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    »Kulturgut Buch«

    »Kulturgut Buch«

    18.03.2016
    Logos der Autorenverbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs | VS Fachgruppe Literatur der ver.di Autorenverbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs


    Autorenverbände fordern besseren Schutz
    literarischer Texte im digitalen Zeitalter

    »Kulturgut Buch« – Erklärung deutschsprachiger und französischsprachiger Schriftstellerverbände zur Leipziger Buchmesse 2016

    VS Fachgruppe Literatur der ver.di ver.di Pressekonferenz am 18. März  – v.l. G. Ruiss, E. Leipprand, H. Bleicher-Nagelsmann, T. Kiwitt

    »Die digitale Welt enthält für Autorinnen und Autoren Chancen und Risiken«, heißt es in der Erklärung »Kulturgut Buch. Schutz literarischer Texte im digitalen Zeitalter«, mit dem Autorenverbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse auf zunehmende Gefahren zu Lasten von Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser aufmerksam machen.

    Neben den durchaus interessanten Möglichkeiten des Self-Publishings, von Book-on-Demand oder Blogdiensten stehen enorme Rechtsunsicherheiten und Gefahren vor allem durch »Intermediäre« wie Google, Amazon, Facebook, Apple. Sie erzielen immer mehr Gewinne aus der Wertschöpfungskette zu Lasten der herkömmlichen Verlage. Dies hat Auswirkungen auch für deren Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie für die Gesellschaft insgesamt.

    Am Anfang eines Textes stehen Autor und Autorin und deren schöpferischer Akt; dieser macht einen Text erst zum Kulturgut und muss deshalb durch das Urheberrecht geschützt werden. Das Urheberrecht ist die Grundlage für den Erhalt der kulturellen Vielfalt. Nach der »UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen« ist es die Aufgabe der Staaten, diese Vielfalt zu fördern und zu schützen.

    Die Verbände fordern die Stärkung des Urheberrechts und eine faire Verteilung der Verwertungserlöse an Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer. Eine angemessene Vergütung für Kreative und Urheber sowie diese schützende Vertragsbedingungen gehören zu den zentralen Aufgaben, die im digitalen Zeitalter sichergestellt werden müssen.

    Mit der Kontrolle des Leseverhaltens bei elektronischen Lesegeräten durch sogenannte Tracking-Methoden werden auch die Leserinnen und Leser zunehmend dem rein ökonomische Kalkül von Intermediären unterworfen. Damit einher geht ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht von Leserinnen und Lesern gleichermaßen, wie von Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer.

    Die Verbände fürchten darüber hinaus Gefahren, die sich in den Freihandelsabkommen TTIP oder TISA verbergen und letztlich eine weitere Marktöffnung für monopolistische Digitalkonzerne bedeuten dürften.
    Sie sehen ebenfalls Gefahren für die Buchpreisbindung und verurteilen die Überbewertung ökonomischer Interessen, indem das Kulturgut Buch zur reinen Ware degradiert wird.

    Die Verbände fordern die Politik auf, den Schutz der nationalen bzw. regionalen Vielfalt trotz transnationaler Verbreitung zu gewährleisten. Die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen muss auch regional unterstützende Maßnahmen erlauben. Internationale Großkonzerne dürfen die regionalen und lokalen Unternehmen nicht durch die Ausnützung unterschiedlicher Steuer- und Rechtssysteme bedrängen.

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    Die gemeinsame Medieninformation der vier beteiligten Verbände vom 18. März 2016 kann als pdf-Datei hier geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann
    TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de

    Erklärung Kulturgut Buch

     

     

    Kulturgut Buch.
    Schutz
    literarischer Texte
    im digitalen Zeitalter


    Gedanken
    von Raphael Urweider,
    Präsident der Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) anlässlich der Medienkonferenz des VS, der IG Autorinnen Autoren, des BVjA und des AdS auf der Leipziger Buchmesse vom 18. März 2016.