickelt hat. Texte „voller Chaotik und Präzision“, so Hermann Glaser, für Leser, die wie Brons „nach 'freundlicheren Welten' Ausschau halten“.