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VS-Mitglieder trauern um Erich Loest

13.09.2013

Ehrendes Gedenken für einen kämpferischen deutschen Schriftsteller und Kulturpolitiker

»Wir alle verlieren mit Erich Loest einen Schriftsteller und Kulturpolitiker, der die persönlichen gesamtdeutschen Erfahrungen vor dem Mauerbau, während der Zeit der problematischen Kontakte durch eine ideologische und reale Mauer hindurch zum Anlass genommen hat, konstruktiv mit einer neuen Chance umzugehen und anstehenden Dialogen nicht auszuweichen«, so die ver.di-Beauftragte für Kunst und Kultur, Regine Möbius.

Für seine literarische und kulturpolitische Leistung wurde Erich Loest 2009 mit dem Deutschen Nationalpreis geehrt. Er hat wie wenige deutsche Schriftsteller im Rahmen seiner Arbeit eine produktive Symbiose zwischen Fiktion und Realität erreicht, die ihn hervorragend befähigte, eine Idee und historisch genaue Zusammenhänge eindrücklich zu verbinden.

Dem 1926 im sächsischen Mittweida Geborenen gelang es beeindruckend, durch das Brennglas seiner eigenen Biographie auf soziale, geschichtliche und politische Vorgänge zu blicken. Sein kritisch-analytischer Blick auf erste politische Gegenbewegungen in der DDR brachten ihm 1957 siebeneinhalb Jahre Zuchthaus ein, die er in Bautzen ll verbüßte.

Der 1881 aus der DDR ausgereiste Schriftsteller, für den die literarische Arbeit unter den politischen Verhältnissen nahezu unmöglich geworden war, kam nach dem Mauerfall zurück nach Leipzig. Loest redete nicht von Aufklärung, er war ihr legitimer Vertreter und wurde 1994 zum Vorsitzenden des Verbandes deutscher Schriftsteller gewählt. Mit seiner Initiative zur Begegnung von polnischen und deutschen Schriftstellern leistete er einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen den Ländern und ihren Autoren. Große Verdienste um die polnische Literatur und die Rettung von Bibliotheken prägten darüber hinaus die dreijährige Wahlperiode.

»Mit seiner Form der Literatur gelang es ihm, ein Zeugnis zu geben für den Einzelnen und die namenlose Masse derer, die diese Sprache nicht besaßen oder zum Verstummen gebracht wurden, ehe sie ihre Stimme erheben konnten.«, erklärte der VS-Vorsitzende Imre Török.
Er trauert mit den Freunden und Weggefährten Erich Loests um einen Schriftsteller, der für die Literatur, den Verband und das schwierige Vaterland als eine herausragende Person der deutschen Öffentlichkeit tätig war.

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Die VS-Medieninformation kann als pdf-Datei hier geladen werden.

Der Bundesvorstand des VS
hat anlässlich des Todes
von Erich Loest
am 12. September 2013
ein Kondolenzbuch eröffnet.

Das Kondolenzbuch wurde am 30. Oktober 2013 geschlossen. Die Einträge sind in beigefügter pdf-Datei dokumentiert

Kondolenzbuch Erich Loest

Pressekontakt

Heinrich Bleicher-Nagelsmann
TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de

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