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    21. Leipziger Literarischer Herbst

    24.10.2017 – 31.10.2017Leipzig

    21. Leipziger Literarischer Herbst

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    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Sachsen LLH 21. Leipziger Literarischer Herbst

     

    »Martin Luther Superstar«

    Es ist die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Reformation, die den Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller VS mit seinem Festival »21. Leipziger Literarischer Herbst« veranlasste, zusammen mit Vereinen, Verbänden, Verlagen und Institutionen unter dem Titel sich am Reformationsjubiläum zu beteiligen.

    Reformation – das war und ist nicht nur ein historisches Ereignis mit einem wortgewaltigen Luther. Sie war vielmehr ein weltweiter Transformationsprozess, der bis heute wirkt. Bedeutung und Auswirkung der Reformation ist uns in einem zehnjährigen Prozess – der Reformationsdekade – mehr als deutlich geworden. In etwa 40 Veranstaltungen wollen wir vor allem die Wirkungen und Errungenschaften der Reformation in Kunst, Kultur, in kultureller Bildung, Gesellschaft und Politik aufzeigen.

    Regine Möbius, stellvertretende Vorsitzende des VS, fasst die Schwerpunkte des 21. Leipziger Literarischen Herbstes zusammen:

    Dienstag, den 24. Oktober 2017, 19.00Uhr

    Wir begegnen im großen Saal des Literaturhauses einem wortgewaltigen, sicher spannenden und provozierenden Wort-Duell zwischen dem wirkungsmächtigen Philosophen Peter Sloterdijk und dem Philosophen und Performer Rainer Totzke, Alias Kurt Mondaugen. Peter Sloterdijk wird aus seinem neuen Buch »Nach Gott« lesen. Dabei kommen die Bereiche der aktuellen Theologie und Philosophie ebenso ins Spiel wie die mörderische Politik der Gegenwart.
    Seit Anfang der 80er Jahre ist Peter Sloterdijk durch sein fulminantes Werk »Kritik der zynischen Vernunft« nicht mehr aus dem philosophischen Interesse der Öffentlichkeit wegzudenken.

    Mittwoch, den 25. Oktober 2017, 19:00 Uhr

    Wir begegnen in der Alten Handelsbörse in Lesung und Gespräch F.C. Delius mit seiner sprachgewaltigen Erzählung über das rätselhafte, herrliche, abgründige Rom der Gegenwart. »Die linke Hand des Papstes« ist die moderne Legende: Wie der Papst sich wohl zum Lutheraner wandelte. Die Moderation des Literaturkritikers Michael Hametner wird diese Behauptung vertiefen oder entkräften.

    Donnerstag, 26. Oktober 2017

    Einer unserer besonders engagierten Partner in diesem Leipziger Literarischer Herbst ist die Rahn Education mit vier Veranstaltungen. Zwei davon heute.
    In der Reihe »Schriftsteller im Dialog« erleben wir zwei Große dieser Stadt im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Bernd Landmann. Werner Heiduczek – Homes de lettres – ist souverän in vielen Literaturgattungen zu Haus, Clemens Meyer trifft sprachgewaltig den Nerv einer jungen Literatur. Alle drei sind um 17.00 Uhr im Veranstaltungssaal der Rahn Education zu erleben.
    Eine Stunde später, 18.00 Uhr im originalgetreu restaurierte Schumann-Saal, dem Kleinod unter den Konzertsälen hier in unserer Stadt, reiben sich Autorinnen und Autoren der Werkstatt »Literarisches Schreiben« an dem Luther zugeschriebenen Satz »Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz«.

    Der Briefwechsel der Physikerin Eva Lübbe mit dem nicht ganz echten Luther erzählt von der Auseinandersetzung mit ihm, wie auch die nach 500 Jahren angesetzte Gerichtsverhandlung über den Reformator. Um 19.30 Uhr in der Bibliotheka Albertina begegnen wir dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu mit seinem Luther-Roman »Evangelio«.

    Die Kraft der Sprache und die Verzerrung und Verknappung der Sprache nehmen ebenfalls um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek die Autorin von Scheuerl-Defersdorf und der Hallenser Schriftsteller Christoph Kuhn unter die Lupe. Per Video laufen als Kontrast einige der großartigen lutherschen Wortschöpfungen.

    In den Gewölben der Moritzbastei werden sich am gleichen Tag um 20.00 Uhr die beiden Leipziger Kulturmatadore Henner Kotte und Axel Thielmann, der eine Schriftsteller und Lokalhistoriker, letzterer Vortragskünstler, Schauspieler und Radiosprecher, mittels ausgewählter Texte verschiedenen Facetten des lutherischen Kosmos nähern.

    Freitag, den 27. Oktober 2017, 19.00 Uhr

    Hochaktuell wird es in der Aula der Alten Nikolaischule. Unter dem Titel »Ende der Privatheit. Brauchen wir eine neue Reformation?« wird eine Debatte angestoßen, die gesamtgesellschaftlich ist; schließlich stehen Werte wie Privatheit, Autonomie und Demokratie auf dem Spiel. Mit der Digitalisierung erleben wir heute erneut eine Medienrevolution, die nicht allein als technologische Innovation und Erweiterung unserer Möglichkeiten zu verstehen ist, sondern ebenso Auslöser und Motor grundlegender Umwälzungen in Kultur und Gesellschaft, in Bildern und Sprache.
    Es diskutieren Informatiker, Autorinnen und Politiker.

    Sonnabend, den 28. Oktober 2017, 18.00 Uhr

    Noch einmal ist das besondere Ambiente des Schumannsaales in der Reihe »Schumanns Salon« zu erleben.

    Die von Thomas Mayer in dem Buch »Hier stehe ich …« aufgezeichneten 30 Lebensbilder prominenter, engagierter Persönlichkeiten beginnen mit der »nahezu journalistisch genial zugespitzten Schlusstendenz von Martin Luthers Rede am Ende des Wormser Reichstages: ‚Hier stehe ich, ich kann nicht anders‘«.
    Der Schriftsteller Christoph Kuhn wird mit Thomas Mayer über seine Begegnungen mit diesen Persönlichkeiten im Gespräch sein.
    Die Schauspieler Steffi Böttger und Axel Thielmann werden einige dieser Lebensbilder zu Gehör bringen.

    Sonntag, den 29. Oktober 2017

    Der Sonntagmorgen beginnt kulturpolitisch um 11.00 Uhr im Fürstensaal der Albertina. Zu Gast sind vier prominente, längst erwachsen gewordene Pfarrerskinder aus ostdeutschen und westdeutschen Pfarrhäusern, deren unterschiedliche Prägung auf dem Hintergrund einer unterschiedlichen politischen Entwicklung im geteilten Land spannend und eindrücklich im Gespräch mit dem MDR und WDR Journalisten Sebastian Victor zu erleben ist.

    Montag, den 30. Oktober 2017

    Wir begegnen zwei Diskutanten, die sich nichts schenken: Der Pfarrer, Bürgerrechtler und Schriftsteller Friedrich Schorlemmer ist im Gespräch mit dem Kulturstreiter Olaf Zimmermann. Sie warnen um 19.30 Uhr Literaturhaus Leipzig vor einem entfesselten Kapitalismus, der Mensch und Natur zur Ressource degradiert.

    Dienstag, 31. Oktober 2017

    Literarisch krönt den Reformationstag in der Aula der Alten Nikolaischule eine Lesung Guntram Vespers aus seinem Roman »Frohburg« und dem eben erschienenen Erzählband »Nördlich der Liebe und südlich des Hasses / Die Prosa«. Wir freuen uns, dass wir den diesjährigen Herbst mit dem Träger des Preises der Leipziger Buchmesse und des ersten »Erich- Loest-Preises« beenden werden.

    Auch an die Kinder ist mit drei Schullesungen gedacht. Die Chamissopreisträger verbinden ihre abendliche Lesung mit einer literarischen Begegnung in Schulen und der Berliner Schriftsteller Lutz Rathenow, den Sachsen sicher auch bekannt als der Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, stellt in der Freien Grundschule Clara Schumann der Rahn Education am Vormittag des 24. Oktober sein neues Kinderbuch »Der Elefant auf dem Trampolin« vor. Um den Werdegang eines solchen Buches sinnlich erfahren zu können, greift der Illustrator des Kinderbuches, Egbert Herfurth zusammen mit den Kindern selbst zu Stift und Papier.

    Weitere Informationen

    zu den Veranstaltungen und aktuelle Meldungen auf der Internetseite des Veranstalters

    Das Programm (Kurzfassung)

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di Sachsen
    Foto/Grafik: LLH

    mit allen Veranstaltungen und weiteren Details kann der beigefügten pdf-Datei entnommen werden.