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    Gemeinsame Erklärung von SGDL und VS

    Gemeinsame Erklärung von SGDL und VS

    07.12.2013

    Paris, 24. Oktober 2013: Nach Begegnungen auf der Tagung »Zukunft des Buches« am 9. September 2013 in Berlin und auf der Frankfurter Buchmesse, haben die Société des Gens de Lettre (SGDL) und der Verband deutscher Schriftsteller (VS in ver.di) eine engere Zusammenarbeit im Interesse ihrer Mitglieder vereinbart. Dabei wird es vor allem um Fragen des europäischen Buchmarktes und grenzüberschreitender Vertragsbedingungen gehen.

    Für den Vorstand des VS hat Gerlinde Schermer-Rauwolf am 24. Oktober 2013 an einem Forum des SDGL zu Urheberrechts- und Vertragsfragen teilgenommen. Aus Anlaß dieser Tagung haben die beiden Verbände nachstehende Erklärung veröffentlicht.

    Gemeinsame Erklärung von SGDL und VS

    Schriftstellerinnen und Schriftsteller sind die Schöpfer des heutigen Angebots an literarischen Werken. Sie werden auch in Zukunft gleichermaßen die Vielfalt und Qualität des digitalen Buchmarkts in Europa garantieren.

    Nach der deutsch-französischen Erklärung über die »Zukunft des Buches, Zukunft Europas«, die am 9. September 2013 in Berlin unterzeichnet wurde, bekräftigen der Verband deutscher Schriftsteller (VS) und die Société des Gens de Lettre (SGDL) als die namhaften Organisationen der Schriftsteller in Deutschland und Frankreich ihr Vertrauen in die Zukunft des digitalen Buchmarkts.

    Die Autoren werden mehr als wachsam sein, wenn es um neue Geschäftsmodelle zur Verbreitung ihrer Werke geht. Gemeinsam mit den deutschen und französischen Verlegern sowie Buchhändlern bekräftigen sie noch einmal die Notwendigkeit eines fairen Wettbewerbs sowie eines Rechtsrahmens, der die kulturelle Vielfalt in Europa gewährleistet:

    1. Buchpreisbindung.
      Die Buchpreisbindung, die es heute in elf EU-Ländern gibt, fördert das Verlagswesen und die Verbreitung von literarischen Werken und ist Voraussetzung für eine faire und angemessene Vergütung der Autoren.
    2. Ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz für digitale Bücher.
      Durch die Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für E-Books geltend zu machen, könnten wettbewerbsfähige Preise aufrecht erhalten und gleichzeitig eine legitime Vergütung der Autoren beibehalten werden.
    3. Ein faires Steuersystem.
      Nur ein faires Steuersystem ermöglicht weiterhin eine gerechte Verbreitung aller Autoren und ihrer Werke.
    4. Anerkennung und Stärkung des Urheberrechts als Herzstück
      des geistigen Eigentums nach europäischem Recht.

      Allein das Urheberrecht ermöglicht eine angemessene Vergütung künstlerischen Schaf-fens und die Entwicklung eines vielfältigen und für jeden zugänglichen Angebots. Das Urheberpersönlichkeitsrecht ist an die Person des Autors gebunden. Er allein entscheidet, ob, wo und wie sein Werk veröffentlicht werden soll. Dieser Grundsatz darf bei digitalen Büchern nicht abgeschwächt werden.

    Der VS und die SGDL schließen sich der Erklärung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, des Deutschen Kulturrats, der Gewerkschaften Syndicat National de l’Edition und Syndicat de la librairie française an und rufen die französische und die deutsche Regierung auf, eine neue Strategie zur Entwicklung der europäischen Buchkultur zu erarbeiten. Diese Strategie auf der Grundlage der wichtigsten hier erwähnten Punkte und in Abstimmung mit allen Akteuren der europäischen Buchkultur soll im Arbeitsprogramm der Europäischen Union verankert werden.

    Die Erklärung, die aus dem deutsch-französischen Treffen in Berlin hervorgegangen ist, kann nur Wirkung und Legitimität entfalten, wenn sie alle europäischen Autorenverbände einbezieht.

    gez. Jean Claude BOLOGNE
    Société des Gens de Lettres

    gez. Imre TÖRÖK
    Verband Deutscher Schriftsteller

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    die gemeinsame Erklärung vom 24. Oktober 2013 kann in deutscher und in französischer Fassung hier als pdf-Datei geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann
    TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de