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    Ein streitbarer, großer Schriftsteller, der uns fehlen wird

    Ein streitbarer, großer Schriftsteller, der uns fehlen wird

    13.04.2015
    Günter Grass im Juni 2008 - VS Fachgruppe Literatur in ver.di VS Günter Grass  – mit Mitgliedern des VS-Bundesvorstandes (Juni 2008) v.l.n.r. Gerlinde Schermer-Rauwolf, Regine Möbius, Imre Török

    »Ein streitbarer Geist und wortmächtiger Autor, dem seine Schriftstellerkolleginnen und -kollegen viel zu verdanken haben, so wird er uns in Erinnerung bleiben«, erklärt die Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller VS, Eva Leipprand, zum Tod von
    Günter Grass.

    Gemeinsam mit Dieter Lattmann, Heinrich Böll, Martin Walser und Ingeborg Drewitz hatte Günter Grass in den 60-er Jahren für den Gewerkschaftsbeitritt der Schriftsteller gekämpft. Erfolgreich wurde der Zusammenschluss mit der IG Druck und Papier – trotz vieler Kontroversen unter den Einzelkämpfern – schon vier Jahre nach der Gründung des VS erreicht. Für dieses Ziel war Grass bereits bei der Verbandsgründung 1969 eingetreten.

    Die damals formulierten Hauptziele des Verbandes wurden dann mit der Gewerkschaft in den Folgejahren erfolgreich umgesetzt.

    Kontroversen gab es aber immer wieder. Sei es im Streit um Friedensfragen, um die Unterstützung von aus der DDR ausgewiesenen Schriftstellern oder auch um die Fortentwicklung der IG Druck und Papier zur IG Medien. Beim letzten Punkt war Grass nicht einverstanden. Mit anderen Kolleginnen und Kollegen trat er aus. Persönliche Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen im Verband aber blieben erhalten. Es kam wieder zu Annäherungen und auch Gesprächen mit Grass durch den VS-Vorstand unter Imre Török.

    Wenn Grass sich in Fragen der Würde des Menschen äußerte und kritisch zu politischen Fehlentwicklungen wie zu Flüchtlings- und Asylfragen äußerte, hatte er den VS an seiner Seite.

    »Wir werden einen wichtigen und vielen Herrschenden unbequemen Kritiker und Autor vermissen«, erklärte Eva Leipprand. »Uns bleiben aber seine Bücher, Gedichte und Artikel als Erinnerung und Ermutigung. Mit großartigen Werken wie der „Blechtrommel“, „Katz und Maus“, dem „Butt“ der „Rättin“ und „Im Krebsgang“ hat er die deutsche Literatur bereichert und zu Recht den Literaturnobelpreis bekommen.«

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    Die Medieninformation des VS vom 13. April 2015 kann als pdf-Datei hier geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann
    TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de