Veranstaltungen

    2015: Literatur und Politik

    15.05.2015, 14:00 – 17.05.2015, 13:30BBZ, 14109 Berlin, Koblanckstr. 10

    2015: Literatur und Politik

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    Hoffnungen, Sehnsüchte
    und politische Vorstellungen zum Mai 1945

    Tagung 15. – 17. Mai 2015
    im ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg

    Das Thema

    Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 war der Sieg der Anti-Hitler-Koalition entschieden. In West- und Ost-Deutschland sowie Österreich begann eine politische und gesellschaftliche Neuorientierung.
    Lange blieb die Bedeutung des 8. Mai in Westdeutschland umstritten: Niederlage oder Befreiung? Erst durch die Rede des Bundespräsidenten von Weizsäcker im Jahr 1985 konnte der Gedanke, dass der 8.Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus gefeiert werden muss, politische und gesellschaftliche Wirkung entfalten. Denn die militärische Niederlage bedeutete nicht die Niederlage der Menschen, sondern ihre Befreiung von einer der grausamsten Diktaturen der Geschichte, die Befreiung vor allem der überlebenden Opfer des NS-Terrors und der Menschen insbesondere in den europäischen Staaten vom Faschismus.

    Das Kriegsende brachte wichtige Grenzverschiebungen vor allem für Deutschland und Polen, aber auch in ganz Mitteleuropa. Durch die Besetzung des reduzierten deutschen Reichsgebiets und Österreichs und die Teilung auch der Hauptstädte in vier Besatzungszonen lag die staatliche Souveränität bis 1955 bei den Besatzungsmächten.

    • Wir wollen zurückblicken in eine schwierige Zeit voller Hoffnungen, Sehnsüchte und politischen Vorstellungen.
    • Wie konnte unter dem Einfluss der Besatzungsmächte eine Neuordnung entstehen, welche die Ursachen und Folgen von Faschismus und Krieg beseitigen würde?
    • Wie konnte selbständiges politisches Handeln zunächst auf den Ebenen von Kommunen, Kreisen und Ländern wieder möglich werden?
    • Wie sollte eine effektvolle ›Entnazifizierung‹ verwirklicht werden?
    • Wie konnte die ökonomische und soziale Situation der Bevölkerung auf- und ausgebaut werden.
    • Welche politischen und gewerkschaftlichen Zukunftsentwürfe für eine humane und sozialistische Gesellschaft wurden formuliert und in den verschiedenen Besatzungszonen ins Werk gesetzt.
    • Welchen Einfluss hatte der zunehmende Ost-West-Gegensatz?
    • Was bedeutete eine Regierungspolitik mit Tätern der Vergangenheit wie Globke, Oberländer und Filbinger sowie den alten reaktionären Kräften in Justiz, Beamtenschaft, Verwaltungen, Universitäten und Schulen?
    • Wie sah der »Kulturhunger« der Bevölkerung aus nach den langen Jahren des Verbots »entarteter Kunst«?
    • Welche Beiträge leisteten die Künste und die Literatur zur Neuorientierung und gegen das Wiedererstarken konservativer und faschistischer Kräfte?

    Diese und andere Fragen zu politischen, kulturhistorischen und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten wollen wir diskutieren.

    Termin
    15. Mai 2015 (14.00 Uhr) bis 17. Mai 2015 (13.30 Uhr)
    Ort
    ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg
    14109 Berlin, Koblanckstraße 10
    Tel.: 030/806713- 0, Fax: -560, e-Mail: biz.berlin@verdi.de


    Ablauf | Vorträge | Workshops

    Freitag, 15. Mai 2015

    14.00 Uhr Begrüßung
    Michael Walter
    ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum

    14.15 Uhr Eröffnung
    Frank Bsirske
    Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft

    14.45 Uhr Vortrag
    Deutschland nach 1945 –
    Hoffnungen, Sehnsüchte und politische Vorstellungen

    Prof. Alfred Grosser
    Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler, Paris

    16.45 Uhr Vortrag
    Hochkulturhunger nach 1945 –
    Erlebtes, aber später erst Begriffenes

    Prof. Dr. Jost Hermand
    Universitäten Madison/Wisconsin und Berlin

    19.15 Uhr Zeitzeugengespräch
    Prof. Arno Klönne, Politikwissenschaftler,
    im Gespräch mit
    Inge Heym, Schriftstellerin
    Moderation: Dr. Hartmut Simon, Historiker, ver.di-Bundesverwaltung


    Sonnabend, 16. Mai 2015

    9.00 Uhr Referat und Diskussion
    »Hoffnung in Trümmern« – Viktor Agartz’
    neue Wirtschaftsdemokratie nach 1945

    Dr. Christoph Jünke
    Historiker, Bochum

    11.00 – 18.00 Uhr Workshops

    • Workshop 1


      Kurt Hillers Schrift »Geistige Grundlagen
      eines schöpferischen Deutschlands der Zukunft« (1947)

      Heidi Beutin
      freie Wissenschaftspublizistin, Stormarn

    • Workshop 2


      Der Mythos der »wiedergewonnenen Gebiete«
      in der polnischen Presse und Literatur

      Prof. Dr. Grażyna Barbara Szewczyk
      Katowice

    • Workshop 3


      »Was damals Rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein«
      – Der Marinesoldat Gröger und der
      spätere Ministerpräsident Filbinger

      Jaqueline Roussety
      Autorin, Berlin

    • Workshop 4


      Das Deutschlandbild
      in der französischen Literatur von 1945 bis 1950

      Dr. Heiner Wittmann
      Lehrbeauftragter der Universität Stuttgart

      Die Gruppe 47: ein Neuanfang für die deutsche Literatur?

      Prof. Dr. Stuart Parkes
      Malta

    • Workshop 5


      Hans Mayer – ein Deutscher auf Widerruf

      Claudia Wörmann-Adam
      Vorsitzende des ver.di Bundesfachbereichsvorstands Besondere Dienstleistungen, Köln

      »Mauern von Vorurteilen und falschen Anschauungen sind niederzureißen ...« – Der Versuch, mit der Zeitschrift
      »OST und WEST« ein Vakuum zu füllen

      Heinrich Bleicher-Nagelsmann
      ver.di-Bereichsleiter Kunst und Kultur, Berlin

    • Workshop 6


      Erich Loest, »Jungen, die übrig blieben« – Hoffnungen und Vorstellungen einer Zukunft in einem anderen Deutschland

      Regine Möbius
      Schriftstellerin und stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, Leipzig

      Polnische Dichtung und polnischer Film in der Nachkriegszeit

      Dr. Zbiegnew Feliszewski (angefragt)
      Katowice

    19.30 – 21.30 Uhr
    »Es sind die alten Weisen, die neu in uns erstehn«
    Eine literarisch-musikalische Revue
    Anna Haentjens, Gesang/Rezitation
    Sven Selle, Klavier


    Sonntag, 17. Mai 2015

    9.00 – 12.30 Uhr Referate und Diskussionen
    Der Niedergang der Kultur in Deutschland bis 1945
    und Ansätze ihrer Rekonstruktion nach der Befreiung

    Dr. phil. habil. Wolfgang Beutin
    Universität Bremen

    Gewerkschaften im deutschen Nachkriegskapitalismus – Zwischen Interessenvertretung
    und Gesellschaftstransformation

    Dr. Wolfgang Uellenberg
    ehem. Bereichsleiter »Politik und Planung«, ver.di-Bundesvorstand, Berlin

    13.00 Uhr Ausblick und Abschied
    Michael Walter
    ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum

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    Anmeldung
    Mit Postkarte, per Fax oder E-Mail an:
    Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg
    Sichern Sie sich Ihre Teilnahme durch umgehende Anmeldung.

    Kosten
    75 Euro / 58 Euro (mit/ohne Übernachtung) inkl. MwSt
    Sozialrabatt von 25 Prozent auf Anfrage
    Teilnehmende, die nicht Mitglied der ver.di sind, zahlen einen Zuschlag von 100,00 Euro.
    ver.di übernimmt die Reisekosten ihrer Mitglieder gemäß der gültigen Reisekostenregelung

    Eine Veranstaltung
    der Gewerkschaft ver.di
         Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg,
         Landesbezirke Nord und Berlin-Brandenburg,
         GewerkschaftsPolitische Bildung gemeinnützige GmbH,
         Bundesfachbereich Medien, Kunst und Industrie,
    des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) und
    von CLARA e.V.
    unterstützt vom Talheimer Verlag

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    Das Faltblatt zur Tagung mit weiteren Einzelheiten und dem Anmeldeformular kann als pdf-Datei hier geladen werden

    Tagung 15. – 17. Mai 2015 »Literatur und Politik« | VS Fachgruppe Literatur in ver.di
    Foto/Grafik: DHM Berlin

     

     

         »Endlich unserer
         Kraft zu trauen
         und ein
         schöneres Leben
         aufzubauen«

         Bertolt Brecht