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    Der VS trauert um Dieter Mucke

    Der VS trauert um Dieter Mucke

    15.03.2016
    Dieter Mucke | VS Fachgruppe Literatur der ver.di Boedecker Dieter Mucke

    Der gebürtige Leipziger und seit 1961 in Halle lebende Schriftsteller Dieter Mucke ist am Samstag im Alter von 80 Jahren in Halle/S. gestorben. Seit 1991 gehörte er dem VS an. »Wir verlieren mit ihm eine wichtige politische Stimme und einen bedeutenden Autor«, so die Bundesvorsitzende des VS, Eva Leipprand. Er sah sich als deutscher Dichter, lehnte die Trennung in West- und Ost-Literatur ab, wie er in einem Interview der Mitteldeutschen Zeitung anlässlich seines 80. Geburtstags im Januar betonte.

    Dieter Mucke studierte Psychologie, Fotografie und Kamera sowie Literatur und wurde zwischen 1957 und 1965 drei Mal jeweils aus politischen Gründen exmatrikuliert. 2.000 Seiten Stasiakte erzählen eine eigene Geschichte. Er veröffentlichte rund 20 Bücher, darunter Literatur für Kinder, Lyrik und satirische Prosa. 1975 erschien das Buch »Laterna magica«, darin erzählt er von seinem Leben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

    Mit fortgeschrittenem Alter sorgte er sich darum, was mit seinem literarischen Archiv geschieht: »Ich will das nicht einfach so den Leichenfledderern der Literatur in den Rachen schmeißen. Ich möchte, dass etwas bleibt von dem, was ich gemacht habe.« Diesem Wunsch schließt sich der VS an.

    Die stellvertretende Bundesvorsitzende Regine Möbius aus Leipzig erinnert sich: »Obwohl Dieter Mucke nichts unterließ, sich intensiv einzumischen – so auf einer Pressekonferenz des VS während der Frankfurter Buchmesse im Oktober 1991 und im Rahmen des Symposions „Poetik des Widerstandes“ in Leipzig, wo er mit deutlichen Worten das Verkippen wichtiger in der DDR erschienener Literatur brandmarkte – blieb die Literatur sein eigentlicher Drehpunkt.«

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    Die VS-Presseinformation vom 15. März 2016 kann als pdf-Datei hier geladen werden.

    Pressekontakt

    Heinrich Bleicher-Nagelsmann
    TEL: +49.30.6956-2327 | e-Mail: vs@verdi.de

     

     

    »Ich finde die Trennung in West- und DDR-Literatur unerträglich. Literatur ist Literatur, die hat ganz bestimmte ästhetische und auch ethische Grundsätze.«
    Dieter Mucke


    Nachrede auf den
    Dichter Dieter Mucke

    Uwe Friesel, VS-Vorsitzender 1989 bis 1994 und damit Vorsitzender des ersten gesamtdeutschen VS-Vorstandes, der auf dem außerordentlichen VS-Kongress 24.-26. Mai 1991 in Lübeck-Travemünde gewählt wurde, hat für die Literaturzeitschrift »oda« (Ort der Augen) eine »Nachrede auf den Dichter Dieter Mucke« verfasst – Dieter Mucke war zwischen 1991 und 1994 Mitglied des Bundesvorstandes des VS.

    Seine »Nachrede« kann als pdf-Datei hier geladen und gelesen werden.