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Manifest des Freien Wortes

Am Frankfurter Literatur Vaz

Zwischen dem Sitz für das erste gesamtdeutsche Parlament in der Paulskirche, dem Gründungsort der ersten Buchmesse der Welt in der Buchgasse und dem Haus des Buches rufen die Autorinnen und Autoren den Platz des Freien Wortes in Frankfurt am Main aus.

Nicht allein Überwachung durch Staaten und Geheimdienste gefährdet Freiheit und Demokratie.

Es sind die Einschränkungen der Berichterstattung, der Entzug der Lebensgrundlage von Künstlern und Sachbuchautoren durch niedriges Honorar und die direkte Bedrohung von Schreibenden durch Tötung, Folter, Gefängnis oder Ermordung.

Denkende und Schreibende leben global entweder am Rande der Existenz oder sind durch Willkür gefährdet. Die Bevölkerungen sollten wissen, dass diese Einschränkungen des Freien Wortes sie von Informationen abschneidet. Freie Information ist die Voraussetzung, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Wir fordern, dass die Rechte der Autorinnen und Autoren aktiv durch Urheberrecht und Schutz gegen Willkür geschützt werden.

Zu viele Politiker sind ohne Bewusstsein über die Rolle der Kultur. Sie leben in einem Parlamentarismus ohne sich der Bedeutung des Freien Wortes gewahr zu sein.

Gedankenlose Dummheit taucht auf Demonstrationen und in Straßen auf, wenn ein scheinbares Eigeninteresse betroffen wird. Menschen bedrohen andere mit dem Tod, klagen gegen Fremde und über Nachteile. Sie wissen nicht, was sie tun. Ihnen fehlt das Gespräch.

Es fehlt eine offene parlamentarische Kultur, eine Gesprächskultur. Das Freie Wort wird zu wenig eingeübt. Den Schreibenden wird die Lebensgrundlage entzogen. Mächtige Interessen verschleiern und verheimlichen ihre Projekte, und wie sich auf die Lebenssituation der Menschen auswirken werden.

Gleichzeitig entstehen Industrien, die Öffentlichkeit manipulieren. Weit über die Geheimdienste hinaus stehen sogar liberale Redaktionen zu oft dem eigenen Denken entgegen. Sie folgen neoliberalen Theologien, Fakten werden verzerrt oder verkürzt.

Wir fordern die Freiheit des Wortes, Klarheit des Denkens und Kultur des Streits, in dem Partner sich zuhören.

Frankfurt/M., 28. Oktober 2015

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Das Manifest kann als pdf-Datei hier geladen werden.

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