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    Urheberrecht: Verbessern, nicht verwässern!

    Urheberrecht: Verbessern, nicht verwässern!

    21.03.2016

    VS fordert Verbesserung und nicht Verwässerung des Urheberrechts

    Vorgelegter Kabinettsentwurf für Urheber enttäuschend

    In einer Pressekonferenz auf der Leipziger Buchmesse kritisierte die VS-Bundesvorsitzende Eva Leipprand entschieden den aktuellen Regierungsentwurf zum Urhebervertragsrecht: »Es ist enttäuschend, wie wenig von dem ursprünglichen Entwurf aus dem BMJV in der Kabinettsvorlage übrig geblieben ist. Wir werden uns im parlamentarischen Prozess weiter für die seit 2002 angestrebte Verwirklichung auf angemessene Vergütung einsetzen. Es geht um Verbesserung und nicht Verwässerung der bisherigen Regelung.«

    Bei der Vorlage des Entwurfs aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) im vergangenen Jahr hatte der VS gegenüber den Verwertern deutliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, um auf der Grundlage des Entwurfs zu gemeinsamen Lösungen aller Beteiligten zu finden. Dies setzt jedoch die in der Koalitionsvereinbarung vorgesehenen Verhandlungen »auf Augenhöhe« voraus. Die Neuauflage des Gesetzentwurfs wirft Bemühungen und Forderungen der Urheberinnen und Urheber in die Abhängigkeit des letzten Jahrhunderts zurück.

    »Der VS hält am Grundsatz fest«, so Eva Leipprand, »dass jede Art der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke ohne Ausnahme angemessen vergütet werden muss.« Auch dürfe ein erleichtertes Rückrufrecht nicht nur für Pauschalverträge gelten und seine zeitliche Befristung solle in Verhandlungen zwischen Urhebern und Verlagen ausgehandelt werden.

    Auskunftsrecht und Verbandsklagerecht müssen wieder deutlicher die Interessen der Urheberinnen und Urheber widerspiegeln, die schließlich kreative Grundlage und Impulsgeber der gesamten Buchbranche seien.

    »Verlage und Autorenschaft müssten im wechselseitigen Interesse gemeinsam auf die Novellierung des Urhebervertragsrechts in dem Sinne einwirken, dass alle Beteiligten der Gefährdung des „Kulturguts Buch“ durch Piraterie und internationale Digitalkonzerne die Stirn bieten können«, so der Vize-Vorsitzende des VS Imre Török.

    Erklärung »Kulturgut Buch« | Schutz literarischer Texte im digitalen Zeitalter 
Erklärung der Autorenverbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs
Erklärung »Kulturgut Buch«

    Die gemeinsame Erklärung der Schriftstellerverbände der Schweiz, Österreichs, Deutschlands und des Bundesverbands Junger Autoren zum Schutz des »Kulturguts Buch«, die auf der Pressekonferenz vorgestellt wurde, findet sich hier.

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    Die Medieninformation des VS vom 21. März 2016 kann als pdf-Datei hier geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann
    TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de